Tatort: "Tatort: Alles was Sie sagen": Lohnt sich das Einschalten?

Eine Frau stirbt durch eine Polizeikugel. Bei der Befragung werden die Kommissare Falke und Grosz gegeneinander aufgehetzt. Lohnt sich das Einschalten beim "Tatort: Alles was Sie sagen"?

"Tatort: Alles was Sie sagen": Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz, r.) ermitteln in Lüneburg Bild: NDR/Christine Schroeder/spot on news

Im "Tatort: Alles was Sie sagen" (22. April, 20:15 Uhr, das Erste) wird das Vertrauen der beiden bundespolizeilichen Ermittler Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 50) und Julia Grosz (Franziska Weisz, 37) zueinander auf eine harte Probe gestellt.

Worum geht's in dem Krimi?

Eigentlich sollen die Bundespolizisten Falke und Grosz in Lüneburg die Identität eines anerkannten Flüchtlings überprüfen, der verdächtigt wird, ein Kriegsverbrecher zu sein. Doch als die Ermittler in der Sprachschule auftauchen, in der er inzwischen beim Unterricht hilft, flüchtet Abbas Khaled (Youssef Maghrebi). Im Rahmen der Ermittlungen wird eine Zeugin mit einer Polizeikugel tödlich verletzt.

Falke und seine Kollegin Grosz geraten unter Verdacht, denn sie waren vor Ort. Die beiden müssen sich internen Ermittlungen stellen. Getrennt voneinander werden sie von Joachim Rehberg (Jörn Knebel) verhört. Bald schon ergeben sich Ungereimtheiten und die Aussagen weichen stark voneinander ab. Ist der Einsatz von Falke und Grosz tatsächlich aus dem Ruder gelaufen? Oder spielt einer der beiden ein falsches Spiel?

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Der Krimi ist spannend, die Schauspieler überzeugend, die Dialoge glaubhaft und die unterschiedlichen Versionen der Wahrheit der beiden Ermittler werden klug gegeneinander geschnitten. Ebenfalls bemerkenswert: Obwohl der Film mit vielen Rückblenden erzählt wird, verliert man nie den Faden. Die Kommissare geben während der Verhöre immer wieder Überleitungen oder erklären Zusammenhänge - in diesem Sinn ist der Krimi ein filmisches Meisterstück.

Ein Bravourstück liefern aber auch die Darsteller ab. Nicht nur bei den Kammerspiel-artigen Szenen sieht man den Schauspielern Möhring und Weisz gewohnt gern zu. Ihr Spiel wirkt nicht mal übertrieben, wenn Falke in eigenartigem Deutsch mit den Flüchtlingen spricht oder vor Eifersucht tobt. Oder wenn Grosz über "eine ganz klare Bettgeschichte" sinniert, "die aus dem Ruder gelaufen ist". Oder sie sich über "Männermarmelade" freut. Denn schlussendlich macht all das Sinn.

Bei den Episodenhauptdarstellern ist besonders Jörn Knebel (49) als kühler und wortgewandter Verhörspezialist hervorzuheben, der die beiden Kommissare gegeneinander aufhetzt. Faszinierend gespielt! Dass er am 11. März auch schon im Lürsen/Stedefreund-"Tatort: Im toten Winkel" zu sehen war, fällt nicht unangenehm, besser gesagt gar nicht auf.

Moritz Grove (36) gibt den Lehrer und Flüchtlingshelfer ebenfalls sehr glaubhaft - auch er war gerade erst im "Tatort: Mitgehangen" (18. März) aus Köln zu sehen. Und wenn der "Deutsch-Libanese Ibrahim Al-Shabaan", gespielt von Marwan Moussa, sich vor dem Polizisten aufbaut und sagt "Hör mal zu, das ist meine Stadt, mein Laden und meine Regeln", dann ist auch das ziemlich beeindruckend - zumindest für den Zuschauer, natürlich nicht für Falke...

Und nun das Wichtigste zum Schluss: Zum Glück hat es der ewige Vollmilch-Gag wieder in den Falke-Krimi geschafft... Ironie aus!

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