Leute Ulrike Folkerts rät Fußball-Profis von Outing ab

Ulrike Folkerts rät Fußball-Profis von Outing ab (Foto)
Ulrike Folkerts rät Fußball-Profis von Outing ab Bild: dpa

«Tatort»-Kommissarin Ulrike Folkerts (50) rät schwulen Fußball-Profis von einem Outing ab. Die Fußballgemeinde und die Fans seien nicht bereit, zu akzeptieren, dass ein Fußballer homosexuell sei, sagte Folkerts am Montag in Berlin.

Berlin (dpa) - «Tatort»-Kommissarin Ulrike Folkerts (50) rät schwulen Fußball-Profis von einem Outing ab. Die Fußballgemeinde und die Fans seien nicht bereit, zu akzeptieren, dass ein Fußballer homosexuell sei, sagte Folkerts am Montag in Berlin.

«Dieses Gepushe mit dem "oute dich doch, dir passiert schon nichts", das ist einfach Quatsch.» Folkerts verwies dabei auf die Klischees über Schwule, die noch vorhanden seien. Sie würde sich anstelle der Fußballer auch nicht outen. «Ich befürchte da echt das Schlimmste», sagte die Schauspielerin, die sich vor Jahren selbst als lesbisch geoutet hatte.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, sagte, dass bei dem Thema einiges in Bewegung sei und verwies auf etliche schwule Fanclubs. «Ich bin schon einen Tick optimistischer.» Bei den deutschen Spielern sieht er kein großes Problem der Akzeptanz, Vorbehalte machte Zwanziger eher bei anderen Kulturen aus.

Hintergrund ist ein «Bunte»-Interview von Bayern-Star Philipp Lahm, der schwulen Kollegen nicht empfahl, sich zu bekennen: Für denjenigen würde es sehr schwer und er wäre sicherlich Schmährufen ausgesetzt, sagte Lahm. Er selbst habe keine Berührungsängste. Im Profi-Fußball gilt Homosexualität als Tabuthema. Einen offen schwulen Bundesliga-Profi gibt es in Deutschland noch nicht.

Der DFB-Präsident und die Fernsehkommissarin stellten in Berlin eine «Tatort»-Folge vor, die im Frauenfußball spielt und eine Woche vor Beginn der Frauen-WM in Deutschland ausgestrahlt wird. Zwanziger hat in dem Krimi «Im Abseits» (19. Juni) einen Gastaufritt. Er spricht nach dem Tod einer Fußballerin deren Mannschaft sein Beileid aus.

Themen des SWR-«Tatorts» sind Integration und die Vorbehalte gegenüber Frauenfußball. Kommissarin Lena Odenthal kann ihrem Macho-Kollegen Mario Kopper zeigen, dass Frauen keine schlechten Kicker sind. Der Anstoß zu dem Fußball-Krimi kam von Zwanziger, der sich für die «vielen tollen türkischen Mädchen» in dem Sport stark machte. Es ist dieses Jahr bereits der zweite von ihm angeregte «Tatort» über Fußball. Im März ging es bei NDR-Kommissarin Maria Furtwängler um das Tabu Homosexualität im Profifußball der Männer.

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig