Leute Die Promi-Geburtstage vom 01. Februar 2011: Karl Dall

Einer wie Karl Dall muss sich schon auf eine Hawaii-Insel zurückziehen, um den 70. in Ruhe feiern zu können. Der Blödelbarde mit dem hängenden Augenlid, der heute Geburtstag hat, gehört auch ohne eigene Fernsehshow noch immer zu den bekanntesten TV-Gesichtern Deutschlands.

Die Promi-Geburtstage vom 01. Februar 2011: Karl Dall (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 01. Februar 2011: Karl Dall Bild: dpa

Hamburg (dpa) - Einer wie Karl Dall muss sich schon auf eine Hawaii-Insel zurückziehen, um den 70. in Ruhe feiern zu können. Der Blödelbarde mit dem hängenden Augenlid, der heute Geburtstag hat, gehört auch ohne eigene Fernsehshow noch immer zu den bekanntesten TV-Gesichtern Deutschlands.

Ganz weit weg, nur im engsten Familienkreis will er das Jubiläum in einer Tapas-Bar auf der Insel begehen. «Hauptsache, es sind keine Deutschen in der Nähe, denn in Rudeln sind die unerträglich!», sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Rotzig auch im Rentenalter statt altersmilde? Das Hamburger Lästermaul fühlt sich jedenfalls noch immer fit - «für das, was ich in meinem Leben so alles "schlucken" musste». Dall: «Nöh, dafür geht es mir ausgezeichnet!»

Schlucken musste der einstige Kalauer-König so manches - und Flüssiges wie Bier und Schnaps hat er freiwillig und bisweilen nicht zu knapp geschluckt. «Es hat eigentlich nichts richtig geklappt bei mir, aber dafür geht es mir doch ganz gut», sagt Karl Bernhard Dall, der nach damals in Emden üblicher Praxis zu seinen beiden Vornamen gekommen sei: «Mein Vater hieß Karl und ein Saufkumpan von ihm Bernhard.»

Einen Beamten wollten die Eltern aus ihm machen, das Lehrerkind selbst sah sich als Fotograf oder Kameramann. Nach dem vermasselten Schulabgang - in der 10. Klasse brach er ab - platzten elterliche und eigene Träume. Dafür war er als Klassenclown bekannt: «Komisch fand ich mich nicht, aber alle haben über mich gelacht.»

Er, der als Kind wegen seiner Lidmuskelschwäche gehänselt wurde, machte das Beste daraus - und wurde Komiker. Nach einer Schriftsetzer-Lehre und Gelegenheitsjobs traf er auf Liedermacher Ingo Insterburg, 1967 schlug die Geburtsstunde für die humoristisch-anarchistische Gruppe Insterburg & Co («Ich liebte ein Mädchen»), die schnell zum Geheimtipp in der Studentenszene wurde.

Bevor die Blödel-Truppe Ende der 70er auseinanderging, hatte Dall Kontakte zum Fernsehen geknüpft. Er brachte den «Musikladen» mit auf den Bildschirm, assistierte bei Rudi Carrells «Am laufenden Band» und spielte in «Verstehen Sie Spaß?» Telefonstreiche. In seiner Filmografie stehen auch erotische Komödien wie «Sunshine Reggae auf Ibiza».

«Auge zu und durch» nannte er seine Autobiografie - und genau das dürften sich auch seine Talkgäste gesagt haben. Denn in Sendungen wie «Dall-As» (1985-1991/RTL) oder «Jux und Dallerei» (1992-1994/Sat.1) provozierte Dall als großklappiger, gnadenloser und manchmal auch gemeiner Gastgeber. Obwohl die Promis ordentlich einstecken mussten, hätten später viele selbst angefragt. «Jeder wollte mal mit Dall am Tisch sitzen und sich verarschen lassen - wer da nicht dabei gewesen war, gehörte nicht in die Showbranche», sagt er.

Inzwischen will der Entertainer, der auch als Musiker Erfolge hatte («Diese Scheibe ist ein Hit», «Heute schütte ich mich zu») keine eigene TV-Show mehr. Er passe ohnehin in kein Format mehr - und «Kohle hab' ich eigentlich genug, die kann ich in meinem Leben nicht mehr versaufen.»

Der neben seinem Komiker-Kollegen Otto Waalkes berühmteste Ostfriese, der im Februar unter anderem Auftritte im ZDF bei Markus Lanz und Carmen Nebel hat, genießt lieber die Zeit mit der Familie. Dabei sind die in Kanada lebende Tochter Janina, die als Stuntfrau für Aufsehen sorgte, und seine Ehefrau Barbara nicht mehr die einzigen Damen im Leben des einstigen «Dienstleistungs-Sadisten» («Der Spiegel»), der auch gern frauenfeindliche Witze riss.

«Meine Tochter Janina hat ein dreijähriges Mädchen, die hält mich zur Zeit auf Trab», erzählt er über die kleine Nelina, mit der er derzeit am Strand von Hawaii spielt. «Es ist nur etwas schade, dass ich ihren Werdegang nicht mehr voll erleben kann», sagt er - und klingt nun doch ungewohnt milde.

news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig