Leute Die Promi-Geburtstage vom 21. April 2012: Iggy Pop

Die Promi-Geburtstage vom 21. April 2012: Iggy Pop (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 21. April 2012: Iggy Pop Bild: dpa

New York - Mit sehnigem, vernarbtem Oberkörper und langen strähnigen Haaren tanzt der «Godfather of Punk» seit Jahrzehnten wie ein Derwisch über die Bühnen dieser Welt.

Reich ist er damit nie geworden, aber er hat seine destruktivsten Jahre überlebt - und ist immer noch dabei. Heute findet «The Ig», dass er bessere Texte schreibt als zu Zeiten seines Erfolgshits «Lust for Life». An diesem Samstag (21. April) feiert er seinen 65. Geburtstag.

«Heute sehen meine Extreme ungefähr so aus: viel Sport, keine Drogen, viel Sex, viel Leben, keine Toleranz für Dummheit», sagte er in einem Interview mit dem «Stern» (2009). Toleranz fehlt ihm auch für schlechte Musik - dazu gehören seiner Meinung nach Pop-Schnulzen, die er auf den Tod nicht ausstehen kann. Vor diesem habe er keine Angst - er freue sich geradezu auf die Stille: «Wäre es nicht wundervoll, wenn man nie wieder Songs von Elton John hören müsste? Im Leben schafft man das nicht, weil ständig irgendein Radio seine Songs plärrt», sagte er in einem Interview mit der «Welt» (2009).

Iggy Pop, der seinen Spitznamen von seiner Highschool-Band The Iguanas (Die Leguane) hat, war schon Punk, als es Punk noch gar nicht gab. Ende der 60er waren Woodstock und die Flower-Power-Bewegung angesagt. Statt Liebe, Frieden und Gemeinsamkeit besangen er und seine Band The Stooges 1969 Langeweile und Frustration seiner Generation: «Last year I was twenty-one/didn't have a lot of fun/now I'm gonna be twenty-two/another year with nothing to do» (etwa: Letztes Jahr war ich 21 und hatte keinen Spaß, jetzt bin ich 22 und habe wieder ein Jahr lang nichts zu tun).

Bei seinen Bühnenshows demonstrierte er, dass nur Schmerzen ihn aus der Langeweile befreien konnten: Er robbte nackt durch Glassplitter, schmierte sich mit Erdnussbutter voll, goss heißes Wasser über seine Hose und taumelte blutend von der Bühne, während sich die gelegentlich in Naziuniformen gekleideten Musiker zum Rückkopplungsgeheul an die Verstärker lehnten.

So viel inszenierten Selbsthass hält auf Dauer keiner durch, und so war Iggy Pop zweimal schon fast von der Bildfläche verschwunden. 1971, als sich die Band trotz exzellenter Alben («The Stooges», «Fun House», «Raw Power») auflöste und Iggy Pop sich zum Rasenmähen nach Florida zurückzog. Nach einem missglückten Comeback der Stooges im Jahr darauf landete er dann für längere Zeit in einer psychiatrischen Klinik zum Drogenentzug.

Beide Male war es sein bester Freund David Bowie, der ihn wieder auf die Bühne schob. Gemeinsam produzierten sie mehrere Alben: «The Idiot» (1977) mit dem gemeinsam geschriebenen, späteren Bowie-Hit «China Girl», «Lust For Life» (1977) mit dem Disco-Dauerbrenner «The Passenger» und die Live-LP «TV Eye» (1978). Den ganz großen Erfolg landete Iggy 1987 mit der Cover-Version von «Real Wild Child». Es war seine erste Top-Ten-Platzierung.

Seit 2003 spielt er wieder regelmäßig mit den beiden Musikern der Stooges, dem Brüderpaar Scott und Ron Asheton. Es ist eine Art Hass-Liebe, die sie noch aus der Schulzeit verbindet. «Das sind die einzigen Kerle, die ich durch und durch kenne. Das bedeutet nicht: Oh, ich mag sie so sehr», erklärte Iggy in einem Interview der «New York Times». Nach über drei Jahrzehnten erschien wieder ein gemeinsames Album: «The Weirdness» (2007). Seitdem werden die Fans bei den Konzerten jünger - denn Iggy ist immer noch ein Erlebnis. In Deutschland soll er im Juli beim Berliner Greenville Music Festival auftreten.

Wenn er nicht gerade tourt, wohnt Iggy einem kleinen Dorf in der Sumpflandschaft von Florida, wo er regelmäßig schwimmt, ein paar gepflegte Gläser Bordeaux trinkt - und seinem Spitznamen immer ähnlicher wird. Er verwandle sich langsam, aber sicher in ein Reptil, sagte er vor ein paar Jahren. «Florida ist ein guter Ort für eine alte Echse wie mich.»

NAMEBERUFALTERGEBURTSDATUMGEBURTSORTGEBURTSLAND
RONSTEDT, Juledeutsche Schauspielerin4121.04.1971MünchenDeutschland
MACDOWELL, Andieamerikanische Schauspielerin5421.04.1958GaffneyUSA
DANZA, TonyAmerikanischer Schauspieler, Produzent und Regisseur6121.04.1951BrooklynUSA

news.de/dpa

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