Wetter Winter fordert Opfer - viele Unfälle

Trotz der neuen Winterreifenpflicht hat es auf glatten Straßen am Wochenende wieder hundertfach gekracht. Allein in Nordrhein-Westfalen passierten bis Sonntagmittag fast 500 Unfälle. Dutzende Menschen wurden dort verletzt, eine Frau getötet. Die Schäden liegen bei 1,5 Millionen Euro.

Winter fordert Opfer - viele Unfälle (Foto)
Winter fordert Opfer - viele Unfälle Bild: dpa

Berlin (dpa) - Trotz der neuen Winterreifenpflicht hat es auf glatten Straßen am Wochenende wieder hundertfach gekracht. Allein in Nordrhein-Westfalen passierten bis Sonntagmittag fast 500 Unfälle. Dutzende Menschen wurden dort verletzt, eine Frau getötet. Die Schäden liegen bei 1,5 Millionen Euro.

Im Harz und andernorts in Niedersachsen wurden Straßen gesperrt, die der Schneesturm zugeweht hatte. Der strenge Winter fordert in Polen immer mehr Todesopfer. Bei Temperaturen bis minus 22 Grad erfroren in der Nacht zum Sonntag fünf weitere Menschen. Seit dem Beginn der kalten Jahreszeit im November zählte die Polizei dort schon 51 Kältetote.

In Brandenburg stürzte eine Fallschirmspringerin zu Boden und verletzte sich schwer. Die 51-Jährige habe wegen der geschlossenen Schneedecke wohl die Höhe falsch eingeschätzt und die Landung zu spät eingeleitet, erklärte die Polizei nach dem Unfall vom Samstag.

In Bulgarien überflutete heftiger Regen viele Straßen, darunter die wichtige Nord-Süd-Autobahn nach Griechenland. In drei Gemeinden im Westen wurde der Notstand ausgerufen. Auch ein neuer Teil der Ringautobahn um die Hauptstadt Sofia stand komplett unter Wasser.

In vielen Teilen Deutschlands kamen Autofahrer von glatten Straßen ab. In Sachsen erwischte es laut Polizei sogar einen Mann vom Winterdienst. Auf dem Weg zu einem Einsatz verlor der 31-Jährige in einer Kurve die Kontrolle über sein Räumfahrzeug, prallte damit gegen einen Baum und landete schließlich in einem Bach.

Die Deutsche Bahn bekam zwar die gröbsten Probleme im Fernverkehr in den Griff. In Thüringen war die ICE-Strecke zwischen Berlin und München am Sonntag - zunächst eingleisig - wieder befahrbar. Aber die Berliner S-Bahn strich ihr Angebot massiv zusammen. Züge der Bahn- Tochter fielen aus, Türen froren zu und Weichen ein.

Der Brocken - mit 1141 Metern der höchste Berg in Norddeutschland - wurde am zweiten Advent für Besucher gesperrt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte dort vor Orkanböen, starkem Schneefall und Schneeverwehungen. Der Sturm peitschte mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde über den Gipfel.

Der Deutsche Wetterdienst warnte auch vor Unwettern in anderen Regionen. Die Temperaturen sollten steigen, im Süden Baden- Württembergs werde es stark regnen: «Die Höchsttemperaturen liegen in den kommenden Tagen etwa zehn Grad höher als noch Mitte der letzten Woche», sagte der DWD-Meteorologe Martin Jonas am Sonntag.

Im Schwarzwald erwarten die Meteorologen bis zum Dienstag zwischen 60 und 100 Liter Niederschläge pro Quadratmeter und Hochwasser in Flüssen und Bächen. Am Wochenende hatten sich viele Menschen in Deutschland noch mit Ski und Schlitten am Schnee erfreut.

Andere hatten weniger Spaß. In Mecklenburg versuchte ein 66- Jähriger, sein Auto mit einem 2000 Watt starken Heizlüfter aufzutauen: Das Gerät setzte den Wagen und den Carport in Brand. Und in Söllnitz wollte ein Thüringer mit einer Heißluftpistole eine eingefrorene Wasserleitung auftauen, wobei das komplette Dachgeschoss seines Hauses in Flammen aufging.

Deutscher Wetterdienst

news.de/dpa

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