Von Andreas Rabenstein - 08.05.2017, 17.00 Uhr

"4 Blocks" als TV-Wiederholung bei TNT und Sky Go: "4 Blocks" bei TNT - Lohnt sich das Einschalten?

Die Schauspieler der Serie "4 Blocks", Kida Khodr Ramadan (l-r) als Ali "Toni" Hamady, Frederick Lau als Vince Kerner und Veysel Gelin als Abbas Hamady. Bild: dpa

Auf dem Bildschirm kommt alles romantischer und glorifizierter rüber als in der Wirklichkeit. So war es schon in früheren Mafia-Filmen, die in New York statt Neukölln spielten. Dort sprachen die treu sorgenden Familienväter allerdings italienisch und aßen Pasta. Toni, dessen Spitzname sich nicht zufällig an Tony Montana aus Brian de Palmas "Scarface" anlehnt, und seine Leute essen Falafel und wechseln zwischen Deutsch (dem Zuschauer zuliebe) und Arabisch (in Gegenwart der Drogenfahnder).

Natürlich gehe es vor allem um eine gute Geschichte und um Überhöhung, nicht um die realistische Abbildung der Wirklichkeit, sagt Regisseur Marvin Kren. In erster Linie sei "4 Blocks" Unterhaltung und keine Dokumentation. "Es ist eine Mafia-Serie, inspiriert von realen Ereignissen." Toni-Darsteller Ramadan, der selber kurdisch-libanesischer Abstammung ist, ergänzt, man wolle auch eine Innenansicht vom Leben dieser Clans bringen und nicht nur immer die Sicht der Polizei.

"4 Blocks" ist nah dran an den realen Strukturen

Andererseits zeigt sich die Serie in manchen Details nah dran an den realen Strukturen. Durch das Neukölln von "4 Blocks" dröhnt Gangster-Rap ("Wir sind keine Gang, wir sind Familie"). Der Clan-Nachwuchs saust per Roller durch die Sommerkulisse, um das Drogengeld von den schwarzen Dealern im Görlitzer Park einzukassieren. Die mittlere kriminelle Ebene bezieht Hartz IV, fährt teure Limousinen und trägt viel Gold, während die Wortwahl nicht immer elaboriert erscheint: "Wie wäre es, wenn du mich mal wieder fickst?" Die Drogenfahnder stochern dagegen oft im Dunkeln, und der Anwalt der Familie sieht richtig teuer aus.

Neue Kneipen, deren Betreiber nur Englisch sprechen, verärgern die alte arabische Szene. "Ich hasse diese Drecks-Hipster, die haben den ganzen Bezirk durcheinandergewirbelt", meint einer von Tonis Leuten, als er einem jungen Vollbartträger die Schutzgeldregeln erklärt. Überhaupt sind die Dialoge angenehmer und weniger wirklichkeitsfern als in den meisten "Tatort"-Folgen.

"4 Blocks"-Staffel 2 bereits in Planung

Am Ende der ersten der sechs Folgen tönt Vivaldi durch die goldschimmernde Wohnung von Toni und seiner Familie. Vom Balkon aus sieht er auf der Straße eine Spezialeinheit der Polizei anrücken. Er schickt Frau und Kind ins Nebenzimmer und erwartet, die Hände hinterm Kopf gefaltet, seine Verhaftung. "Ihr habt 'nen Polizisten getötet", sagt der Fahnder. "Und dafür werde ich dich und deine Brut ausradieren."

Schon vor der Ausstrahlung wurde "4 Blocks" bei der Berlinale und einem Serienfestival gelobt. Die Produzenten reagierten und kündigten bereits eine zweite Staffel an.

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sba/sam/news.de/dpa

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