Angela Merkel im Sommerinterview 2017 als Wiederholung: Von wegen "es merkelt"! Die Kanzlerin über G20, Flüchtlinge und Steuerentlastungen

Angela Merkel bereitet sich nach dem G20 Gipfel auf ihren großen Wahlkampf vor. Dem kann sie entspannt entgegen gehen, glaubt man neuesten Umfragewerten. Im Sommerinterview muss sie sich jedoch erstmal erklären.

Angela Merkel steht im Sommerinterview Rede und Antwort. Bild: dpa

Bis zur Bundestagswahl sind es nur noch zehn Wochen. Dann muss Deutschland entscheiden, wer künftig das Land regieren soll. Jüngste Umfragen sahen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin an der Spitze. Die SPD-Hoffnung Martin Schulz ist nach vielen Vorschuss-Lorbeeren und einem wahrhaften Hype inzwischen abgeschlagen. Doch bevor es im Wahlkampf nochmal mehr oder minder hart zur Sache geht, stand Angela Merkel im Sommerinterview Tina Hassel und Thomas Baumann Rede und Antwort.

Merkel steht zur Wahl Hamburgs als G20-Gipfelort und stützt Scholz

Merkel steht zu der umstrittenen Wahl Hamburgs als Ort des G20-Gipfels und will sich nach eigenen Worten nicht aus der Verantwortung stehlen. Das sei natürlich auch ihre Entscheidung gewesen, sagte Merkel im ARD-Sommerinterview. Mit Blick auf die massiven Krawalle und Zerstörungen in Hamburg rund um den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der großen Wirtschaftsmächte (G20) sagte sie: "Dafür habe ich genauso die Verantwortung wie Olaf Scholz und drücke mich auch nicht davor."

Bürgermeister Scholz (SPD) hatte sich bei den Hamburgern entschuldigt. Merkel sagte, die Gewalt sei deutlich zu verurteilen. Sie danke ausdrücklich den Sicherheitsbehörden. Zur Forderung der Hamburger CDU nach einem Rücktritt von Scholz sagte sie, die CDU sei eine vielfältige Partei. Sie habe mit der Hamburger CDU gesprochen und "ganz deutlich gesagt", dass sie die Rücktrittsforderungen für falsch halte. Das gesamte Präsidium und der Bundesvorstand der CDU - mit Ausnahme Hamburgs - stünden zu dem Gipfel und unterstützten Scholz. Sie und die Bundesregierung seien G20-Gastgeber gewesen, sagte Merkel weiter: "Da sich jetzt hinterher auseinanderdividieren zu lassen, wäre aus meiner Sicht abenteuerlich."

Merkel pocht auf Besuchsrecht für türkischen Nato-Stützpunkt Konya

Die Kanzlerin pocht nach der Absage der Türkei auf ein Besuchsrecht für Bundestagsabgeordnete bei den Bundeswehrsoldaten auf dem Nato-Stützpunkt Konya. Auf die Frage nach einem möglichen politischen Handel mit Ankara stellte Merkel in Berlin klar, dies würde die Bundesregierung "rundweg" ablehnen. "Es gibt keine Verhandlungssache", sagte sie im ARD-Sommerinterview.

Hintergrund der Absage eines bereits geplanten Besuchs deutscher Parlamentarier durch die Türkei sind die aktuell stark belasteten bilateralen Beziehungen. "Das Ganze ist misslich, ausgesprochen misslich", sagte Merkel. Sie betonte, das Besuchsrecht gelte unbeschadet irgendwelcher Nebenforderungen: "Das ist vollkommen klar." Man müsse die Gesamtsituation sehen. Der - auch von Konya aus geführte - Kampf gegen die Terrormiliz IS sei in einer entscheidenden Phase. Da müsse man Verlässlichkeit gegen dieses Recht abwägen: "Aber Randbedingungen wird es da mit Sicherheit mit uns nicht geben."

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