09.07.2019, 12.28 Uhr

"ARD-Morgenmagazin" nicht live: Darum war die Dienstags-Sendung eine Aufzeichnung

Wer heute morgen zwischen 7 und 8 Uhr morgens das "Morgenmagazin" der Öffentlich-Rechtlichen anschaltete, sah das Gleiche wie eine Stunde zuvor. Was war los beim ARD-"Morgenmagazin"?

Das "ARD-Morgenmagazin" wird normalerweise immer live ausgestrahlt. Bild: WDR/Svea Pietschmann

Was war da los beim ARD-"Morgenmagazin"? Die Zuschauer des TV-Formats wunderten sich am Dienstagmorgen. Während die TV-Sendung normalerweise live übertragen wird, wurde diesmal ab 7 Uhr ein dauerhafter Hinweis eingeblendet: "Dies ist eine Aufzeichnung der Stunde zwischen 6 und 7 Uhr".

"Morgenmagazin" in der ARD: Warum die Sendung am Dienstag eine Aufzeichnung war

Der Grund für die Aufzeichnung: Wegen eines Warnstreiks beim WDR hat das "Morgenmagazin" von ARD und ZDF am Dienstag zeitweise nicht live senden können."Die letzte Stunde mussten wir wiederholen, weil im Westdeutschen Rundfunk gestreikt wird", erklärte Moderator Sven Lorig um kurz vor 8 Uhr die Situation. "Die Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen. Jetzt sind wir aber wieder live auf Sendung hier aus Köln. Das ARD-"Morgenmagazin" ist zurück", ergänzte Kollegin Anja Bröker.

Streik beim WDR schuld an TV-Aufzeichnung

Eine Stellungnahme des WDR war am Morgen zunächst nicht zu erhalten. Mehrere Gewerkschaften hatten Mitarbeiter des Kölner Senders für Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. Verdi und DJV wollen mit einer ganztägigen Aktion den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen vor der dritten Runde am Donnerstag erhöhen.

Zuschauer verwirrt! Auf Twitter hagelt es Kritik

Bei den Zuschauern sorgte die Aufzeichnung zunächst für reichlich Verwirrung. Auf Twitter wurde das nicht live ausgestrahlte ARD-"Morgenmagazin" heftig diskutiert, wie diese offensichtlich genervten Reaktionen der Zuschauer deutlich machen.

Warnstreik beim WDR - Gewerkschaftsaktion in "Morgenmagazin"-Studio

Warnstreik beim WDR: Mitglieder der Gewerkschaft Verdi marschierten am Dienstagmorgen mit Warnwesten und Flaggen ins Kölner Studio des ARD-Morgenmagazins, die Live-Sendung wurde zwischen 7 und 8 Uhr eine Stunde lang ausgesetzt. "Dies ist eine Aufzeichnung der Stunde zwischen 6 und 7 Uhr", wurde für die Zuschauer im Fernsehbild eingeblendet. Verdi teilte bei Twitter ein Video der Gewerkschafter im Studio. Gesendet wurden die Szenen laut WDR aber nicht.

Hinter den Kulissen ging der Warnstreik am Dienstag weiter. Zu einer Kundgebung vor der WDR-Verwaltung am Kölner Appellhofplatz kamen ab 10 Uhr nach Angaben des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) rund 300 Angestellte zusammen. Die Zusammenkunft sollte laut Verdi bis zum späten Vormittag andauern. Danach könne es zu weiteren Aktionen zum Beispiel beim Hörfunk kommen, sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstagmorgen.

Warnstreik beim WDR: Tarifstreit geht in dritte Runde

Der Warnstreik soll Druck vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen am Donnerstag machen. "Die zweite Runde war nach gut 40 Minuten zu Ende - da gab es keine Basis für Verhandlungen", sagte DJV-Vertreter Volker Kah der Deutschen Presse-Agentur. Der WDR solle nun ein neues Angebot vorlegen. Die Gewerkschaften wollen unter anderem, dass sich die Tarifsteigerungen beim WDR weiter am Öffentlichen Dienst orientieren.

WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau sagte dazu: "Jedes Ergebnis, auf das wir uns mit den Gewerkschaften einigen, müssen wir vor den Beitragszahlern in NRW vertreten können. Deshalb können wir nur ein Angebot vorlegen, das in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bleibt. Eine Tarifsteigerung entsprechend der Forderungen der Gewerkschaften hätte weiteren Personalabbau und Einschnitte im Programm zur Folge."

Anders als im öffentlichen Dienst habe es in den vergangenen Jahren keine stark steigenden Einnahmen gegeben. Der WDR baue derzeit schon 500 Stellen ab, um seine "Finanzen im Griff zu halten", so Vernau.

sba/news.de/dpa

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