Tiere Tierpatenschaften - Hilfe für Vierbeiner in Not

Berlin/Bonn - Jahr für Jahr landen zahlreiche Tiere in Tierheimen. Deren finanzielle Mittel sind jedoch begrenzt. Spenden oder aktive Mithilfe sind willkommen.

Tierpatenschaften - Hilfe für Vierbeiner in Not (Foto)
Tierpatenschaften - Hilfe für Vierbeiner in Not Bild: dpa

Eine andere Möglichkeit, wie Tierfreunde helfen können, sind Tierpatenschaften.

Die Deutschen sind gemeinhin als tierlieb bekannt. Trotzdem landen täglich ausgesetzte Katzen, Hunde und Nager in den Tierheimen. Weil die finanziellen Mittel der Tierasyle auf Zeit begrenzt sind, freuen sich die Mitarbeiter über jede noch so kleine Spende. Wer eine Patenschaft übernimmt, kann sich sogar ein Tier aussuchen, dem er gezielt helfen möchte.

Das Tierheim in Berlin ist das größte seiner Art in Deutschland. Derzeit werden dort rund 12 000 Tiere betreut, sagt Beate Kaminski vom Tierschutzverein für Berlin und Umgebung, der die Einrichtung betreibt. «Wir finanzieren uns ausschließlich aus Spenden und Mitgliederbeiträgen», so Kaminski. Ziel der Mitarbeiter sei es, jedes Tier so schnell wie möglich in ein gutes neues Zuhause zu vermitteln. Leider brauche es dazu bei einigen Tieren viel Geduld und Zeit, weil sie schon älter und krank sind oder ganz besonders erfahrene Besitzer brauchen.

«Für diese Notfälle suchen wir dringend Menschen, die diese Tiere mit einer Patenschaft in dieser Phase unterstützen. Damit helfen sie uns, die Tiere optimal zu pflegen und zu versorgen.» Möglich sei aber auch eine Versorgungspatenschaft für eine Tiergruppe - seien es Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel, Nutztiere oder Exoten, erläutert Kaminski.

Interessenten können sich einen Patenschaftsvertrag im Internet herunterladen oder direkt beim Tierheim anfragen. «Die Patenschaft für eine Katze kostet monatlich etwa 30 Euro», sagt Kaminski. Für einen Hund müssten mindestens 50 Euro eingeplant werden, für Kleintiere etwa 20 Euro. Die Versorgungspatenschaft für eine Tierart kostet ab 10 Euro monatlich.

Im Leipziger Zoo haben zurzeit rund 1100 Tiere einen Paten, sagt Sigfried Strauche vom Freundes- und Förderkreis des Zoologischen Gartens Leipzig. «Die meisten Paten haben unsere Erdmännchen - 150 insgesamt. Mit 60 Paten liegen die Graumulle auf Platz zwei, dicht gefolgt von Lisztäffchen und Pinguinen», sagt Strauche. Eine Patenschaft laufe beim Leipziger Zoo immer ein Jahr und koste bei Erdmännchen beispielsweise 150 Euro.

«Natürlich kann eine Patenschaft verlängert werden, was in den meisten Fällen auch passiert», so Strauche. Praktische Hilfe, wie die Unterstützung der Tierpfleger in den einzelnen Anlagen, sei aus Gründen des Artenschutzes allerdings nicht möglich. Als Dank für ihr Engagement werden die Tierpaten vom Leipziger Zoo einmal im Jahr zu einem sogenannten Patentag eingeladen. «Durch leitende Mitarbeiter und Tierpfleger sowie Zoolotsen werden die Paten zu 'ihrem' Tier begleitet und können sich bei dieser Gelegenheit einen persönlichen Eindruck darüber verschaffen, wie es ihm geht», sagt Strauche.

Bei den Patentieren, zu denen auch Bären, Pferde und Papageien gehören, handelt es sich immer um Tierschutzfälle, sagt Marion Dudla vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. «Viele dieser Tiere haben in ihrem Leben schon viel Schlimmes durchgemacht», erzählt sie. Das Geld der Paten werde eingesetzt, um ihnen ein Zuhause zu geben, in dem sie ihr Leben sicher, artgerecht und liebevoll umsorgt verbringen können.

Auf Registriernummer achten

Gerade im Tierschutzbereich gebe es viele sogenannte Organisationen, die in Wirklichkeit aber von Privatpersonen betrieben würden, sagt Karin Burger von charitywatch.de. In diesen Fällen komme das Geld eher selten den Tieren zu Gute, glaubt sie. Ihr Tipp: Immer ins Impressum schauen. «Seriöse Vereine geben an dieser Stelle ihre Registriernummer beim zuständigen Vereinsregister an», so Burger. Vorsicht sei auch bei sogenannten Tierschützern geboten, die mit großen Mengen «geretteter Tiere» werben. Betreuung und Vermittlung sei ein aufwändiges Geschäft.

news.de/dpa

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