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"Tatort: Tollwut": Kommissar Faber im Fokus von Serienmörder Markus Graf

Im Dortmunder "Tatort" werden alte Wunden aufgerissen. Vor allem bei Kommissar Faber, der auf Markus Graf trifft - den Mann, den er für den Mörder seiner Frau und Tochter hält.

Häftling Markus Graf (Florian Bartholomäi, l.) hat um ein persönliches Gespräch mit Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) gebeten. Bild: WDR/Thomas Kost/spot on news

"Auf ewig dein" steht auf dem Briefumschlag, den Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) auf seinem Schreibtisch findet. "Tatort"-Fans erinnern sich: In der Folge mit diesem Titel (Februar 2014) lieferte sich der Ermittler ein Psychoduell mit dem Serienmörder Markus Graf (Florian Bartholomäi) und brachte ihn schließlich hinter Gitter. Nun schickt Graf dem Kommissar eine krude Zeichnung seiner toten Familie.

"Tatort: Tollwut" am 4. Februar 2018 in der ARD: Darum geht's

Tod durch Tollwut ist hierzulande an sich schon ungewöhnlich. Doch der Tote saß noch dazu seit vier Jahren in Haft, eine Ansteckung ist nahezu unmöglich. Steckt ein Mord dahinter? Als Faber und sein Team mit ihren Ermittlungen beginnen, gibt es ein Wiedersehen mit einem alten Kollegen: Der ehemalige Rechtsmediziner Jonas Zander (Thomas Arnold) arbeitet mittlerweile als Gefängnisarzt und meint zu wissen, wie das Virus hinter Gitter gelangen konnte.

Die Ermittlungen führen Faber in eben jene JVA, in die vor neun Monaten auch Markus Graf verlegt wurde. In dessen Beuteschema passt der aktuelle Fall nun gar nicht. Dennoch bietet er für beide Männer den perfekten Vorwand für ein Wiedersehen.

"Tatort"-TV-Vorschau: Wer ist Markus Graf?

Drei Jahre sind vergangen, seit Faber und Graf sich gegenüberstanden. Doch warum sind die beiden so aufeinander fixiert? Vor 15 Jahren hatte der Kommissar Grafs Vater, einen Vergewaltiger und Mörder, hinter Gitter gebracht, wo er sich erhängte. Graf wiederum quält den Kommissar mit dessen schlimmster Erinnerung: Dem Tod seiner Frau und Tochter, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. Doch Faber vermutet noch immer in Graf den wahren Mörder seiner Familie.

TV-Kritik zum neuen "Tatort" - Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Regisseur Dror Zahavi und Drehbuchautor Jürgen Werner, die schon mit der Kölner Folge "Franziska" (2014) einen großartigen Gefängnis-"Tatort" ablieferten und auch für "Auf ewig dein" verantwortlich zeichneten, gelang ein emotional aufgeladener, klamm bebilderter Film, der über 90 Minuten keinen Moment der Langeweile aufkommen lässt. Und wenn Faber und Graf sich wieder gegenüber sitzen, spielt der "Tatort" seinen größten Trumpf.

Das unbarmherzige "quid pro quo", auf das sich Faber mit Graf einlässt, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Auf der einen Seite der eiskalte Hannibal-Lecter-Verschnitt, auf der anderen der unberechenbare Ermittler, der sich von den meta-psychologischen Provokationen, mit denen Graf am gesunden Weltbild rütteln will ("Ich liebe es, junge Frauen zu töten und zu vergewaltigen. Was ist daran verrückt?"), unbeeindruckt zeigt. Doch Graf hat ganz andere Mittel und Wege, Faber aus der Fassung zu bringen, so sehr wie es kein anderer vermag.

Auch für die Ermittlerkolleginnen Bönisch (Anna Schudt) und Dalay (Aylin Tezel) gibt es eine schwierige, emotional aufgeladene Begegnung mit der Vergangenheit, und ganz nebenbei erfährt der Zuschauer auch noch das Schicksal von Stefan Konarskes Figur Daniel Kossik, der in "Sturm" (April 29017) seinen letzten Fall hatte, dessen Überleben darin aber offen blieb. Dazwischen gibt es Spannungen zwischen den Ermittlern, eine drohende Massenpanik im Gefängnis, und dann wäre da ja auch noch ein Fall aufzuklären...

Dieser "Tatort" hat sich viel vorgenommen. Doch die vielen Puzzle-Stücke fügen sich zu einem spannenden Gesamtbild zusammen, die Emotionen kommen beim Zuschauer an, und am Ende hofft man tatsächlich, das Monster Graf nicht zum letzten Mal gesehen zu haben.

VIDEO: Die größten Sex-Skandale im "Tatort"
Video: Spot On News

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kad/news.de/spot on news

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