30.11.2016, 16.00 Uhr

"Die vierte Gewalt" als Wiederholung: In der ARD-Mediathek: Futter für die "Lügenpresse"!

Es ist für alle etwas dabei: Politiker werden sich wiedererkennen. Fans von investigativem Journalismus wird eine spannende Geschichte geboten. Und "Lügenpresse"-Rufer könnten sich bestätigt fühlen. Dabei ist der Film "Die vierte Gewalt" allerdings zu überladen, um wahr zu sein. So sehen Sie den Thriller als Wiederholung.

Journalist Jan Schulte (Benno Fürmann) mit Kollegin Britta (Jördis Triebel) und Chefredakteur Weishaupt. Bild: NDR/Marc Meyerbröker

Der Journalismus-Thriller "Spotlight" hat für Aufsehen gesorgt und zur Belohnung vier Oscars kassiert. Die etwas kleinere, vielleicht auch etwas deutschere Version heißt "Die vierte Gewalt" und läuft an diesem Mittwoch im Ersten. Benno Fürmann spielt darin den freien Journalisten Jan Schulte, der einen Scoop wittert: Die Bundesgesundheitsministerin soll ihre Macht ausgenutzt haben, damit ihr Bruder bei einer Organspende bevorzugt wird.

"Die vierte Gewalt" hat alles, um zum politischen Skandal zu taugen. Ähnlich wie "Spotlight", wo Reporter Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche aufdecken, zeigt "Die vierte Gewalt" die redaktionellen Abläufe, wie es zu einer Geschichte überhaupt kommt.

"Die vierte Gewalt" am 30. November verpasst? Wiederholung online (ARD-Mediathek) und im TV

Wenn Sie den Film am Mittwochabend verpasst haben, haben Sie noch in derselben Nacht die Möglichkeit, Verpasstes nachzuholen: Das Erste zeigt "Die vierte Gewalt" in der Nacht zu Donnerstag, den 1. Dezember, um 0.20 Uhr erneut. Darüber hinaus können Sie den Film auch ganz einfach in der ARD-Mediathek nachschauen. Dort steht er Ihnen kostenlos als Video-on-demand zur Verfügung.

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TV-Kritik zu "Die vierte Gewalt" am 30.11.2016

Aus Journalistensicht bedient das mit Grimmepreisen ausgestattete Duo aus Regisseurin Brigitte Maria Bertele und Drehbuchautor Jochen Bitzer einige Klischees. Manche Politiker mögen denken:Genauso ist es. Und "Lügenpresse"-Rufer werden sich bestätigt fühlen. So wirft der Ministeriumssprecher dem Journalisten vor, es gehe ihm nur um Klicks - und Feuilleton sei nichts für Onlinemedien. Eine aufstrebende Politikerin bekommt denRat: "Das ist ein Journalist. Wenn der die Wahl hat zwischen 'ner Story und dir, überlegt der nicht lange." Die Politikerin wiederum wirft dem Reporter vor, Journalisten überlegten sich genau, wen sie als nächstes niederschreiben. Der hingegen hegt Pläne, sie hochzuschreiben. Und ein eitler Redaktionsleiter lässt dieSchreiber auflaufen, als er keine Geschichte sieht: "Aber da sollen sie selber draufkommen."

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