14.04.2019, 17.56 Uhr

"Tatort" heute Abend: Nichts für schwache Nerven! So hart wird der neue Dortmund-Krimi

Dieser Dortmunder "Tatort" schlägt aufs Gemüt - und gerade deswegen ist er sehenswert. In "Inferno" ermittelt Kommissar Faber mit seinem Team in einer Notaufnahme und muss gleichzeitig auch gegen seine eigenen Geister kämpfen.

Hält Kommissar Faber (Jörg Hartmann) dem psychischen Druck stand? Bild: WDR/Thomas Kost

Im neuen Fall aus Dortmund hält sich Kommissar Faber (Jörg Hartmann, 49) überwiegend in der Notaufnahme auf, um im "Tatort: Inferno" (14.4., Das Erste, 20.15 Uhr) den Mord an einer Ärztin aufzuklären. Doch der eigentliche Kriminalfall rückt bei der Schwermütigkeit der Szenerie fast schon in den Hintergrund. Faber muss sich mit seinen alten Dämonen auseinandersetzen. Von bösen Träumen und Schlaflosigkeit geplagt, hat er Schwierigkeiten, seinen Alltag zu bestreiten.

Auf der anderen Seite thematisiert "Inferno" die problematische Situation in deutschen Notaufnahmen. Überlastet und unterbesetzt versucht das dortige Personal irgendwie über Wasser zu bleiben. Klar, dass Ermittlungen der Mordkommission da nur stören und den Ablauf behindern.

"Tatort: Inferno" Darum geht es im neuen Dortmund-Krimi mit Jörg Hartmann

Tatort Krankenhaus: Am frühen Morgen wird die Internistin Dr. Gisela Mohnheim leblos im Ruheraum der Notaufnahme entdeckt. Die Tote ist nicht vollständig bekleidet, ihr Kopf steckt in einer Plastiktüte. Selbstmord? Unwahrscheinlich, denn die Tür war von außen verschlossen. Doch keiner ihrer Kollegen auf der Station hat etwas gesehen. Zeit für die Mordkommission hat hier ohnehin niemand.

Die Abteilung ist notorisch unterbesetzt. Die Ärzte und das Pflegepersonal sind für die akuten Notfälle im Dauereinsatz. Chefarzt Dr. Dr. Andreas Norstädter (Alex Brendemühl, 46) stellt sich vor seine Leute. Er ist überzeugt: Vom Klinikpersonal hat sicher niemand etwas mit dem Tod der Kollegin zu tun.

"Tatort: Inferno": Lohnt sich das Einschalten am Sonntagabend?

Ja, auf alle Fälle, aber für schwache Nerven ist dieser "Tatort" sicher nichts. Zwar kommt "Inferno" komplett ohne Blut aus. Es ist jedoch diese bedrückende Stimmung, die aus jeder Pore von Kommissar Faber quillt, gepaart mit dem beängstigenden Chaos in der Notaufnahme, die einem unter die Haut kriecht. Man fühlt mit dem traumatisierten Leiter der Mordkommission, der durch die Konfrontation mit dem Krankenhaus und den Ärzten mit seinen Dämonen zu kämpfen hat.

Für Fans des ursprünglich sehr durchdringenden Dortmund-Krimi und dem Schauspieler Jörg Hartmann ist "Inferno" ein Fest. In den letzten Folgen hatte man das Gefühl, dass Faber aus seinem tiefen Loch herausfindet. Damit wird jetzt jedoch wieder komplett gebrochen: Schlaflos, angeknackst und reizbar wankt er durch den Fall. Prädikat: sehr sehenswert.

Hier gibt es die ersten Dortmunder "Tatort"-Fälle.

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