Leute Die Promi-Geburtstage vom 24. Mai 2012: Franz Burda

Offenburg - Franz Burda trägt den Namen seines Vaters. Doch in die Fußstapfen des großen deutschen Verlegers und Gründers des Medienkonzerns Burda ist der Junior nicht getreten.

Die Promi-Geburtstage vom 24. Mai 2012: Franz Burda (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 24. Mai 2012: Franz Burda Bild: dpa

Aus dem elterlichen Verlag stieg er nach dem Tod des Vaters 1986 aus.

Er machte Karriere als Druckereibesitzer und Aktionär, unter anderem war er in großem Stil am Axel Springer Verlag beteiligt. Seiner badischen Heimatstadt Offenburg ist er treugeblieben, hier lebt er bis heute. Am 24. Mai wird Franz Burda junior 80 Jahre alt.

«Mein Berufsweg wurde mir bereits in die Wiege gelegt», sagt Burda. Mit seiner Frau lebt er in einer Villa in Offenburg. Den Stammsitz des Burda Verlags mit seinen großen Druckereien hat er in Sichtweite. Er hat sie mit aufgebaut, hier hat einen Großteil seines beruflichen Wirkens verbracht. «Ja, ich bin wirklich sehr glücklich und stolz auf das Erreichte - beruflich und persönlich», sagt er. Lediglich seine Gesundheit mache ihm mitunter etwas zu schaffen.

Als ältester der drei Söhne des Offenburger Verlegerehepaares Franz (1903-1986) und Aenne Burda (1909-2005) wurde Franz Burda junior schon früh auserwählt, Druckereifachmann zu werden. «Drucktechnik ist mein Leben», sagt Burda. Er ließ sich zum Tiefdrucker ausbilden und sammelte erste Berufserfahrungen in Großbritannien und den USA.

1958 wurde er technischer Betriebsleiter im väterlichen Unternehmen. Er organisierte in Offenburg den Aufbau einer hochmodernen Rotationstiefdruckanlage, machte sich einen Namen als Experte für Druckereitechnik. Später baute er in Lynchburg im Bundesstaat Virginia die erste Tiefdruckerei in den USA.

«Diese Anlage sorgte für internationales Aufsehen», erinnert sich Burda. International gilt der Offenburger seither als Vordenker der gesamten Druckbranche. «Ich verfolge sehr aktiv auch heute noch die schnelle technische Entwicklung der Druckereibranche weltweit», sagt er. Von 1973 bis 1986 war Franz Burda einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Burda-Verlags und in dieser Funktion verantwortlich für den Geschäftsbereich Druck.

Nach dem Tod des Vaters vereinbarten die drei Burda-Söhne eine Realteilung des väterlichen Erbes. Franz und Frieder bekamen die Beteiligungen am Axel Springer Verlag, die amerikanischen Druckereien sowie die Papierfabriken und Speditionen. Hubert Burda, mit 72 Jahren der jüngste Spross der Familie, baute das Stammgeschäft mit den Verlagen und Druckereien weiter aus, er machte aus dem Verlag einen international agierenden Medienkonzern. Dieser heißt heute Hubert Burda Media.

Auch Frieder (76) machte sich als Kunstsammler einen Namen - Franz Burda agierte als Unternehmer jenseits des Schweinwerferlichts. An dem Verlag, mit dem der Familienname bekanntwurde, sind die beiden nicht mehr beteiligt. Sie widmeten sich zunächst den ihnen zugesprochenen Beteiligungen und gründeten in Baden-Baden eine gemeinsame Vermögensverwaltung. Im Vordergrund standen dabei die 1981 erworbenen Anteile am Axel Springer Verlag. In den Besitz von Franz gingen zudem eine Papierfabrik in Bayern und Druckereien in den USA.

Franz und Frieder Burda konzentrierten sich nach 1986 auf ihr Springer-Engagement, das sie auf eine Sperrminorität von rund 26 Prozent ausbauen konnten. Mit dem Münchner Filmhändler Leo Kirch (1926-2011) wuchs ihnen jedoch schnell ein unerwartet harter Konkurrent. Das Ringen um die Mehrheit bei Springer sorgte monatelang für Schlagzeilen.

1988 verkauften die beiden Burda-Brüder ihren 24,9-Prozent-Anteil an die Springer-Erben zurück und legten ihre Ämter im Aufsichtsrat des Verlagshauses nieder. Im Zusammenhang mit dem Aktienverkauf kam es zwischen den beiden älteren Burda-Brüdern und Hubert Burda zu Differenzen um ein angebliches Vorkaufsrecht. Es gab juristische Auseinandersetzungen: Die drei Brüder trafen sich wegen des Familienstreits um die Aktiengeschäfte auch vor Gericht.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Springer-Aktien verstärkten Franz und Frieder Burda nach 1988 ihr unternehmerisches Engagement. Sie beteiligten sich unter anderem an einer Fluglinie und einem Speditionsverbund - nicht immer mit wirtschaftlichem Erfolg. Die gemeinsame Vermögensverwaltung betreiben sie noch immer.

Privat ist Franz Burda gerne unterwegs. «Meine Leidenschaft ist das Reisen», sagt er. «Besonders gerne bin ich in den USA.» Und er sieht sich als Familienmensch. Burda ist in zweiter Ehe verheiratet. Aus erster Ehe hat er einen Sohn und eine Tochter. Der Sohn ist heute 53, die Tochter 48 Jahre alt. Zudem gibt es sechs Enkelkinder. Seine Leidenschaft, die Jagd, hat Burda aus gesundheitlichen Gründen und weil er im Rollstuhl sitzen muss inzwischen aufgegeben.

NAMEBERUFALTERGEBURTSDATUMGEBURTSORTGEBURTSLAND
FRANÇOIS, Déborahbelgische Schauspielerin2524.05.1987LüttichBelgien
BLOMBERG, Sebastiandeutscher Schauspieler4024.05.1972Bergisch GladbachDeutschland
PRESLEY, Priscillaamerikanische Schauspielerin6724.05.1945New YorkUSA

news.de/dpa

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