Hersteller Toyota ruft erneut weltweit Fahrzeuge zurück

Die Pannenserie bei Toyota setzt sich auch 2011 fort. Nun ruft der japanische Autobauer weltweit 1,7 Millionen Fahrzeuge zurück. Nach Fußmatten, Gaspedalen und Bremsen macht die Benzinleitung Probleme. Auch deutsche Wagen sind betroffen.

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Toyota ruft erneut weltweit Fahrzeuge zurück Bild: dpa

Köln/Tokio (dpa) - Die Pannenserie bei Toyota setzt sich auch 2011 fort. Nun ruft der japanische Autobauer weltweit 1,7 Millionen Fahrzeuge zurück. Nach Fußmatten, Gaspedalen und Bremsen macht die Benzinleitung Probleme. Auch deutsche Wagen sind betroffen.

Erneuter Massenrückruf bei Toyota: Der größte Autokonzern der Welt ruft rund 1,7 Millionen Wagen in die Werkstätten zurück. Grund seien Probleme an der Kraftstoffleitung, teilte Toyota am Mittwoch (26. Januar) mit. Diese könne undicht werden und so zu Benzingeruch im Auto führen. Der weitaus größte Teil entfällt auf Japan, wo rund 1,3 Millionen Autos betroffen sind. In Deutschland gehe es um rund 24 000 Fahrzeuge, hieß es bei Toyota in Köln. Dabei handele es sich um bestimmte Modelle des Toyota Avensis sowie Wagen der Nobeltochter Lexus.

Die Fahrzeughalter werden nach Angaben von Toyota Deutschland nun zeitnah schriftlich informiert und gebeten, eine Werkstatt aufzusuchen. Dort würden die fraglichen Teile überprüft und ersetzt. Kosten entstehen den Kunden dabei nicht. Betroffen seien in Europa ausschließlich Avensis-Modelle mit 2,0- und 2,4-Liter Benzindirekteinspritzer, die zwischen Juli 2000 und September 2008 produziert wurden. Davon gebe es europaweit etwa 135 000 Fahrzeuge. Durch den variierenden Chloranteil im Kraftstoff könnten ein Dichtring am Rückschlagventil der Kraftstoff-Hochdruckpumpe sowie die Benzinleitung spröde werden. Weltweit hätten bislang 117 Kunden Benzingeruch beanstandet. In Europa sei bisher kein Fall bekanntgeworden, sagte ein Sprecher in Köln.

Beim Lexus geht es um Modelle des Typs IS 250, die im Zeitraum von August 2007 bis Februar 2009 gebaut wurden. Hier soll der Drucksensor an der Kraftstoffleitung überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. Europaweit seien etwa 10 000 solcher Fahrzeuge zugelassen, in Deutschland sind es rund 660.

Ähnliche Rückrufe hatten Toyota durch das gesamte vergangene Jahr begleitet. Zunächst wurden weltweit mehr als acht Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten zurückbeordert. Später folgten rund eine halbe Million Hybridautos, bei denen das elektronische Bremssystem falsch programmiert war. Im Oktober mussten die Besitzer von 1,5 Millionen Wagen der Marken Toyota und Lexus wegen Problemen am Brems- und Kraftstoffsystem eine Werkstatt aufsuchen. Dem Image des Konzerns hatten die Rückrufe enormen Schaden zugefügt.

«Toyota-Kunden erwarten zu Recht eine gleichbleibend hohe Qualität», heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. «Sollte es einmal Zweifel an der Funktion der Produkte geben, steht Toyota auch dann zu seiner Verantwortung und ruft konsequent alle infrage kommenden Fahrzeuge in die Werkstätten.»

Keine Brandgefahr bei betroffenen Autos

Durch Material- und Montagefehler kann bei den Mittelklassewagen Toyota Avensis und Lexus IS 250 Benzin austreten. Eine Feuergefahr bestehe bei beiden Modellen aber nicht, erklärten Sprecher der Unternehmen. Der Kraftstoff könne nicht mit heißen Motorteilen in Berührung kommen und sich daran entzünden. Schlimmstenfalls würde es im Wagen nach Sprit riechen, hieß es.

Tritt tatsächlich Sprit aus, steigt den Fahrzeuginsassen ein unangenehmer Benzingeruch in die Nase. «Dann empfiehlt es sich anzuhalten und im Motorraum nachzusehen, ob dort größere Mengen auslaufen», rät Thomas Caasmann von der Sachverständigenorganisation GTÜ. Ist das der Fall, lässt man das Auto besser stehen. Bei kleinen Undichtigkeiten sollte umgehend eine Werkstatt angesteuert werden.

Caasmann empfiehlt, den Wagen auf dem Weg dorthin gut zu lüften. Denn in höheren Dosen könnten Benzindämpfe zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen. Ein eingeschaltetes Gebläse und möglichst weit geöffnete Fenster bieten den besten Schutz davor. Äußerst unwahrscheinlich sei, dass sich bei kleinen Lecks am Kraftstoffsystem ein zündfähiges Benzin-Luft-Gemisch in der Fahrerkabine bildet: «Da passiert nichts - selbst wenn sich jemand eine Zigarette anzündet», sagte Caasmann.

news.de/dpa

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