Leute Die Promi-Geburtstage vom 03. April 2012: Annekathrin Bürger

Die Promi-Geburtstage vom 03. April 2012: Annekathrin Bürger (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 03. April 2012: Annekathrin Bürger Bild: dpa

Berlin - Als die Berlinale vor einigen Jahren den Traumfrauen des Kinos der 50er und 60er Jahre huldigte, waren nur wenige Deutsche dabei. Eine von ihnen: Annekathrin Bürger.

Sie gehört zu den populärsten Schauspielerinnen der DDR und hat auch nach dem Fall der Mauer vielen Filmen und Theaterstücken dank ihrer Persönlichkeit und ihres Könnens zu Größe verholfen. Am 3. April feiert die in Berlin lebende Schauspielerin ihren 75. Geburtstag.

Mit 19 Jahren kommt der frühe Ruhm durch die Hauptrolle in dem DEFA-Spielfilm «Eine Berliner Romanze». Damit und zwei Jahre später mit der Liebesgeschichte «Verwirrung der Liebe» erlangt Bürger eine ungeheure Popularität im Osten Deutschlands. Im TV-Vierteiler «Wolf unter Wölfen» nach dem Roman von Hans Fallada beeindruckt sie dann 1964 als Petra Ledig. «Das ist vielleicht die beste, in jedem Fall eine der besten Rollen, die ich je im Film gespielt habe», sagt sie im dpa-Interview.

Fortan begeistert sie immer wieder damit, dass sie den von ihr gespielten Figuren, selbst wenn die Geschichte nicht sehr in die Tiefe geht, auf packende Art eine Spur des Besonderen verleiht. Ihre Charaktere haben immer Ecken und Kanten.

Vom Anfang ihrer Laufbahn an spielt sie auch am Theater. An der Berliner Volksbühne findet sie 1965 ihre künstlerische Heimat und bleibt bis zu ihrer Pensionierung 2001 im Ensemble. Von 1966 bis zum seinem Tod 2000 ist sie mit dem Schauspieler und Regisseur Rolf Römer verheiratet.

1976 treten Bürger und ihr Mann offen gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR auf. Ein Jahr später erwirkt das Paar sogar einen Termin bei Erich Honecker und protestiert im persönlichen Gespräch gegen die Unterdrückung und Schikanierung von Kollegen. Das geht im Land von Mund zu Mund, das Publikum liebt sie nun umso mehr.

1978 spielt sie in der von Römer inszenierten Folge «Schuldig» der Krimiserie «Polizeiruf 110» mit einer Intensität das Porträt einer Trinkerin, dass einem als Zuschauer tatsächlich der Atem stockt. Der Film, der ungewöhnlich offen Missstände im sozialen Gefüge der DDR aufzeigt, darf bis zum Fall der Mauer nicht wiederholt werden.

Den Tod ihres Mannes hat Bürger vor allem mit Arbeit bewältigt, wie sie erzählt. «Ich habe zwei Tage später wieder gedreht. Ich musste das. Bis heute steht immer eine frische Rose an seinem Bild im Schlafzimmer. Ja, ich habe getrauert, und ich trauere. Aber das möchte ich nicht larmoyant ausstellen.»

Nach der Wende bekommt Bürger zahlreiche Angebote. Sie sagt dazu: «Erstmal sah es ganz gut aus. Es war ja auch irgendwie exotisch, uns Schauspieler aus dem Osten zu besetzen. Mit der Zeit ließ das Interesse jedoch nach.» Derzeit ist Bürger bei Lesungen zu ihrer Autobiografie «Der Rest, der bleibt» zu erleben. Und sie tritt immer wieder mit ihrem Lyrik- und Chansonprogramm «Liebe ist das schönste Gift» auf. Auf die Frage, ob sie ein Zirkuspferd sei, antwortet sie mit hellem Lachen: «Ja, das bin ich wohl.» Und sie ergänzt: «Ich habe Freude am Leben. Und ich finde es schön, wenn ich diese Freude durch meine Arbeit immer wieder mit anderen Menschen teilen kann.»

NAMEBERUFALTERGEBURTSDATUMGEBURTSORTGEBURTSLAND
MINICHMAYR, Birgitösterreichische Schauspielerin3503.04.1977PaschingÖsterreich
GARTH, Jennieamerikanische Schauspielerin und Produzentin4003.04.1972UrbanaUSA
BALDWIN, Alecamerikanischer Schauspieler5403.04.1958AmityvilleUSA

news.de/dpa

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