29.10.2017, 11.50 Uhr

Zuschauer laufen Sturm!: "Tatort"-Stopp! ARD zieht Notbremse beim Sonntagskrimi

Immer wieder ist Zuschauern mancher "Tatort" zu abgedreht. Deshalb zieht die ARD jetzt die Notbremse! Von den außergewöhnlichen Sonntagskrimis bei der ARD soll es künftig nicht zu viele geben.

Immer wieder ist Zuschauern mancher "Tatort" zu abgedreht. Bild: dpa

Bei Deutschlands beliebtester TV-Reihe gibt es neue Maßgaben - beim "Tatort" soll es ein Limit für "experimentelle" Filme geben. Der ARD-Koordinator Fernsehfilme, Jörg Schönenborn, bestätigte entsprechende Informationen von "Tatort-Fundus.de". Man wolle auch künftig Filme, die besonders seien und überraschten, teilte Schönenborn mit. "Darüber hinaus können wir uns zweimal im Jahr auch "experimentelle" Krimis vorstellen."

Darüber werde sich in der Senderrunde "Koordination Fernsehfilm" frühzeitig abgestimmt, "damit die Filme entsprechend geplant" und "sinnvoll platziert" werden könnten, hieß es von Schönenborn, der WDR-Fernsehdirektor ist und nebenamtlich ARD-Fernsehfilmkoordinator.

Kein klassischer "Tatort"? Zuschauer laufen Sturm gegen Experimente

Aus "Tatort"-Redaktionen der ARD ist zu vernehmen, dass Zuschauer vor allem dann Sturm laufen, wenn ein Sonntagskrimi das Genre sprengt und die Erwartungen an einen klassischen Krimi nicht erfüllt.

Außergewöhnliche Themen und Umgebungen wie vor einigen Wochen bei den Münchnern zum Beispiel die Pornobranche seien dabei weniger ein Problem als vielmehr Grenzüberschreitungen in der Form: wenn also beispielsweise Übersinnliches passiere oder aber am Schluss kein Täter überführt werde.

ARD scheint den "Tatort" zu regulieren

Volker Herres, der Programmdirektor des Ersten, hatte bereits nach dem vieldiskutierten Laien-, Dialekt- und Impro-"Tatort" mit dem Titel "Babbeldasch" der "Bild am Sonntag" gesagt: "Zum "Tatort" gehören immer wieder auch einmal mutige Experimente. Das ist okay, solange es nicht in einen Wettlauf der Redaktionen mündet, wer den abgedrehtesten Film produziert."

Die neun Landesrundfunkanstalten - WDR, NDR, SWR, MDR, BR, HR, RBB, SR und Radio Bremen - haben jeweils ihre Redaktion für den "Tatort" und eigentlich Freiheit für die eigenen Krimis. Nun scheint von oben mehr eingegriffen zu werden. "Tatort-Fundus.de" zitiert zu der neuen Vorgabe, dass es nur noch zwei experimentelle Krimis pro Jahr geben solle, eine mit ARD-Fernsehspielen leitend befasste Person: Wer als Dritter anmelde, habe schlicht "Pech gehabt".

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rut/news.de/dpa

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