01.11.2017, 08.31 Uhr

"Das Luther-Tribunal" als Wiederholung: "Zehn Tage im April" veränderten die christliche Welt

500 Jahre liegt die Reformation in Deutschland, die durch Martin Luther angetrieben wurde, zurück. Zum bundesweiten Feiertag 2017 schaut das ZDF in "Das Luther-Tribunal" auf "Zehn Tage im April" ins Jahr 1521 zurück, zu sehen in der Wiederholung.

Der als Ketzer verurteilte Martin Luther (Roman Knizka) bei der Verteidigung seiner Schriften auf dem Reichstag in Worms (1521). Bild: ZDF/Julie Vrabelova

Im Jahr 1517 sorgte Martin Luther mit dem Thesenanschlag in Wittenberg für den entscheidenden Schritt zur Gründung der evangelischen Kirche in Deutschland - die Reformation veränderte das christliche Leben nachhaltig. Doch nicht nur das Datum des Thesenanschlags bedeutete einen einschneidenden Punkt in Martin Luthers Biografie - auch die Veröffentlichung von Schriften wie "Von der Freiheit eines Christenmenschen" brachte den Reformator in die Bredouille.

Bekanntlich brachte diese Schrift, die Martin Luther 1520 dem Papst Leo widmete, den Reformator beim Reichstag in Worms vor Gericht. Hier, im Jahr 1521, wurde Martin Luther zehn Tage lang von den versammelten Fürsten in die Mangel genommen und gedrängt, seine ketzerischen Lehren zu widerrufen. Eben diesem historischen Ereignis widmet sich das ZDF in seinem Dokudrama "Das Luther-Tribunal - Zehn Tage im April", das am Dienstag, dem 31. Oktober 2017, ab 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.

"Das Luther-Tribunal" verpasst? "Zehn Tage im April" als Wiederholung sehen

Wer am Dienstag, dem 31.10.2017, keine Möglichkeit hatte, "Das Luther-Tribunal" in TV oder Live-Stream zu sehen, dem bleibt die Option, den packenden Fernsehfilm als Wiederholung zu genießen. Das ZDF hat den Spielfilm mit Roman Knizka in der Hauptrolle abermals in der Nacht zu Mittwoch, dem 1.11.2017, ab 01.55 Uhr im Programm. Wer zu diesem Zeitpunkt lieber schläft als fernsieht, der kann sich auch mit der Wiederholung online von "Das Luther-Tribunal" begnügen: In der ZDF Mediathek finden Sie das hochkarätig besetzte Historiendrama als Video on demand zum Abruf, wann immer Ihnen der Sinn danach steht.

"Das Luther-Tribunal": Reformator auf dem Klo und Kaiser in der Wanne

Die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation. Das ZDF-Dokudrama am Reformationstag konzentriert sich jedoch nicht auf das Jahr 1517, sondern auf den April 1521. Und es spart sehr menschliche Nöte des Reformators nicht aus.

"Hier stehe ich, ich kann nicht anders" - mit diesen Worten soll Martin Luther 1521 seine Kritik am Papst vor dem Wormser Reichstag als Gewissensentscheidung verteidigt haben. Das Zitat sei ihm jedoch angedichtet worden, so die Macher des Dokudramas "Das Luther-Tribunal", das das ZDF am Reformationstag zeigt. Mit ihrem Film wenden sich Autor Friedrich Klütsch und Regisseur Christian Twente gegen die Verklärung des Reformators.

Sie wollen ihn als Menschen zeigen, mit Zweifeln und Schwächen. So gibt es gleich drei Szenen, deren Überschrift lauten könnte: "Hier sitze ich und kann nicht". Denn Luther leidet unter Verstopfung und macht daraus auch kein Geheimnis.

Im Zentrum des Dokudramas steht die Begegnung zwischen Luther, (Roman Knizka) Kaiser Karl V. (Mateusz Dopieralski). Weitere Hauptfiguren sind Luthers Schutzpatron Friedrich III., Kurfürst von Sachsen (Bernd Stegemann), der Papstgesandte Hieronymus Aleander (Alexander Beyer) und der Leiter des Tribunals, Johann von der Ecken (Holger Daemgen). Der fordert Luther auf, sich zu seinen antipäpstlichen Schriften zu bekennen und sie zu widerrufen. Doch Luther fügt sich nicht.

Schon gelesen? War die Frau von Martin Luther eine Heldin ohne Makel?

Kurfürst Friedrich III. fühlt sich dem 19-jährigen Kaiser ebenbürtig und lädt ihn vor und nach dem Tribunal zu einem Wannenbad ein. Nebeneinander im warmen Wasser sitzend, macht der Senior dem kaiserlichen Neuling klar, wie Politik geht. "Wir lieben dich doch alle", versichert er seinem Badegast. Der Papst, der Luther schon zum Ketzer erklärt hat, behält nicht das letzte Wort.

Der Film konzentriert sich auf den April 1521 - das ist 496 Jahre her, nicht 500. Die Filmemacher rechtfertigen diese Entscheidung so: Worms sei der entscheidende Wendepunkt der Reformation gewesen. Außerdem sei das Tribunal viel besser dokumentiert als der Thesenanschlag zu Wittenberg, erklärt Filmredakteur Stefan Brauberger.

Im ersten Verhör vor dem Kaiser fehlen Luther noch die Worte, er weiß nicht einmal, wie er Kaiser und Reichsstände anreden soll. Der "Mönch aus Wittenberg" bekommt einen Tag Bedenkzeit. Er nutzt sie und übt seinen Auftritt in einem Stall. "Mächtigster Kaiser!" - so redet er einen Ochsen an, "Durchlauchtigste Fürsten!" die Schweine. Unter dem Gegacker von Hühnern kehrt seine Redekunst zurück.

Luther findet die Kraft für einen starken Auftritt, an dessen Ende er ausruft: "Solange ich nicht durch Zeugnisse der Schrift oder durch die Vernunft überwunden werde, solange werde ich nur meinem Gewissen gehorchen und nichts widerrufen." Dass das sehr sperrig formuliert ist, erkennt im Film einer seiner Gefährten beim Druck der Rede in Wittenberg. Er fügt der Flugschrift das berühmte Zitat hinzu: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders."

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser