29.04.2017, 16.30 Uhr

"Allmen und das Geheimnis der Libellen" als Wiederholung: ARD-Krimi mit Klasse! Heino Ferch als diebischer Dandy

Ein Gentleman-Gauner und sein selbstbewusster Diener - solch ein TV-Gespann hat es lange nicht gegeben. In zwei Filmen mimen Heino Ferch und Samuel Finzi ein gewitztes, anachronistisch elegantes Krimi-Duo. So sehen Sie "Allmen und das Geheimnis der Libellen" als Wiederholung.

Der feingeistige Privatier Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) kann mit Geld nicht umgehen. Nun erhofft er, durch die Affäre mit der Millionärstochter Jojo Hirt (Andrea Osvárt) seine Geldnöte beseitigen zu können. Bild: ARD Degeto/Hardy Brackmann

Gleich zu Beginn fühlt sich der Zuschauer fast wie bei James Bond: Ein Motorboot mit edel gekleidetem Beau saust über den Zürichsee, das Sekt-, pardon: Champagnerglas in der Hand. "Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle, mein Name ist Johann Friedrich von... Aber vielleicht sollten wir zu den Formalitäten später kommen", erklingt seine Stimme aus dem Off. Und hinein geht es in die Welt der Schönen, Reichen und Kultivierten der Schweiz. Dort, wo Schampus und Austern, Maßanzüge und polierte Schuhe sowie Kunstsammlungen von unermesslichem Wert zuhause sind.

All das genießt auch der nie um ein gewitztes Wort verlegene Single-Lebemann Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) in der Martin-Suter-Verfilmung "Allmen und das Geheimnis der Libellen", die das Erste am Samstag zeigt. Dabei ist er nahezu pleite: Das ererbte Vermögen stilvoll verprasst, sitzt ihm nun der grobschlächtige Wucherer Dörig (Peter Kurth) im Nacken. Und die Bank erhebt Anspruch auf die Villa. Allmen und sein treuer Diener Carlos (Samuel Finzi) müssen ins Gartenhaus ziehen.

Doch dann lernt der feinsinnige Ästhet die bildschöne Jojo (Andrea Osvárt) kennen, die Tochter des zweitreichsten Mannes der Alpenrepublik. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf: eine sexuelle Affäre und die Chance, ein wertvolles Jugendstilgefäß aus dem Anwesen des Vaters zu stehlen. Allmens Leben und das seines eher vernünftigen Dieners beginnt brisanter und gefährlicher zu werden als es wohl je zuvor war.

"Allmen und das Geheimnis der Libellen" verpasst? Wiederholung online (ARD-Mediathek) und im TV

Sie haben "Allmen und das Geheimnis der Libellen" am Samstagabend, den 29. April, im TV verpasst? Der Film wird im Ersten noch einmal wiederholt, und zwar in der Nacht zu Sonntag, den 30. April, ab 03.00 Uhr. Weiterhin können Sie ihn auch auf dem Spartensender One noch einmal sehen: Hier wird "Allmen und das Geheimnis der Libellen" am Sonntagabend ab 20.15 Uhr gezeigt und in der Nacht zu Montag, den 01. Mai, noch einmal ab 23.55 Uhr wiederholt. In der ARD-Mediathek im Internet finden Sie zahlreiche TV-Beiträge nach der Ausstrahlung auch online als Video on Demand zum kostenlosen Abruf.

TV-Kritik zu "Allmen und das Geheimnis der Libellen": Lohnt sich das Einschalten?

Mit dieser Geschichte hat der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter, dessen Werke schon mehrfach verfilmt worden sind, 2011 seine erfolgreiche "Allmen"-Kriminalromanreihe begonnen. Noch im selben Jahr veröffentlichte er "Allmen und der rosa Diamant". Beide Krimis hat der Regisseur Thomas Becker nach Drehbüchern von Martin Rauhaus für das Erste inszeniert. Der "Rosa Diamant" wird eine Woche nach dem ersten Fall des adeligen Diebes ausgestrahlt. Die geistreichen Suter-Storys samt ironisch verpackter Gesellschaftskritik hat Rauhaus um flotte Dialoge im Stil der James-Bond-Filme oder der 70-er-Jahre-Krimireihe "Die 2" angereichert. Und die Titelfigur mit dem Flair eines smarten Helden vergangener Hollywood-Tage umgeben.

Hochkarätige Besetzung: Hanns Zischler, Ben Becker und Gustav Peter Wöhler

Hochkarätig ist die Besetzung in beiden Fällen: Bei "Allmen und das Geheimnis der Libellen" gehören Hanns Zischler, Ben Becker und Gustav Peter Wöhler dazu. Das Ergebnis ist ein TV-Vergnügen, das mit seinem Schick provokativ herausragt aus dem Krimi-Allerlei trostloser Großstadt-Szenarios oder biederer Landgemeinden. Ein Lebenskünstler, der sich dem Zeitgeist widersetzt, der statt dem Geldverdienen dem Ausgeben mit Geschmack und Klasse frönt. An seiner Seite ein cleverer Diener, der mit Allmen durch Dick und Dünn geht.

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