Leute Die Promi-Geburtstage vom 24. Mai 2011: Bob Dylan

Er ist der große Verwandlungskünstler unter den Popstars, ein Chamäleon: Bob Dylan hat sich in fast allen Sparten der Muse versucht und dafür die höchsten Preise einkassiert. Nur der Nobelpreis für seine Poesie blieb dem Amerikaner bisher versagt.

Die Promi-Geburtstage vom 24. Mai 2011: Bob Dylan (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 24. Mai 2011: Bob Dylan Bild: dpa

New York (dpa) - Er ist der große Verwandlungskünstler unter den Popstars, ein Chamäleon: Bob Dylan hat sich in fast allen Sparten der Muse versucht und dafür die höchsten Preise einkassiert. Nur der Nobelpreis für seine Poesie blieb dem Amerikaner bisher versagt.

Auch mit einer Gemäldeausstellung in der dänischen Nationalgalerie fiel der Maler Bob Dylan bei der Kunstkritik in Ungnade: «Ordinär». Dafür schreibt er nun Bücher: Ein US-Verlag will sechs Bände von ihm herausgeben. Zuvor aber feiert das Allroundgenie allerdings noch einen runden Geburtstag: Heute wird Dylan 70. Bald darauf startet er zu einer Europa-Tournee und tritt dabei zum Beispiel auch in Mainz und Hamburg auf.

Dylan tut seit jeher das, was man am wenigsten von ihm erwartet. Erst war er ein Folksänger mit Mundharmonika, dann griff er zur E-Gitarre, was manche Fans mit «Judas»-Rufen quittierten. Erst gab er mit seinen Protestsongs («Blowin' In The Wind») der 68er Generation eine Stimme, dann bekehrte er sich zum Christentum und nahm nur noch Gospelsongs auf. Gegen Schubladen-Denken hat Bob Dylan sich immer gewehrt, er wollte seinen eigenen Weg gehen, «Like A Rolling Stone».

Nach dem zeitweiligen Verlust seiner Stimme schon abgeschrieben und von den Kritikern für verrückt erklärt, brachte er in den 90ern wieder Alben heraus, die einhellig als Meisterleistung gefeiert wurden. «Time Out Of Mind» brach 1997 endgültig das Eis. Seitdem ist er wieder fest für die Top Ten gebucht. Mit seinem Studioalbum «Modern Times» schaffte es der Musiker 2006 erstmals nach 30 Jahren auf Platz eins der Charts - ein beispielloses Comeback.

Seit 1988 befindet er sich zudem auf einer «Never Ending Tour» mit bisher mehr als 2000 Konzerten in aller Welt. Außer den Namen seiner Musiker sagt Dylan bei den Auftritten in der Regel kein Wort. Dass die einstige Kultfigur der Woodstock-Generation im April auch in China auftrat und noch dazu die Überprüfung des Programms zuließ, nahmen ihm Menschenrechtler schwer übel.

«Ich weiß mittlerweile, dass ich Dylan nie verstehen werde», sagt die frühere «Königin der Folkbewegung», Joan Baez (70), die ihn Anfang der 60er Jahre bekannt gemacht hatte. «Das gilt allerdings auch für andere, einschließlich seiner selbst.» In Anlehnung an ein Zitat von Bert Brecht hat Dylan einmal gesagt: «Wer immer es ist, den ihr sucht, ich bin es nicht.»

Seine Rätselhaftigkeit ist sicherlich einer der Gründe dafür, warum Dylan bereits zu Lebzeiten ein bevorzugtes Studienobjekt für Musik- und Sprachwissenschaftler, Soziologen und Historiker ist. Jedes Jahr wird er auf einem internationalen Dylanologen-Kongress unter die Lupe genommen. Einig sind sich die Experten nur darin, dass Dylan der bekannteste unbekannte Star der westlichen Welt ist.

In seiner fast 50-jährigen Karriere hat er mehr als 500 Lieder geschrieben, viele sind längst Klassiker der Popkultur. Zu seinen stärksten Texten gehören «Masters Of War», «Desolation Row» und «Hurricane». Das Fachmagazin «Rolling Stone» erklärte sein Lied «Like A Rolling Stone» 2004 zum besten Song aller Zeiten. Für das Lied «Things Have Changed» in Curtis Hansons Tragikomödie «Wonder Boys» erhielt er 2001 einen Oscar.

«Ich habe mich immer in erster Linie als Poet und in zweiter Linie als Musiker gefühlt», sagte Dylan in weiser Voraussicht schon vor 30 Jahren. Viele seiner wortgewaltigen, kraftvollen Texte gelten als Werke von hohem literarischen Rang. Experten vergleichen sie mit Gedichten von Alexander Puschkin, Charles Baudelaire oder gar Johann Wolfgang von Goethe.

Dylan gilt als kauziger, exzentrischer Typ, der nach allerlei Krisen und Abstürzen immer wieder mit spektakulären Neuanfängen überrascht. 1941 als Sohn einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Minnesota geboren, war der Liedermacher mit der rauen, ausdrucksstarken Stimme Anfang der 60er Jahre schnell zum Symbol der Protestbewegung geworden.

Im Laufe der Jahre trat er nicht bloß vor Millionen auf, sondern sammelte auch Millionen für Werbung mit seinem Image ein, etwa vom Online-Händler Amazon, dem Hosenhersteller Guess oder der Dessous-Firma Victoria's Secret. Ob das jemanden stört, kümmert den Superstar ebenso wenig wie die Begeisterung seiner Fans: «Man kann Applaus nicht zum Frühstück essen. Man kann mit ihm auch nicht schlafen.»

NAME

BERUF

ALTER

GEBURTSDATUM

GEBURTSORT

GEBURTSLAND

FRANÇOIS, Déborah

belgische Schauspielerin

24

24.05.1987

Lüttich

Belgien

FRANK, Kim

deutscher Popsänger

29

24.05.1982

Flensburg

Deutschland

BLOMBERG, Sebastian

deutscher Schauspieler

39

24.05.1972

Bergisch Gladbach

Deutschland

news.de/dpa

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