Leute Die Promi-Geburtstage vom 26. Februar 2011: Jaecki Schwarz

Die Promi-Geburtstage vom 26. Februar 2011: Jaecki Schwarz (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 26. Februar 2011: Jaecki Schwarz Bild: dpa

Seit 1996 fahndet er im «Polizeiruf 110» von Halle aus nach Verbrechern. Mit seinem Krimi-Kollegen Wolfgang Winkler ist er so gut befreundet, dass er ihn «Mausi» und «Dicker» nennen darf.

Berlin (dpa) - Seit 1996 fahndet er im «Polizeiruf 110» von Halle aus nach Verbrechern. Mit seinem Krimi-Kollegen Wolfgang Winkler ist er so gut befreundet, dass er ihn «Mausi» und «Dicker» nennen darf.

Heute wird der Berliner Publikumsliebling, Schauspieler und Hobby-Koch Jaecki Schwarz 65 Jahre alt. Der MDR feiert ihn zum Geburtstag gleich mehrfach im dritten Programm. Die Krimi-Autoren sitzen schon an Fällen für 2012.

Seit 1971 und mehr als 300 Folgen gibt es den «Polizeiruf 110» in unterschiedlichen Besetzungen; das Format stammt noch aus DDR-Zeiten. Die MDR-Fälle sind ein Quotengarant. Im Schnitt hatten die drei Krimis vergangenes Jahr 7,24 Millionen Zuschauer. Am 13. März ist Schwarz alias Hauptkommissar Herbert Schmücke wieder in der ARD im Einsatz. Dann geht es in «Leiser Zorn» um ein junges Mädchen, das tot neben einem Hochhaus gefunden wird.

Vor dem Mauerfall war Schwarz am Theater und in DEFA-Filmen zu sehen, danach gehörte er zu den DDR-Schauspielern, die ihre Karriere erfolgreich fortsetzen konnten. Nachdem es keinen «Tatort» mit Peter Sodann mehr gibt, ist Jaecki Schwarz neben Wolfgang Stumph («Stubbe») der wohl prominenteste ostdeutsche Ermittler. Die sächsische Polizeigewerkschaft hat ihn mit seinem Kollegen Winkler zum «Ehrenkommissar» ernannt - in Fernsehen ist der eine ein Gourmet, der andere auch mit Bratwurst zufrieden.

Der Köpenicker machte nach dem Abitur zunächst eine Lehre als Fotochemie-Facharbeiter, Schauspieler wurde er an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. 23 Jahre lang war Schwarz Mitglied des renommierten Berliner Ensembles. 1967 hatte er seine erste Hauptrolle in «Ich war 19». Konrad Wolfs autobiografische Geschichte handelt von einem jungen Deutschen, der 1945 als Leutnant der Roten Armee in seine Heimat zurückkehrt.

Durch Gastspiele lernte Schwarz den Westen schon vor dem Mauerfall kennen. Dort bleiben wollte er aber nicht. «Die Familie, die Freunde und das Theater wogen immer noch mehr als die staatlich verordneten Repressionen.» Und es gab laut Schwarz auch keine Versuche, ihn als Spitzel anzuwerben. «Sie wussten, da kommen sie nicht weit, weil ich alles erzähle - sehr schwatzhaft. An mir hätten sie keine Freude gehabt.»

Nach 1990 trat der Schauspieler in zahlreichen Serien und Filmen auf, darunter «Liebling Kreuzberg», «Für alle Fälle Stefanie», «Das Traumpaar» und «Deutschlandspiel». Offen geht Schwarz mit seiner einstigen Sucht um. «Alkoholismus ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit. Einem Alkoholiker muss geholfen werden, das darf nicht unter den Tisch gekehrt werden.» Auch dass Schwarz schwul ist, weiß man. Einen neuen Freund hat er nach der Trennung von seinem Lebenspartner im Jahr 2005 nicht. «Wie heißt es so schön: Ich verkündige zwar die Lehre, aber ich lebe sie im Moment nicht.»

news.de/dpa

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