Von news.de Redakteur Jan Ludwig - 22.09.2019, 15.53 Uhr

Letzte Folge "ZDF-Fernsehgarten" 2019: O'zapft is! - Oktoberfest-Folge

Das war Sie: die letzte Folge "ZDF-Fernsehgarten" für dieses Jahr. Mit einer Folge speziell zum Oktoberfest gabt Andrea Kiewel noch einmal alles, um die Gaste und Fans der Sendung zu unterhalten. Dabei ging natürlich nicht alles glatt. Welche Fehler und Fehltritte es gab, erfahren Sie hier.

Andrea Kiewel hat die letzte Folge ZDF-Fernsehgarten moderiert. Die Kritiken gehen auseinander. Bild: ZDF/Marcus Höhn

Mit der Frage "Wer von euch ist ein "berüchtigter Fernsehgarten-Nörgler"?" begann bereits eine Stunde vor Show-Beginn die Twitter-Gemeinde damit, sich warm zu machen. Die trockene Antwort darauf, kam schnell. "Ich bin nur manchmal Derjeniche, aber heute ganz bestimmt.", gibt ein anderer User zum Besten.

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Merkwürdige Details von Anfang an im ZDF-Fernsehgarten

Auch in der letzten Sendung kommt der Fernsehgarten nicht um einige peinliche und fragwürdige Momente herum. So begann schon das erste Event nicht ganz so familienfreundlich, wie es sich einige Zuschauer wohl vorgestellt hatten. Antonia aus Tirol sollte auf traditionelle Weise das erste Bierfass auf dem Lerchenberg.

Zwar konnte Antonia die Aufgabe schnell meistern, doch dann wurden die Gespräche schnell von "feuchten Löchern" und ähnlichen unpassenden Mehrdeutigkeiten bestimmt. Doch das war nur der Anfang einer Sendung, in der es viele peinliche Einlagen und Gründe zur Fremdscham gab. So waren gleich drei Auftritte von Hansi Hinterseer im Programm - natürlich Voll-Playback.

Das Billig-Dirndl der Andrea Kiewel

Einer der ersten Kritikpunke, die das Internet und besonders die Nutzer auf Twitter fanden, war die Kleidung von Kiwi. In einer Sendung, die sich dem Oktoberfest und der bayrischen Lebensweise verschrieben hat, erwarten die Zuschauer wohl ein echtes Dirndl oder wenigstens einen Ernst gemeint aussehenden Versuch.

Kiwi trug jedoch anscheinend ein schlichtes Kleid und eine Schürze. Das Outfit erinnerte eher an eine Frau in der traditionellen Tracht Norddeutschlands. Mit einem Dirndl oder einer anderen Tracht, wie man sie im Alpenraum kennt, hat das Kleid von Kiwi kaum etwas zu tun.

O'zapft is! - Einstieg mit Anstich

Als erstes bekam Antonia aus Tirol die Aufgabe, fachgerecht ein Fass Bier anzustechen. Nach kurzem Zögern und Bangen schaffte sie es aber, mit zweimal zwei kräftigen Schlägen den Zapfhahn in das Fass zu schlagen, ohne das dabei eine nennenswerte Menge Bier verschüttet wurde.

Aber auch ihr Outfit war dem, was viele bei einer familienfreundlichen und traditionsnahen Veranstaltung erwarten, nicht angemessen.

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Genauso der Auftritt von Tekin Dogan, der in einer Minute 40 Bierflaschen am Flaschenhals durch ein Brett schlug. Imposant aber nicht sehr bayrisch. Auch über das verwendete Holz gab es keine Aussage, was es unmöglich macht zu entscheidend, ob es beeindruckend oder einfach war.

Peinliche Spiele begleiten die musikalischen Gäste

Wie in einer freien Interpretation von "Wetten dass....?" spielten die Gäste in zwei Teams gegeneinander verschiedene Spiele. Da jedoch niemand etwas gewinnen konnte und auch kein tieferer Sinn wie eine Spendenaktion hinter der Einlage stand, erzeugten die Spiele bei den sechs Teilnehmern in erster Linie Erheiterung und nicht etwa den Wettkampfgeist.

