31.10.2017, 15.45 Uhr

"Zwischen Himmel und Hölle" als Wiederholung: Martin Luther - volksnaher Popstar oder gequälter Vordenker?

"Zwischen Himmel und Hölle" will zeigen, wie zielstrebig Martin Luther gewesen ist - und wie mühevoll sein Leben war. Der Reformator war selbstbewusst und gleichzeitig ein ständig Zweifelnder. So sehen Sie die Sendung als Wiederholung.

Martin Luther (Maximilian Brückner) kniet auf einer geschäftigen Straße - und betet. Bild: ZDF/Hardy Brackmann

Ein Heiliger war Martin Luther (1483 - 1546) sicher nicht, das ist hinlänglich bekannt. Aber ein Zweifelnder, der viel und tief dachte dabei ganz sympathisch und ein Liebling der Studenten war - das trifft vermutlich schon zu. Als solchen, und als Wegbereiter der Reformation, zeigte ihn jedenfalls der fast dreistündige Film "Zwischen Himmel und Hölle".

"Zwischen Himmel und Hölle" verpasst? Wiederholung online in ZDF-Mediathek

Sie haben"Zwischen Himmel und Hölle" am Montagabend (30.10.2017) verpasst? Keine Panik. In der ZDF-Mediathek werden Sie fündig. Dort können Sie das Historiendrama mitMaximilian Brückner auch nach TV-Ausstrahlung bequem via Tablet, Smartphone oder PC als kostenfreies Video on Demand online sehen. Im deutschen Free-TV wird der Film leider nicht nochmal als Wiederholung gezeigt.

TV-Vorschau "Zwischen Himmel und Hölle" - Ein Mönch als Popstar

Von Klaus Braeuer

Kloster Maria Heimsuchung im Oktober 1517: Die Pest und der Hunger plagen die Menschen, die Kirche tut alles, um ihre Angst zu befeuern. Davon ist zumindest - gleich zu Beginn des Filmes - der Hilfsprediger Thomas Müntzer (Jan Krauter) überzeugt. Gemeinsam mit seinem Novizen Hieronymus (Maximilian Ehrenreich) überfällt und bestiehlt er Hartmann (Armim Rohde), den Agenten des Erzbischofs von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg (Joachim Król), und verteilt das Geld an die Armen und Bedürftigen. Hartmanns Rache ist fürchterlich: Er foltert Hieronymus so sehr, dass er sich daraufhin in der Kirche aufhängt, und auch Müntzer kann später nur knapp aus dem Folterkeller entkommen.

Fiktion und Wirklichkeit - was ist real, was Mythos in der Geschichte um Martin Luther?

Währenddessen schlägt der Lehrer und Mönch Martin Luther (Maximilian Brückner), begleitet von seinem Advokaten Andreas Bodenstein (Johannes Klaußner), seine berühmten 95 Thesen an die Kirche zu Wittenberg, am 31. Oktober 1517. Ob er das tatsächlich gemacht hat, wird von Forschern bezweifelt - aber ein schlichter Thesen-Brief an den Erzbischof nach Mainz gibt halt filmisch nicht viel her. Sein Ausspruch "hier stehe ich, ich kann nicht anders" im Reichstag zu Worms ist ebenso wenig zweifelsfrei überliefert wie die frühe Liebschaft zwischen dem schwer gebeutelten Müntzer und der Nonne Ottilie von Gersen (Aylin Tezel) - sie wurde erst im Jahre 1523 seine Frau.

"Zwischen Himmel und Hölle" nimmt sich viele künstlerische Freiheiten heraus

Sei's drum. "Luther glaubt an Gott, und das macht ihn so gefährlich" und "Irgendwas läuft derzeit völlig schief", hört man den skrupellosen Erzbischof seufzen - und das möchte der Kritiker auch über den Verlauf des sehr fantasievollen Filmes sagen. Er nimmt sich doch einige Freiheiten in der Erzählung (die bis zum Jahr 1525 reicht) und in der etwas zu modernen Sprache heraus.

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