25.01.2018, 16.11 Uhr

KEF-Bericht: GEZ-Gelder verschwendet? ARD wehrt sich gegen Vorwürfe

Die ARD soll GEZ-Gelder verschwendet haben, das geht zumindest aus einem Expertenbericht der Prüfkommission KEF hervor. Nun wehrt sich die ARD und weist die Vorwürfe zurück. Alles Blödsinn?

Das öffentlich-rechtliche Angebot der ARD und der Umgang mit den GEZ-Gebühren der Zuschauer kommen in einem aktuellen Bericht der Expertenkommission KEF nicht gut weg (Symbolbild). Bild: Arno Burgi / picture alliance /dpa

In Deutschland ist jeder Haushalt verpflichtet, einen Rundfunkbeitrag zu entrichten - 17,50 Euro pro Monat werden aktuell an GEZ-Gebühren fällig. Doch erst Ende 2017 beklagte sich ARD-Chef Ulrich Wilhelm, die GEZ-Gebühren seien zu niedrig - und forderte im gleichen Atemzug mehr Geld, um das öffentlich-rechtliche Programm weiterzuführen. Jetzt steht allerdings der Verdacht im Raum, die ARD sei mit den Gebührengeldern der Zuschauer alles andere als effizient umgegangen.

Massive Kritik an ARD: KEF-Bericht offenbart Verschwendung von GEZ-Gebühren

Das geht aus einem Bericht der Expertenkommission KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) hervor, aus dem die "Bild" zitiert. Auf 34 Seiten beschreiben die Prüfer die Zustände hinter den Kulissen der ARD - und die scheinen alles andere als rosig zu sein. Ineffizientes Arbeiten, zu teure TV-Formate, monströse Gagen für Darsteller und Crews, mangelnde Sparbereitschaft - die Liste der Kritikpunkte ist ellenlang!

So unwirtschaftlich arbeiten die Sender der ARD

Im blauen Brief der Prüfkommission steht unter anderem, so zitiert es die "Bild", dass die einzelnen der ARD angeschlossenen Sender gravierende Unterschiede in Sachen Produktivität aufweisen. Den Untersuchungen zufolge sei das Team von Radio Bremen dreimal so produktiv wie die Belegschaft des WDR und des Bayrischen Rundfunks, gemessen an produzierten Sendeminuten.

Groschengrab "Tatort": Millionen-Kosten schocken KEF-Prüfer

Ein weiterer Dorn im Auge der Prüfkommission sind die Kosten, die die Produktion des "Tatort" verschlingt. Laut "Bild" kostete der Münchner TV-Krimi satte 370.000 Euro mehr als der ARD-Durchschnitt, der bei 1,54 Millionen Euro liegen soll. Vor zwei Jahren verschlangen die von NDR produzierten "Tatort"-Ausgaben angeblich sogar mehr als 2 Millionen Euro und lagen damit jeweils 400.000 Euro und mehr über dem Budget.

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KEF-Bericht fordert ARD zum Sparen und Kostenreduzieren auf

Abschließend fordern die Experten der KEF von der ARD, "Wirtschaftlichkeitspotenziale zu erschließen" und kostensparender zu arbeiten, schreibt die "Bild". Offiziell hat sich die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt vorgenommen, in den nächsten sechs Jahren 64 Millionen Euro einzusparen - den Experten zufolge wäre jedoch ohne weiteres eine Ersparnis von 288 Millionen Euro möglich. Unter anderem im Personalbereich sähen die Prüfer ungenutzte Potenziale für einen wirtschaftlicheren Umgang mit GEZ-Gebühren.

ARD wehrt sich gegen GEZ-Verschwendungsvorwürfe

Es sind Vorwürfe, welche die ARD so nicht auf sich sitzen lassen kann. Gegenüber "Meedia" weist der Vorsitzende der ARD-Finanzkommission, BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel, die Vorwürfe zurück. Es werden "Äpfel mit Birnen" verglichen", wenn es um die Arbeitseffizienz geht. Berücksichtigt werde auch nicht, "dass manche Sender deshalb weniger Mitarbeiter in die Statistik einbringen, weil sie Produktionsleistungen ausgelagert haben."

Besonders die "Tatort"-Kritik scheint Frenzel getroffen zu haben. Seiner Meinung nach sei der "Tatort" eine Programmmarke, "die ihre Stärke aus der Vielfalt der Stoffe und Akteure und aus ihrer unterschiedlichen Machart beziehe. Das reiche vom subtilen Kammerspiel bis zum actiongeladenen Jubiläums-Tatort mit kinotauglicher Starbesetzung".

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loc/kns/news.de

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