Atom Radioaktivität am Meeresboden vor Fukushima erhöht

Die Radioaktivität im Meeresgrund vor dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins liegt 100- bis 1000-fach höher als im Normalfall. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf den Fukushima-Betreiber Tepco (Tokyo Electric Power Co.).

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Radioaktivität am Meeresboden vor Fukushima erhöht Bild: dpa

Tokio (dpa) - Die Radioaktivität im Meeresgrund vor dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins liegt 100- bis 1000-fach höher als im Normalfall. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf den Fukushima-Betreiber Tepco (Tokyo Electric Power Co.).

Das Unternehmen hatte demnach Proben aus einer Tiefe von 20 bis 30 Metern untersucht, die am Freitag genommen wurden. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März waren große Mengen radioaktiv belasteten Wassers aus dem am Ufer des Pazifik gelegenen Kraftwerk ins Meer gelaufen. Im Wasser wurde daraufhin eine stark erhöhte Radioaktivität gemessen.

Nach Problemen mit Brennstäben im Atomkraftwerk Tsuruga Zwei an der Westküste Japans wird der Betreiber Japan Atomic Power Co. (Japco) den Meiler herunterfahren. «Es gibt keine Auswirkungen auf die Umwelt», versicherte ein Mitarbeiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA dem Sender MBS News in Osaka. Jeder der insgesamt 193 Brennstäbe soll auf Löcher und andere kleine Schäden untersucht und wenn nötig ausgetauscht werden. Das AKW liegt außerhalb der Erdbeben-Katastrophenzone.

Am Montag hatte ein Anstieg radioaktiver Substanzen im Kühlwasser des Reaktors Hinweise auf leicht defekte Brennelemente gegeben. Nach Einschätzung der deutschen Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln wäre dies aber kein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Ähnliches trage sich auch in anderen Reaktoren weltweit zu.

Unterdessen hat sich NISA-Chef Nobuaki Terasaka für die Reaktorkatastrophe von Fukushima entschuldigt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. «Als die Person, die die Sicherheit der Atomkraftwerke regelt, entschuldige ich mich», sagte Terasaka dem Gouverneur der vom Unglück schwer getroffenen Präfektur Fukushima, Yuhei Sato.

Fast zwei Monate nach Erdbeben, Tsunami und dem Reaktorstörfall leben rund 130 000 Menschen weiter in Notunterkünften. «Es gibt wenig Anzeichen für eine Verbesserung», berichtete die Zeitung «The Kahoku Shimpo» aus der schwer getroffenen Präfektur Miyagi. Die Lebensumstände seien vielfach «abgrundtief schlecht».

Die Menschen lebten in Schulen oder Gemeindezentren, ohne Privatsphäre. Nach Regierungsangaben müssen 72 000 Häuser gebaut werden, um die Menschen unterzubringen. Wer in ein neues Heim umziehen wolle, soll dies bis Mitte August auch tun können, hatte Japans Ministerpräsident Naoto Kan zuvor zugesichert.

Derweil verlangen mehrere Anteilseigner der fünf japanischen Stromkonzerne von den Unternehmen, ihre Atomkraftwerke zu schließen, berichtete der staatliche Sender NHK. Welche Anteile die Kritiker am jeweiligen Unternehmen halten, teilte NHK aber nicht mit. Unter anderem reichten 400 Aktionäre des Unternehmens Tokyo Electric Power Co (Tepco) - Betreiber des havarierten Kernkraftwerks Fukushima Eins - entsprechende Dokumente ein. Aus Sicht der Kritiker ist das Risiko atomarer Unfälle zu groß. Es wird erwartet, dass sich die Hauptversammlungen der Konzerne mit dem Thema befassen.

Im schwer beschädigten Gebäude von Reaktor 1 des Kraftwerks Fukushima Eins arbeiten Helfer weiter daran, bis Donnerstag mehrere Filter zu installieren, die radioaktive Partikel aus der Luft entfernen sollen. Erst dann kann mit den Arbeiten zum dauerhaften Kühlen des Reaktors begonnen werden.

Von der nächsten Woche an sollen ehemalige Bewohner der Sperrzone die Möglichkeit zu Kurzbesuchen in ihren Häusern bekommen. Mehrere Behördenvertreter aus den betroffenen Orten bereiteten sich am Dienstag in Übungen darauf vor, die Menschen zu begleiten, meldete Kyodo.

news.de/dpa

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