"Wer wird Millionär?" mit Zocker-Special 2018: Schnarch-Alarm! Die langweiligste Folge seit Langem

Beim Zocker-Special von "Wer wird Millionär?" können besonders wagemutige Alleswisser bis zu zwei Millionen Euro gewinnen. Das klingt spannend... war es aber nicht.

Günther Jauch stellt nur selten die 2-Millionen-Euro-Frage bei "Wer wird Millionär". Bild: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Beim großen "Zocker-Special" von "Wer wird Millionär?" spielen Kandidaten, die das Risiko lieben! Unter dem Verzicht auf Joker bis zur 16.000 Euro Gewinnstufe haben sie die Chance auf 2 Millionen Euro! Eigentlich soll dieser Modus Operandi die Spannung in der inzwischen reichlich antiquierten Rate-Show erhöhen... Eigentlich.

"Wer wird Millionär?" oder "Wer hält bis zum Ende durch?"

Eine wichtige Voraussetzung für einen erhöhten Spannungspegel beim Zuschauer sind Kandidaten zum Mitfiebern. Dahingehend hatte die aktuelle Ausgabe kein glückliches Händchen. Zwar versprachen die ersten beiden Kandidaten, beide frischgebackene Väter, jeweils einen hohen Unterhaltungslevel, weil sich Günther Jauch gerne mal zu dem Thema Kindererziehung auslässt, aber beide Kandidaten scheiterten viel zu früh.

Jauch kam nicht einmal dazu, tiefer nachzubohren, was das junge Glück für Herausforderungen mit sich bringt. Für beide Kandidaten endete die Reise jeweils mit 1000 Euro. Zumindest beim zweiten Kandidaten, Jannis Lange, kam kurz Freude auf.

"Wer wird Millionär" oder "Wer kennt noch diese uralte Werbung?"

Jannis Lange bekam nämlich folgende Frage gestellt: "Je nachdem, ob zu viel oder zu wenig Thyroxin produziert wird, kommt es meist zu der Diagnose 'Über- oder Unterfunktion der ...'?"

A) Bauchspeicheldrüse, B) Leber, C) Schilddrüse oder D) Gallenblase

Jauch, bei dem Zocker-Special sonst eher wenig hilfsbereit, gab einen Tipp, indem er den Kandidaten fragte, ob er einen Wellensittich besäße. Da dieser Tipp nicht verfing, erinnerte Jauch an die "Trill"-Werbung: "Das Vogelfutter mit den Jod-S 11 Körnchen." Die Art und Weise, wie er das machte, brachte eine Frau aus dem Publikum zum herzhaften Lachen. Mit ihrem Lachen wiederum steckte sie Jauch immer wieder an, so dass auch er nicht mehr aus dem Lachen herauskam. Jauch bedankte sich mit einem gewohnt fiesen Diss, indem er andeutete, dass wohl nur uralte Leute seinen Tipp verstehen konnten. Die Frau im Publikum konnte darüber gar nicht lachen. ABER bevor Jauch richtig warmlaufen konnte, war für Jannis Lange schon wieder Schicht im Schacht.

"Wer wird Millionär?" oder "Was ist denn bitte Hardcore?"

Nach dem kurzen Baby-Boom im Ratestuhl folgte Jessica Teichelmann aus Friedrichsdorf nach. Sie studiert Medizinisches Management und gab direkt zu Protokoll, dass sie aus medizinischer Sicht wegen dem frühen Ausscheiden ihrer Vorgänger unter einer nervösen Blase leide. Doch dafür gab es gar keinen Grund, denn die junge Dame marschierte durch die Fragen, als gäbe es kein Morgen.

Leider hatte Jauch auch mit ihr keine tolle Chemie. Sie wirkte zu langweilig. Selbst als sie urplötzlich offenbarte, auf die Musik von "Lionheart" und "Madball" zu stehen, kam keine Stimmung auf. Sie umschrieb das Musikgenre als "Hardcore", das Popkultur-Banause Jauch natürlich nicht kannte, aber auch nicht wirklich hinterfragte. Wieder eine Chance vertan. 250.000 Euro durfte Jessica Teichelmann am Ende mit nach Hause nehmen. Spannend war das aber nicht...

"Wer wird Millionär?" oder "Warum sind Gullydeckel rund?"

Leider erst in den letzten Minuten schaffte es Lisa Bross in den heißen Stuhl. Die Wissenschaftlerin im Dienste der Bundeswehr beschäftigt sich berufsbedingt mit Kläranlagen und Abwasseranlagen und hat eine Leidenschaft für Gullydeckel entwickelt. Weil diese in jedem Land und in jeder Stadt anders aussehen würden - da beispielsweise immer das jeweilige Stadtwappen auf sie geprägt sei.

Sie stellte Jauch auch eine interessante Frage: "Warum sind Gullydeckel rund?" Eine Frage, auf die der Quizmaster keine Antwort wusste. Die Antwort war so simpel wie logisch: Ein runder Deckel könne nicht in einen runden Schacht fallen. Ein eckiger schon.

Erstaunlicherweise startete Jauch auch bei diesem Thema nicht durch. Als wäre er durch die farblosen Kandidaten zuvor ein wenig ins Wachkoma versetzt worden. Dabei spürte man vorm TV eigentlich schon, dass Frau Bross eine eigenwillige Energie ausströmte - diese aber nicht wirken lassen konnte. Dazu war ihre Spielzeit zu kurz. 1000 Euro, mehr waren auch für sie nicht drin.

"Wer wird Millionär?" oder "Zu viel Spannung ist ja auch nicht gesund!"

Am Ende denkt man direkt an eine Frage aus dem Themenfeld Portwein der vergangenen 120 Minuten zurück. Den hätte man relaxt während der Sendung trinken können. Man hätte sich nicht verschluckt, ihn nicht vor Lachen verschüttet und erst recht nicht vor Spannung zur Seite stellen müssen. Dazu war das Zocker-Special einfach zu schnarchig...

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pap/kns/news.de

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