Leute Die Promi-Geburtstage vom 20. Januar 2010: David Lynch

Wenn David Lynch mit seiner Filmkamera, dem Fotoapparat oder Farbe und Pinsel auf Reisen geht, kommt dabei nie etwas Nettes und Erbauliches heraus. «Ich begebe mich am liebsten in seltsame Welten», sagte Hollywoods «Spezialist für das Abseitige» einmal über seine künstlerischen Vorlieben.

Die Promi-Geburtstage vom 20. Januar 2010: David Lynch (Foto)
Die Promi-Geburtstage vom 20. Januar 2010: David Lynch Bild: dpa

Los Angeles (dpa) - Wenn David Lynch mit seiner Filmkamera, dem Fotoapparat oder Farbe und Pinsel auf Reisen geht, kommt dabei nie etwas Nettes und Erbauliches heraus. «Ich begebe mich am liebsten in seltsame Welten», sagte Hollywoods «Spezialist für das Abseitige» einmal über seine künstlerischen Vorlieben.

Lynchs Welten sind bizarre Abgründe, dunkle Orte von Gewalt und Perversionen. Die blutrote Linie zieht sich konsequent durch das Werk des amerikanischen Kultregisseurs, vom Erstlingsfilm «Eraserhead» bis zu seinem vorläufig letzten Kinowerk «Inland Empire». Lynch wird heute 65 Jahre alt.

Mit seinen düsteren Filmfiguren hat der Künstler dabei wenig gemein. Der Schöpfer knallharter Kultstreifen wie «Blue Velvet» und «Wild at Heart» meditiert seit den 1970er Jahren nach der Lehre des Maharishi Mahesh Yogi, dem einst auch die Beatles folgten. Der Filmemacher hat eine Stiftung für «Bewusstseins-basierende Lehre und Weltfrieden» gegründet und setzt auf transzendentale Meditation als Friedensstifter.

Als Kind sei er ein begeisterter Pfadfinder gewesen, bekennt Lynch, der in einer Kleinstadt im US-Staat Montana zur Welt kam und auf dem Land aufwuchs. Von Idylle ist aber nichts zu spüren, wenn er die bizarren Abgründe hinter der netten Fassade der Kleinstadtbürger auf die Leinwand bannt. Schon mit seinem Debütfilm «Eraserhead» (1977) schockierte der Kunst- und Filmstudent mit Horrorszenen und surrealen Bildern. Mit «The Elephant Man» festigte Lynch drei Jahre später seinen Ruf als Spezialist für abseitige Stoffe. Der Film über einen fürchterlich verunstalteten Mann, der im viktorianischen England als Jahrmarkts-Attraktion vermarktet wird, wurde ein internationaler Kassenerfolg und erhielt acht Oscar-Nominierungen.

Nachdem sein teures Science-Fiction-Epos «Der Wüstenplanet» (1984) an den Kinokassen floppte, kehrte Lynch zu seinen bewährt-skurrilen Stoffen zurück. «Blue Velvet», mit Isabella Rossellini als missbrauchte Nachtclub-Sängerin, wurde schnell zum Kultklassiker. Eine langsame Kamerafahrt in ein abgeschnittenes Ohr auf einer Wiese ist nur der Vorgeschmack für Lynchs Gewaltvisionen.

Für das brutale Road-Movie «Wild at Heart» erhielt Lynch 1990 die «Goldene Palme» in Cannes. Die Kritiker begeisterten sich auch für die Fernsehserie «Twin Peaks», die in einem Holzfällerstädtchen im amerikanischen Nordwesten spielt. Den Thriller «Lost Highway» um einen schizophrenen Killer unterlegte Lynch mit zwei Songs der deutschen Hard-Rock-Band Rammstein, die er zu seinen Lieblingsmusikern zählt.

Mit «The Straight Story» (1999) schuf Lynch seinen vielleicht «normalsten» Film, der eine einfache Geschichte erzählt. Ein alter Mann fährt auf einem Rasenmäher-Traktor wochenlang durch den Mittleren Westen, um seinen Bruder zu besuchen. Mit dem Thriller «Mulholland Drive» wagte sich Lynch im Jahr 2001 ins Großstadtrevier seiner Wahlheimat Los Angeles und holte sich ein weiteres Mal den Regie-Preis bei den Filmfestspielen in Cannes. Dem Thriller «Inland Empire» drückten die deutschen Filmbewerter 2007 das Prädikat «Besonders wertvoll» auf. Der Streifen sei eine Herausforderung für die Sinne, «tiefgründig, verschlüsselt, provokant und makaber».

Genauso brutal, komplex und abstrakt wie seine Filme sind Lynchs Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Mehr als 600 Exponate zeigte er vor vier Jahren in der Pariser Ausstellung «The Air is on Fire». Als erstes Museum in Deutschland stellte das Max Ernst Museum in Brühl 2009 seine bizarren Welten vor. «Meine Bilder sind organische, brutale Komödien», sagte Lynch damals. Das Museum empfahl den Besuch der Schau erst ab 18 Jahren, Kinder und Jugendliche sollten nur in Begleitung Erwachsener kommen.

Lynch, der mehrere Jahre mit Isabella Rossellini liiert war, hat aus drei geschiedenen Ehen drei Kinder. Tochter Jennifer Chambers Lynch trat mit der perversen Lovestory «Boxing Helena» (1994) und dem Psychopathen-Thriller «Unter Kontrolle» (2008), der von Lynch produziert wurde, bereits in Daddys Fußstapfen.

NAME

BERUF

ALTER

GEBURTSDATUM

GEBURTSORT

GEBURTSLAND

WOLL, Felicitas

deutsche Schauspielerin

31

20.01.1980

Homberg

Deutschland

BARLOW, Gary

britischer Popsänger

40

20.01.1971

Frodsham

Großbritannien

KÜRTHY, Ildikó von

deutsche Schriftstellerin und Journalistin

43

20.01.1968

Aachen

Deutschland

news.de/dpa

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