Wissenschaft Schlaganfall-Behandlung mit Spezialwagen klar schneller

Schlaganfall-Behandlung mit Spezialwagen klar schneller (Foto)
Schlaganfall-Behandlung mit Spezialwagen klar schneller Bild: dpa

Homburg - Werden Patienten bei Schlaganfall-Verdacht in einem spezialisierten Rettungswagen versorgt, kann die Zeit zwischen Notruf, Diagnose und Therapiebeginn drastisch verkürzt werden.

Im Vergleich zur üblichen Behandlung in der Klinik halbiere sich diese Spanne - von durchschnittlich 76 auf 35 Minuten, wie eine Studie des Neurologen Prof. Klaus Fassbender an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg ergab. Die Ergebnisse werden in der Fachzeitschrift «The Lancet Neurology» veröffentlicht.

Die Heilungschancen nach einem Schlaganfall sind bei raschen Therapiebeginn um ein Vielfaches höher. In den Spezialrettungswagen - sogenannten «Mobile Stroke Units» - gibt es unter anderem einen Computertomographen und Laborgeräte speziell für die Schlaganfalldiagnose. Nach den Worten von Fassbender bringt ein solcher Wagen «das Hospital zum Patienten».

Deutlich weniger als die Hälfte der Betroffenen käme rechtzeitig in die Klinik, um eine spezielle Behandlung gegen akuten Schlaganfall einleiten zu können, erklärte der Neurologe. Diese sogenannte Thrombolyse zur Auflösung von Blutgerinnseln sei nur bis rund viereinhalb Stunden nach den ersten Symptomen möglich - und erst nach einer Computertomographie des Gehirns, um eine Hirnblutung ausschließen zu können. In einem solchen Fall würde die Thrombolyse die Krankheit verschlimmern.

Experten geben jedoch auch zu Bedenken, dass die Effektivität einer «Mobile Stroke Unit» davon abhängt, ob ein Patient in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Bei der Studie sei der Spezial-Rettungswagen nach einem Notruf nur rund vier Minuten später beim Patienten gewesen als eine Standard-Ambulanz, das nächste Krankenhaus lag durchschnittlich nur sieben Kilometer entfernt. In ländlichen Regionen könnte daher die übliche Klinikbehandlung von Vorteil sein - etwa dann, wenn die «Mobile Stroke Unit» deutlich später beim Notfall ist als ein normaler Rettungswagen, erklärte Prof. Alastair Buchan von der Oxford University in Großbritannien.

Zusammenfassung der Studie, freigeschaltet nach Ablauf der Sperrfrist

news.de/dpa

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