Tiere Ratten wollen beschäftigt werden

Bonn (dpa/tmn) - Ratten haben einen miserablen Ruf. Als Wildtier sind sie bis heute ein Überträger von Krankheiten. Als Haustier jedoch sind die Nager harmlos und zutraulich. Dafür muss sich der Besitzer allerdings auch anstrengen - denn Ratten sind anspruchsvoll.

Ratten wollen beschäftigt werden (Foto)
Ratten wollen beschäftigt werden Bild: dpa

Bonn (dpa/tmn) - Ratten haben einen miserablen Ruf. Als Wildtier sind sie bis heute ein Überträger von Krankheiten. Als Haustier jedoch sind die Nager harmlos und zutraulich. Dafür muss sich der Besitzer allerdings auch anstrengen - denn Ratten sind anspruchsvoll.

Im Mittelalter übertrug sie die Pest. Heute ist die Ratte zum Haustier geworden. Und sie ist in dieser Rolle weit fideler als etwa ein Hamster oder Kaninchen. Putzige Nager zum Anschauen sind Farbratten - so heißen die Zuchtverwandten der Wanderratte - also nicht. Sie brauchen Auslauf, suchen anspruchsvolles Terrain und wollen sich ihr Futter erstöbern. Dafür werden sie echte Freunde.

«Ratten können ganz zahm werden und krabbeln dann zum Beispiel auch auf der Schulter herum», sagt Henriette Mackensen vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Vor allem, wenn Eltern ein Tier suchen, zu dem ihr Kind eine echte Beziehung aufbauen kann, sei eine Farbratte geeignet. Aber am besten nicht nur eine - denn Ratten sind Rudeltiere: «Es sollten mindestens zwei gehalten werden. Besser sind drei bis sechs Tiere.»

Der Käfig der Tiere sollte mindestens 100 mal 60 Zentimeter groß und mehr als 90 Zentimeter hoch sein, rät Klaus Kutschmann vom Kleintierausschuss der Bundestierärztekammer in Berlin. Das Material muss dem Nagebedürfnis der Ratte widerstehen. Auch Kletter- und Versteckmöglichkeiten gehörten in den Käfig.

Die Ratten einfach hinter Gitter zu stecken, reicht nicht: «Die Tiere wollen beschäftigt werden», erklärt Mackensen. Sie brauchen Auslauf im Zimmer, und der Streifzug sollte nicht zu eintönig sein. Besser ist ein echter Abenteuerspielplatz: «Zum Beispiel bepflanzte Blumenkübel mit Katzengras, Kisten mit Papierschnipseln und Schachteln mit Tannenzapfen. Das Futter versteckt der Besitzer am besten immer an unterschiedlichen Orten.» Und im Auslaufterrain liegen besser keine Stromkabel - sie könnten das Letzte sein, was die Ratte annagt.

Die Haltung der Nager ist zeitintensiv. Ihr Urin rieche sehr streng, deshalb sollte der Käfig wenigstens zweimal die Woche gereinigt werden, empfiehlt Mackensen. Nur einmal am Tag Futter in den Käfig zu legen, geht ebenfalls nicht: «In der Regel fressen Ratten zwölfmal am Tag, und davon neunmal in der Nacht. Der Halter legt also am besten mehrmals am Tag nach.»

Wenn möglich, sollten Ratten bei einem privaten Züchter gekauft werden, empfiehlt Tina Hölscher vom Verein «aktion tier - menschen für tiere» in Berlin. «Hobbyzüchter kümmern sich mit Liebe und Inbrunst um die Tiere», erklärt die Tierärztin. Sie seien nach dem Kauf die besten Ansprechpartner, wenn etwas mit dem Tier nicht stimmt. Der Weg kann alternativ auch ins Tierheim oder die Zoohandlung führen, sagt Mackensen.

Als Zuchttiere sind Ratten nicht unhygienischer als Hamster oder Meerschweinchen. Anfällig sind die Tiere höchstens für Atemwegserkrankungen und Tumore, sagt Mackensen. «Aber das ist nur schade für die Tiere selbst.» Ratten werden zwei bis drei Jahre alt.

Notfallvermittlung von Ratten

Kämpfe ums Revier

Ratten denken territorial: Revierkämpfe sind an der Tagesordnung. Wer sich Ratten anschaffen will, sollte nach Wurfgeschwistern fragen, rät Henriette Mackensen vom Tierschutzbund. Am besten seien gemischte Geschlechter - mit kastrierten Männchen. «Sonst kann es heftige Kämpfe geben.» Ein junges Tier zu mehreren älteren Exemplaren zu stecken, sei ebenfalls nicht ratsam.

news.de/dpa

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