Leute Die Promi-Geburtstage vom 05. November 2011: Art Garfunkel

Die Promi-Geburtstage vom 05. November 2011: Art Garfunkel (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 05. November 2011: Art Garfunkel Bild: dpa

Ein Rockstar wollte Art Garfunkel nie sein. «Ich war immer nur ein schüchterner Intellektueller, der den Rock'n'Roll liebt», sagte er einmal. Ein größeres Understatement gibt es wohl kaum.

New York (dpa) - Ein Rockstar wollte Art Garfunkel nie sein. «Ich war immer nur ein schüchterner Intellektueller, der den Rock'n'Roll liebt», sagte er einmal. Ein größeres Understatement gibt es wohl kaum.

Sein Mathematikdiplom von der Elite-Universität Columbia hat er für seinen Erfolg mit Simon & Garfunkel nie gebraucht. Songs wie «The Sound Of Silence», «The Boxer» und «Homeward Bound» verkauften sich millionenfach. Heute feiert Arthur Ira Garfunkel seinen 70. Geburtstag.

Garfunkels sanftes Timbre gab dem Duo den unverwechselbaren Sound. Wenn er bei der Ode an die Freundschaft «Bridge Over Troubled Water» solo zu singen anfängt, bekommen Fans auch heute noch Gänsehaut. Geschrieben hat den Hit allerdings Paul Simon - mit Schützenhilfe seines Freundes. Mathematisches Verständnis habe auch in der Musik seinen Sinn für Mengen und Verhältnismäßigkeiten geschärft, sagte Garfunkel. «Im Studio 1969 habe ich Paul Simon vorgerechnet, dass "Bridge Over Troubled Water" in seiner Originalversion nicht funktioniert. Er hat einen Vers hinzugefügt, weil er meiner Logik folgen konnte», sagte Garfunkel einmal in einem «Spiegel»-Gespräch.

Das größte Ziel des Jungen mit dem Wuschelkopf war es, berühmt zu werden. Deshalb probte er bereits als Vierzehnjähriger mit Paul, dem Jugendfreund aus Queens, im Keller seiner Eltern und nahm die ersten Demobänder auf. Unter dem Künstlernamen Tom & Jerry landeten die beiden 1957 ihren ersten Hit «Hey Schoolgirl». Danach veröffentlichte Garfunkel ohne nennenswerten Erfolg eine Single unter dem Namen Artie Garr. Für ihr erstes gemeinsames Album jedoch benutzten sie ihre Geburtsnamen - damals eine sehr mutige Entscheidung. Ihr Kollege Robert Zimmerman legte sich zum Beispiel den Namen Bob Dylan zu - antisemitische Stimmung war in den USA auch nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch nicht zu unterschätzen.

Ihre größten Hits hatten Simon & Garfunkel gemeinsam: «Mrs. Robinson», «The Sound Of Silence», «I Am A Rock» wurden zu Klassikern, die zahlreiche andere Sänger inspirierten. Der Höhepunkt kam 1970 mit dem Album «Bridge Over Troubled Water», für das sie mit mehreren Grammys ausgezeichnet wurden. Warum sie sich danach trennten, wurde nie genau geklärt, angeblich ging es um Tantiemen.

Es sei die Lieblingslegende der Journalisten, dass die beiden ein verzanktes Ehepaar seien, sagt Garfunkel heute: «Was wir miteinander haben, ist eine tiefe alte Freundschaft», betonte er einmal in der «Bunten». So harmonisch wurde es allerdings erst nach einer langen Pause. Als den beiden nach 22 Jahren der Grammy für ihr Lebenswerk verliehen wurde, beschlossen sie, es noch einmal miteinander zu versuchen. 2003 gingen Simon & Garfunkel unter dem Titel «Old Friends» mit großem Erfolg auf Comeback-Tour durch die USA, Europa und Japan. Ein geplantes neues Album kam wegen künstlerischer Differenzen aber nicht zustande.

Die Trennung kam Simon damals auch gelegen: Hollywood lockte. Produzent Mike Nichols, für dessen Film «Die Reifeprüfung» sie den Soundtrack geschrieben hatten, bot Garfunkel Rollen an. So spielte er in «Catch 22 - Der böse Trick» (1970) und in «Die Kunst zu lieben» mit Jack Nicholson (1971) mit. Einen Oscar gewann er nie, und auch mit der Solo-Karriere ging es nicht recht voran. Er konnte zwar mit Songs wie «Bright Eyes», «I Only Have Eyes For You» und «All I Know» in den 70er Jahren noch Top-Ten-Hits landen, ein vergleichbarer Erfolg wie Paul Simon mit dem Album «Graceland» gelang ihm jedoch nicht.

Wenn der zweifache Vater nicht daheim sitzt und liest - bis zu 30 Titel im Jahr -, dann geht er gerne wandern. Am liebsten in Italien. «Als Musiker liebe ich das sehr langsame Tempo und die Landschaft. Diese Kurven. Ein schöner Hügel ist für mich gleichbedeutend mit einer gelungenen Melodie. Ich sehe Noten in den Bäumen», sagte er einmal in einem Zeitungsinterview.

NAMEBERUFALTERGEBURTSDATUMGEBURTSORTGEBURTSLAND
JONAS, Kevinamerikanischer Musiker2405.11.1987TeaneckUSA
O'NEAL, Tatumamerikanische Schauspielerin4805.11.1963Los AngelesUSA
SEELER, Uwedeutscher Fußballspieler7505.11.1936HamburgDeutschland

news.de/dpa

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