30.08.2019, 19.29 Uhr

"Neo Magazin Royale" : Jan Böhmermann will SPD-Chef werden

Jan Böhmermann meldet sich mit "Neo Magazin Royale" aus der Sommerpause zurück - und bewirbt sich um den Vorsitz der SPD. So klappt es mit der Nominierung noch!

Jan Böhmermann will SPD-Vorsitzender werden. Bild: ZDF/Ben Knabe

Will ZDF-Satiriker Jan Böhmermann (38) tatsächlich SPD-Vorsitzender werden? Zumindest kündigte er seine Kandidatur in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" (donnerstags, 22:15 Uhr, ZDFneo) an, die aus der Sommerpause zurückkehrte. Es gebe jedoch ein paar Hindernisse zu überwinden, gab der Satiriker zu verstehen.

"Neo Magazin Royale": Jan Böhmermann will SPD-Vorsitzender werden

"Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden", bekräftigt Böhmermann sein Vorhaben in der Sendung. Er sei bereit, die SPD zu retten, "wenn ihr mir dabei helft", ruft der 38-Jährige die Parteimitglieder auf. Er beteuert zudem: "Nein, das ist kein Witz." Ironie und Inszenierungen gehören allerdings zu "Neo Magazin Royale" dazu.

So wird Jan Böhmermann zur Wahl zum SPD-Vorsitzenden zugelassen

Ganz so leicht dürfte der Weg an die Spitze der ältesten Partei Deutschlands jedenfalls nicht werden. Drei Herausforderungen habe er zu bewältigen, heißt es auf der Kampagnen-Webseite "neustart19": "1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein. 2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. 3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD." Zudem benötigt Böhmermann auch eine Co-Kandidatin aus den Reihen der Partei.

Böhmermann sagt: Schon vier SPD-Unterbezirke stehen hinter mir

Der Satiriker Jan Böhmermann hat für seine angekündigte Bewerbung um den SPD-Vorsitz nach eigener Darstellung schon vier der fünf nötigen Unterbezirke hinter sich. Sie alle hätten ihm dafür ihre Unterstützung zugesichert, sagte der TV-Moderator am Freitag in einer Online-"Bürgersprechstunde". Böhmermann nannte keine Namen. Es gibt deutschlandweit 393 Unterbezirke der Partei.

Sollte der Komiker tatsächlich genug Unterstützer haben, wäre damit aber noch nicht sein Problem gelöst, erst SPD-Mitglied werden zu müssen. Kritiker werfen ihm vor, die Bewerbung nicht ernst zu meinen.

Förmliche Voraussetzung einer Kandidatur ist die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Die Abgabefrist läuft am Sonntag um 18 Uhr ab. Böhmermann sagte, er habe den Unterbezirken, die auf seiner Seite seien, einen Antrag auf Aufnahme als SPD-Mitglied zukommen lassen. Aus der Partei heißt es allerdings, dass er nur an seinem Wohnort aufgenommen werden kann. Vom sozialdemokratischen Bezirksbürgermeister seines Heimatortes Köln-Ehrenfeld, Josef Wirges, kamen bereits ablehnende Signale.

Darüber äußerte sich der 38-Jährige enttäuscht. Er stellte die Frage: "Wenn Olaf Scholz in der SPD ist - warum ich nicht?" Zu seinem politischen Erfahrungsschatz sagte er: "Ich bringe nicht diesen Stallgeruch mit. Ich müffle aber auch nicht nach SPD."

Auf die Frage, wie ernst es ihm mit der Kandidatur sei, sagte Böhmermann: "Ob das Satire ist oder nicht, entscheidet sich am Sonntag um 18 Uhr." Wenn er antreten dürfe, werde er weitermachen, sagte er. Obwohl einige SPD-Politiker im Netz mit humorvollen Kommentaren reagierten, löste der Vorstoß in der Partei offensichtlich vor allem Unmut aus.

Zu seinen Zielen sagte er: "Die GroKo wird es mit mir nicht geben." Er fühle sich der "außerparlamentarischen sozialdemokratischen Opposition" zugehörig, den "Asos". Er komme aus einfachsten Verhältnissen, betonte Böhmermann, ein Salamibrötchen kauend: "Bei uns gab es Sesambrötchen nur am Sonntag."

SPD sucht neue Vorsitzenden mit Doppelspitze

Seit dem Rücktritt von Andrea Nahles (49) im Juni dieses Jahres sucht die SPD nach einer neuen Parteispitze. Um die Partei zukunftstauglich zu machen, haben sich die Genossen, zu einer Doppelspitze entschlossen. Beworben haben sich bisher unter anderem Vizekanzler Olaf Scholz (61) und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz (43), sowie der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (56) und Umwelt- und Energiepolitikerin Nina Scheer (47).

Lesen Sie jetzt "Alles, alles über Deutschland: Halbwissen kompakt"!

rut/news.de/spot on news/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser