Tatort Frankfurt: Vier Fragen zum Frankfurter "Tatort: Unter Kriegern"

Wer ist der junge Darsteller des sadistischen Felix? Und wie realistisch sind psychopathische Züge bei einem Kind? Wir klären offene Fragen zu "Tatort: Unter Kriegern".

Angeboren oder anerzogen? Felix (Juri Winkler) empfindet keine Empathie für seine Mitmenschen Bild: HR/Bettina Müller/spot on news

Am Ende von "Tatort: Unter Kriegern" beschreibt Kommissarin Janneke (Margarita Broich) dem zwölfjährigen Felix (Juri Winkler), wie grausam das junge Mordopfer Malte, der tagelang in einem Kellerloch eingesperrt war und verdurstet ist, gestorben sein muss. Doch bei dem Jungen zeigt sich nicht die geringste Gefühlsregung. Wer den Miniatur-Sadisten spielt und weitere Fragen zum Sonntagskrimi klären wir hier.

Wer spielt den kleinen Psychopathen Felix?

Ein zwölfjähriger, sadistischer Mörder? Keine leichte Rolle für einen Newcomer, doch Juri Winkler (*2003) spielt den Satansbraten Felix Voss so unterkühlt, dass man sich den buchstäblichen Sohn des Teufels aus "Das Omen" erinnert fühlt. Tatsächlich ist Jungschauspieler Winkler kein unbeschriebenes Blatt. Zum ersten Mal stand er im Alter von acht Jahren für den Kurzfilm "Lilli" vor der Kamera. Seine erste Hauptrolle in einem Langfilm hatte er 2014 in "Rico, Oskar und die Tieferschatten". Noch zwei weitere Male spielte er den hochbegabten Möchtegern-Detektiv Oskar. Nun wechselte er für den "Tatort" die Seiten und zeigte, dass auch das Talent für düstere Rollen in ihm steckt.

Wie werden Kinder zu Psychopathen?

Vier bis fünf Prozent der Menschen sind Psychopathen, wie Neurowissenschaftler Niels Birbaumer dem Magazin "Business Insider" sagte. Doch ist diese starke Form der Persönlichkeitsstörung angeboren? "Bei gut der Hälfte aller Psychopathen machen die Eltern nichts falsch. Sie geben lediglich ihre Erbsubstanz weiter", erklärte Birbaumer. Die Gehirnareale, die für Mitgefühl oder Angst zuständig sind, seien von Geburt an unterentwickelt. Und doch spiele die Erziehung eine Rolle bei der Entwicklung der Psychopathie. Bekommen Kinder den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und Belohnung oder Bestrafung konsequent aufgezeigt und werden sie früh therapiert, prägen sich die psychopathischen Tendenzen oft weniger aus. Ein instabiles Umfeld und insbesondere ein oder zwei ebenfalls psychopathisch veranlagte Elternteile hingegen fördern die Störung.

Warum sind Fanny und Brix auf Wohnungssuche?

Kommissar Brix (Wolfram Koch) lebt in "Unter Kriegern" in einem Wohnwagen. Er und seine schrille Mitbewohnerin Fanny (Zazie de Paris) müssen sich nach einer neuen Bleibe umsehen, nachdem ihr Haus in der vergangenen Folge "Fürchte dich" erst (zumindest scheinbar) von Geistern heimgesucht und schließlich abgebrannt ist. Zumindest scheint sich Fanny, die in der Horrorfilm-Hommage zeitweise besessen schien, sich gut von dem Schrecken erholt.

Wer führte Regie?

Verantwortlich für diesen "Tatort" zeichnete Hermine Huntgeburth (60), die sich schon 2016 bei "Die Geschichte vom bösen Friederich" einer Frankfurter Folge annahm. Neben hochkarätigen TV-Produktionen ist sie jedoch vor allem für ihre Kinofilme berühmt. Literaturverfilmungen wie die Fontane-Adaption "Effi Briest" (2009) oder "Die weiße Massai" (2005) und die erfolgreiche Verfilmung von "Bibi Blocksberg" (2002) machte sie sich einen Namen.

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