Tiere Robust und ohne Chemie: Gutes Hundespielzeug finden

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Robust und ohne Chemie: Gutes Hundespielzeug finden Bild: dpa

Dortmund - Bei Hundespielzeug gibt es eine große Auswahl: Bälle, Stöckchen oder quietschende Gummitiere. Doch einige Gegenstände können das Tier verletzen.

Als Faustregel gilt: Spielzeug, das für Kinder empfohlen wird, eignet sich auch für den Vierbeiner.

Ob Ball, Frisbee oder Quietschtierchen - um ihren Hund zu beschäftigen, versorgen die meisten Besitzer ihre Vierbeiner mit Spielzeugen. Allerdings sollte es nicht nur auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt sein. Man sollte auch darauf achten, dass es nicht gesundheitsschädlich ist und keine Verletzungsgefahr für den Hund darstellt. Schließlich kann das Kauen auf einem kleinen Gummiball ein Hundeleben kosten.

Der Spieltrieb bleibe Hunden lebenslang erhalten, erklärt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen aus Dortmund. «Spielen ist ein völlig normales Verhalten und gehört bei einer bedarfsgerechten Haltung auf jeden Fall dazu.» Spiele und Spielzeuge sollten individuell auf die Größe und Bedürfnisse des Vierbeiners abgestimmt werden - je nachdem, ob er beispielsweise gerne apportiert, Fährten sucht oder mit Intelligenzspielen herausgefordert wird.

Für Apportierspiele sind Tennisbälle sehr beliebt. «Dafür sind sie allerdings nicht gemacht», sagt Kopernik. «Abgesehen davon, dass sie den Zähnen schaden können, sind sie in der Regel auch behandelt und nicht lebensmittelecht.» Statt der Tennisbälle sollten dem Hund daher besser Stoffbälle zum Spielen gegeben werden - oder für unterwegs Stoffleinensäcke, Dummies oder Frisbees.

«Frisbeescheiben sollten aber nicht zu hart sein, weil sich der Hund daran verletzten kann», fügt Kopernik hinzu. «Daher sollte besser auf speziell für den Hundesport hergestellte Scheiben zurückgegriffen werden.» Darüber hinaus sind auch Spielzeuge, die quietschen, recht beliebt. «Bei denen sollte man immer schauen, wo das Quietschteil angebracht ist», sagt Kopernik. «Wenn es der Hund schnell herausoperieren kann, wenn er darauf herum kaut, ist es nicht geeignet.»

Da Hunde alles ins Maul nehmen, sollten die Spielzeuge frei von schädlichen Chemikalien sein. «In Spielzeugen aus Plastik sollten beispielsweise keine Weichmacher sein», sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands aus Wiesbaden. «Wenn sie zerkaut werden, können Teile davon im Magen-Darmtrakt landen, dort hart werden und zu Verletzungen führen.» Allerdings gälten seit Juli in Deutschland strengere Bestimmungen für die Herstellung von Tierspielzeug. «Über Einzelheiten der Inhaltsstoffe können sich Tierhalter beim Hersteller erkundigen.»

Unbedenklich für Vierbeiner seien Spielzeuge aus natürlichen Materialien. «Vorsichtig sollte man bei Spielzeug mit aufgesteckten Augen sein», fügt Holthenrich hinzu. «Wenn sie mit Nadeln befestigt sind, könnte sich der Hund daran verletzen.»

Gummibälle können ebenfalls gefährlich werden. «Wenn die Hunde auf einem Gummiball herumkauen, kann es passieren, dass der Ball verschluckt wird, im Hals stecken bleibt und so die Atemwege verschließt», sagt Ulrike Falbesaner, Fachtierärztin für Verhaltenskunde aus dem bayerischen Maisach. «Dann muss schnell gehandelt werden, weil der Hund ersticken kann.» Daher sollten Bälle oder andere runde Spielzeuge so groß sein, dass sie nicht verschluckt werden können.

Dasselbe gilt für Steine, die der Hund beim Gassigehen zum Spielen aufstöbert. «Die können aber nicht nur verschluckt werden, sondern machen auch die Zähne kaputt, wenn der Hund darauf kaut», erklärt die Veterinärin. «Sollten Steine verschluckt werden, kann es zudem zu einem Darmverschluss kommen.» In diesem Fall müssten die Steine sogar herausoperiert werden.

Ein Klassiker für Apportierspiele beim Gassigehen ist das Stöckchen. «Wenn mit einem Stöckchen gespielt wird, sollte darauf geachtet werden, dass der Hund den Stock quer im Maul hat», sagt Falbesaner. Trägt er ihn längs im Maul, sollte er auf jeden Fall sofort herausgenommen werden. «Denn wenn der Vierbeiner darauf fällt, kann es passieren, dass der Stock in den Hals gerammt wird und dann Splitter zurückbleiben, die wiederum zu Entzündungen führen können.»

Laut Holthenrich ist der Spielwert für die Bewertung des Spielzeuges wichtig: «Spielzeug kann nicht nur die Interaktion mit dem Menschen unterstützen», sagt der ZZF-Präsident. «Spielen fördert auch die Entwicklung, die Instinkte, die Ausdauer und die Gesundheit der Tiere.»

Kinder als Auswahlkriterium

Für Hunde sollten keine Spielzeuge verwendet werden, die zerbrechen und zersplittern können. «Im Grunde genommen ist es diesbezüglich vergleichbar mit der Spielzeugauswahl für ein Kind», sagt Udo Kopernik, Sprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen. «Was für Kinder empfohlen wird, eignet sich auch für Hunde.»

news.de/dpa

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