Florian David Fitz: Fan-Post und Fan-Besuche? So reagiert der Sonnyboy

In "Kästner und der kleine Dienstag" bekommt Hauptdarsteller Florian David Fitz Fan-Post und Fan-Besuche. Wie der Schauspieler sowas privat findet, erklärt im Interview.

Der junge Schriftsteller Kästner (Florian David Fitz, Mitte) und sein Freund und Zeichner Erich Ohser (Hans Löw) stehen vor der Buchhandlung Florian David Fitz Bild: ARD Degeto/Ester.Reglin.Film/DOR Film/Anjeza Cikopano/spot on news

"Emil und die Detektive" (1929), "Pünktchen und Anton" (1931) und "Das fliegende Klassenzimmer" (1933) zählen zu den Kinderbuch-Klassikern von Schriftsteller Erich Kästner (1899-1974). Im Gegensatz zu den meisten seiner regimekritischen Kollegen emigrierte der gebürtige Dresdener nach der NS-Machtergreifung Ende Januar 1933 nicht. Er blieb in Berlin. Der TV-Film "Kästner und der kleine Dienstag" (21.12., 20:15 Uhr, das Erste) erzählt nun eine wahre Geschichte aus dieser Phase seines Lebens.

Es geht um die ungewöhnliche Freundschaft des Schriftstellers zu dem kleinen Hans, der erst unverhofft als großer Fan in sein Leben trat und 1931 in der UFA-Verfilmung seines Kinderbuchs "Emil und die Detektive" als Kinderdarsteller mitspielte. Was den Hauptdarsteller Florian David Fitz (43, "Willkommen bei den Hartmanns"), der selbst auch erfolgreich Drehbücher schreibt, an der Geschichte so fasziniert, erklärt er unter anderem im Interview mit spot on news.

Der Film erzählt eine schöne, dramatische, aber irgendwie auch brandaktuelle Geschichte. Was fasziniert Sie daran?

Florian David Fitz: Zum ersten Mal habe ich den Film in einem Kino in München gesehen. Danach hatte ich kurz ein Problem, runter auf die Bühne zu gehen, weil ich etwas erschlagen war von der Parallele, die ich plötzlich zu heute gesehen habe. Der Film kann uns daran erinnern, dass es solche Zeiten schon mal gab. Deswegen finde ich ihn auch hochinteressant.

War das von Anfang an geplant?

Fitz: Ich glaub nicht, dass es so geplant war, denn Dorothee Schön [Drehbuch] hat diese kleine, wahre Geschichte vor neun Jahren gefunden und damals auch mit dem Projekt begonnen. Da war ja noch keine Rede von dieser Zeit jetzt.

Erich Kästner schrieb gerne im Café. Sie sind auch Autor. Können Sie dort auch besonders kreativ sein?

Fitz: Nein, nicht wirklich. Ich muss schon allein sein, sonst kann ich mich nicht konzentrieren.

Man könnte den "kleinen Dienstag" als Fan bezeichnen, von dem Kästner Fan-Post und Fan-Besuch bekommen hat. Haben Sie sowas Ähnliches auch schon mal erlebt?

Fitz: Ich glaube, ich wäre nicht so gutmütig wie Kästner, wenn jemand einfach in meine Wohnung spazieren würde. Heutzutage ist es aber vielleicht auch anders. Manchmal hat man schon Leute vor der Wohnung stehen und das ist dann nicht so lustig. Nette Briefe von Kindern kommen aber auch vor und das ist dann schon rührend.

Können Sie nachvollziehen, dass man eine so enge Bindung zu einem fremden Kind aufbaut?

Fitz: Na klar! Das Schöne an der Geschichte ist aber doch vor allem, dass wir von einem Kinderbuchautor erzählen, der mit realen Kindern nicht so viel anfangen kann wie mit Kindern auf Papier. Und dann kommt so ein Steppke einfach in sein Leben hereinspaziert und geht auch einfach nicht wieder weg. Er lässt ihn in sein Herz, und das tut am Ende auch ganz schön weh. Trotzdem hat man doch das Gefühl: Gott sei Dank hat er das gemacht!

Ziemlich beeindruckend ist Ihr Felgaufschwung im Film. Wie lange haben Sie dafür trainiert oder wurden Sie gedoubelt?

Fitz: Nein, das habe ich grade noch geschafft (lacht). Ich musste mich nur zurück an die Schulzeit erinnern, dann ging's. Es hätte aber auch einen Stuntman am Set gegeben, der es hätte übernehmen können. Einen ganzen Felgumschwung hätte ich dann auch tatsächlich ihn machen lassen.

Wie hat Ihnen der modische Style im Film gefallen?

Fitz: Ich find's superschön. Wir tragen unsere Hosen heute ja alle ganz anders und am Anfang ist man irritiert, weil alle Pullover einfach nur bis kurz unter die Achseln gehen. Dann merkt man aber, dass die Hosen entsprechend weit oben getragen wurden. Erst kam ich mir ein bisschen albern vor, aber irgendwie sieht es auch toll aus. Etwas unangenehmer war dagegen das Material. Alles war aus Wolle und schon ganz schön kratzig und auch ziemlich heiß. Da sind unsere Klamotten jetzt schon sehr viel bequemer.

koj_/news.de/spot on news

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