Tiere Bellen soll Gepardin heißblütig machen

In Sachen Männer ist Geparden-Dame Xenia wählerisch. Schon drei potenzielle Partner hat die Raubkatze mit dem goldgelben Fell und den schwarzen Punkten abblitzen lassen. Alle Rendezvous in ihrer alten Heimat, einem Zoo in Dänemark, scheiterten.

Bellen soll Gepardin heißblütig machen (Foto)
Bellen soll Gepardin heißblütig machen Bild: dpa

Münster (dpa) - In Sachen Männer ist Geparden-Dame Xenia wählerisch. Schon drei potenzielle Partner hat die Raubkatze mit dem goldgelben Fell und den schwarzen Punkten abblitzen lassen. Alle Rendezvous in ihrer alten Heimat, einem Zoo in Dänemark, scheiterten.

Im Frühling soll es nun endlich mit dem Nachwuchs klappen. Deswegen ist die fünfjährige Xenia vor einem halben Jahr in den Allwetterzoo Münster umgezogen. Über ein Zuchtprogramm europäischer Zoos fand sie hier im großen Luxusgehege mit beheizten Fußböden eine neue Heimat.

«Wenn einem Geparden-Weibchen der Mann nicht gefällt, lässt es sich nicht decken», erklärt Zoo-Sprecherin Ilona Zühlke. Aber der Münsteraner Tierpark sei dafür bekannt, dass die Gepardenzucht gut funktioniere. Kein Wunder: «Die 7500 Quadratmeter große Anlage bietet den Tieren besonderen Komfort. Dort gibt es sogar Fußbodenheizungen», berichtet Kurator Dirk Wewers. Außerdem hat jeder der Einzelgänger sein eigenes Revier in einem abgetrennten Bereich.

Neben der stolzen Xenia wohnt Kater Jabari aus Salzburg. Aber ob er der Richtige für die anspruchsvolle Gepardin ist? Vor ein paar Wochen zog der Zweijährige über das Erhaltungszuchtprogramm ins Münsterland. In nächster Zeit wird er öfter über Nacht das Gehege mit Xenia tauschen.

So beginnt der Annäherungsprozess. Dadurch, dass die anmutige Katze das Männchen in seinem Revier riecht, wird sie heiß und uriniert in sein Gehege. «Wenn die Katze kurz vor dem Eisprung steht, werden dabei bestimmte Hormone produziert», erklärt der 38-jährige Wewers. Nimmt Jabari diesen Hormongeruch im Urin der Katze am Morgen wahr, fängt er an zu bellen wie ein Hund. Dann kann Xenia gedeckt werden - vorausgesetzt sie lässt es diesmal zu.

Wenn alles klappt, erblicken in drei Monaten kleine Geparden im Zoo das Licht. Aber die Jungen können nicht ihr ganzes Leben in Münster verbringen. Der Zoo nimmt nämlich nicht nur Tiere auf, sondern gibt auch welche ab. «Einige werden irgendwann aus der Gruppe gedrängt», erklärt Wewers. Außerdem müsse bei manchen Tierarten vermieden werden, dass der Vater die Tochter decke. Solcherlei Inzest könnte Erbkrankheiten zur Folge haben.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge muss Raubtierpfleger Alexander Dietrich die Kleinen dann abgeben. «Aber wir sind ja nicht die Einzigen, die die Tiere ordentlich halten», erklärt er. Ein gutes neues Zuhause ist mit dem europäischen Zuchtprogramm und einer Datenbank der Zoos schnell gefunden. Ein Tiergarten muss das nicht immer sein - zumindest bei manchen Tierarten. So sollen die Nachzuchten der Gänsegeier beispielsweise in Ungarn ausgewildert werden. «Für einen Zoologen ist das das Größte, das passieren kann», erzählt Wewers.

news.de/dpa

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