Zuerst Wurde mit einer überdimensionierten Zwille auf Dosen geschossen. Leichte Bälle wurden etwa 6 Meter weit auf eine Pyramide Dosen geschossen. Nach den ersten vier Versuchen hatte noch keines der Teams auch nur eine Dose abgeräumt, bis Melissa Naschenweng einen Treffer landet und das Spiel für ihr Team entscheidet.

Weiter ging es mit Fass-Anbohren. Aber auch hier verhinderten Schwierigkeiten, dass es ein spannender Wettstreit werden konnte. Zuerst drehte ein Bohrer unbemerkt in die falsche Richtung und dann waren die Bohrenden zu zurückhaltend, um den Wasserschwall auszulösen, der den Verlierer markieren sollte. Doch selbst als er kam traf er beide Teilnehmer, so dass er auch nicht als Strafe für den Verlierer herhalten konnte.

Publikum will Andrea Kiewel nass sehen

Danach mussten noch Bier-Krüge aus dem Pool geangelt werden, was auch erst spannend wurde, als Mitglieder der Band "Die Jungen Zillertaler" und Alpin KG die Idee aufbrachten, Kiwi in den Pool zu werfen. nachdem das Publikum mit einstimmte, dass sie in den Pool springen sollte, wies sie auf ihre Maskenbildnerin hin. Die würde ihr es nie verzeihen, wenn sie einfach so die Arbeit zerstören würde weil sie in den Pool springt. Auf Twitter offenbaren sich indes andere Wünsche.

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Traditions-Fernsehkoch Armin Roßmeier wird wohl nicht zum Oktoberfest gehen

In einer kurzen Zwischeneinlage, in der Armin Roßmeier zeigt, wie die herzhaften Wiesn-Speisen entstehen, sagt er auch, warum er wohl nicht mehr auf die Wiesn gehen wird. Die Angst in der Gesellschaft hat dafür gesorgt, dass das Oktoberfest von hohen Zäunen umstellt ist. Auch das Verbot von Messern kann er nicht gut heißen. Für ihn gehört es zum Brauchtum, die Haxn mit dem eigenen Hirschfänger zu schneiden.

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Wenn Angst vor unseren Mitmenschen und Gästen dazu führt, dass solche Maßnahmen ergriffen werden müssen, kann er das Fest wohl nicht mehr genießen. Und dann gibt es auch für ihn wohl kaum noch einen guten Grund das die Wiesn zu besuchen, wenn die Tradition aus Angst geändert wird.

Zum Abschluss singen alle: "In München steht ein Hofbräuhaus"

Während auf dem Lerchenberg der ZDF-Fernsehgarten seinen Spaß hatte, musste Kiwis Assistent auf dem Oktoberfest Menschen aus 7 Nationen finden, um mit ihnen das legendäre Wiesn-Lied zu singen. Eine Aufgabe die vielen beim ZDF den Angstsschweiß auf die Stirn und den Nutzern auf Twitter das Popcorn in die Hände getrieben haben dürfte.

Bei einer solchen Aufgabe scheint es unweigerlich dazu kommen zu müssen, dass unschuldige Fragen nach der Nationalität zu Rassismus-Vorwürfen oder der Enthüllung von peinlichen Alltags-Rassismen führen. Doch statt die wilde Reise zu zeigen wie diese Leute aufgetrieben wurden, wird nur im Hofbräuzelt der Erfolg gezeigt. Doch was ist das an der Nase des australischen Wiesn-Besuchers?

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So endet ein durchwachsenes Jahr im ZDF-Fernsehgarten. Und während die Zuschauer auf dem Lerchenberg laut Zugabe fordern, sehen die User auf Twitter die KLAge anders. Sie wünschen sich vor allem Luke Mockridge zurück, der das Programm durch seine lockeren Witze scheinbar doch bereichert hat.

luj/news.de

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