Luftverkehr EU reagiert auf Pannenserie bei Ryanair

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EU reagiert auf Pannenserie bei Ryanair Bild: dpa

Madrid - Die Pannenserie bei Ryanair ruft die Politik auf den Plan. Die EU-Kommission bekräftigte am Montag Pläne, die Mitgliedsländer per Gesetz zur gegenseitigen Information über Vorkommnisse im Luftverkehr zu verpflichten.

Bis Ende des Jahres solle der entsprechende Entwurf vorliegen, kündigte die Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Montag in Brüssel an. Derzeit gibt es für die EU-Staaten keine derartige Verpflichtung.

In Berlin kündigte derweil die Bundestagsfraktion der Grünen an, die Sicherheit bei Ryanair zum Thema der nächsten Sitzung Verkehrsausschusses machen zu wollen.

Am Sonntag war zum dritten Mal innerhalb von vier Tagen ein Ryanair-Flugzeug in Spanien außerplanmäßig gelandet. Die Maschine, die auf dem Weg vom französischen Flughafen Beauvais zum Airport Teneriffa Süd war, kam in Madrid zu Boden. Am Samstag hatte ein Ryanair-Flieger, der vom britischen Bristol zur katalanischen Stadt Reus gestartet war, wegen eines Motorschadens in Barcelona Stopp machen müssen.

Die Billigfluglinie will in den Vorfällen kein Warnsignal für die Sicherheit sehen. Es gebe «absolut keine Probleme», sagte ein Ryanair-Sprecher am Montag. Die ungeplanten Landungen seien vielmehr ein Zeichen, dass die Sicherheit oberste Priorität habe. Man biete täglich mehr als 1500 Flüge an, die Vorfälle seien nur «einzelne Schritte». Wegen der Pannenserie habe es keine Stornierungen gegeben, sagte der Sprecher. «Wir können weiter Rekordzahlen bei den Buchungen vermelden.»

Derweil forderte der Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, sich in Deutschland und auf EU-Ebene für eine Überprüfung der Sicherheitsvorschriften für Flugzeuge und für die Kontrolle ihrer Einhaltung einzusetzen. «Sollte sich erweisen, dass Ryanair oder andere Billigfluglinien auf Kosten der Sicherheit sparen, muss dies umgehend Konsequenzen haben», sagte Kühn.

Spaniens Verkehrsministerin Ana Pastor hatte bereits vergangene Woche mehr nationale Kompetenzen bei der Überwachung jener Fluggesellschaften gefordert, die in dem südeuropäischen Land eine starke Präsenz haben. «Es ist gut, dass es niedrige (Flug-)Preise gibt, aber es darf keine niedrige Sicherheit geben», betonte die Ministerin. Er sei zuversichtlich, dass «binnen wenigen Wochen» die EU-Richtlinien in Sachen Luftfahrtsicherheit geändert werden könnten, sagte der stellvertretende spanische Verkehrsminister Rafael Catalá am Montag der amtlichen Nachrichtenagentur EFE.

Am vergangenen Donnerstag musste eine Ryanair-Maschine aus Weeze am Niederrhein nach schweren Turbulenzen beim Landeanflug auf dem Flughafen Palma de Mallorca notlanden. Drei Menschen wurden leicht verletzt.

Die Maschine, die am Sonntag in Madrid gelandet war, hatte nach einer Inspektion ihren Flug fortgesetzt und war mit zwei Stunden Verspätung auf den Kanaren angekommen. Man habe einen «kleineren technischen Fehler» festgestellt, die Landung sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, hieß es in einer Ryanair-Stellungnahme am Montag. Die Airline entschuldigte sich bei den 159 Passagieren.

Ende Juli mussten drei Ryanair-Flugzeuge mit Ziel Madrid wegen eines Gewitters nach Valencia umgeleitet werden. Die Maschinen mussten dabei den Notruf Mayday ausgeben, da die Kerosinmenge ein Minimum erreicht hatte. Ryanair-Chef Michael O'Leary wies die Vorwürfe über Sicherheitsprobleme bei seiner Airline zurück und beschuldigte das spanische Verkehrsministerium, eine Hetzkampagne gegen Ryanair zu betreiben.

news.de/dpa

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