Arte-Film aus Programm genommen:  Vorwurf gegen Arte: "Keine wirklich Pressefreiheit" in Deutschland?

Der Historiker Götz Aly warf Arte Zensur vor. "Die Sache stinkt zum Himmel", schrieb er in der "Berliner Zeitung". Bild: dpa

"Schade um das schöne Mittelmeer, wir haben es sehr gemocht."

Dabei ist der Film selbst sogar zum Lachen. Etwa wenn die Autoren den Vorwurf der Bundestagsabgeordneten Annette Groth (Linke), Israel leite giftige Stoffe ins Mittelmeer, mit den Worten kommentieren: "Schade um das schöne Mittelmeer, wir haben es sehr gemocht."

Manchmal setzen sie sich dabei auch ein bisschen selbst in Szene. "Der aus Funk und Fernsehen bekannte Nahostexperte Jürgen Todenhöfer beschreibt seine beschwerliche Gaza-Einreise durch einen Tunnel der Hamas. Wir entscheiden uns für die Tür."

Vielleicht sind sie auch zu provokativ. "Dieser Holocaustvergleich wurde Ihnen von Brot für die Welt präsentiert", kommentieren sie zum Beispiel einen etwas wirren O-Ton einer deutschen Ehrenamtlichen einer ökumenischen Friedensorganisation.

"Es gibt keine wirkliche innere Pressefreiheit"

Oder sind sie zu unausgewogen? "An israelischen Checkpoints kommt es immer wieder zu hässlichen Szenen, und gelegentlich unterlaufen den Israelis auch Fehler", heißt es an einer Stelle.

Über all das kann man sicher gut streiten - nur dafür müsste man den Film sehen können. Danach sieht es derzeit nicht aus. Für eine anderweitige Ausstrahlung haben die Autoren die Rechte nicht.

Sollte so ernsthaft ein Verschwörungstheoretiker Recht behalten, den die Filmemacher bei einer Demo in Berlin interviewen? "Es gibt keine wirkliche innere Pressefreiheit, ihr dürft ja auch nur das bringen, was ihr von oben halt erlaubt bekommt", sagt der junge Mann da.

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grm/news.de/dpa

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