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Angela Merkel: Böhmermann-Statement: Er lässt Erdogan nicht in Ruhe

Erleichtert? Klar. Aber Jan Böhmermann ist auch nach dem ausgestandenen Erdogan-Strafverfahren noch ernsthaft in Rage. Über die Bundesregierung. Vor allem aber angesichts der Zustände in der Türkei.

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Ein halbes Jahr ist es her, dass Jan Böhmermann (35, "Alles, alles über Deutschland") mit einem "Schmähgedicht" über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan eine kleine diplomatische Krise ausgelöst hat. Am Dienstag erst hat die Staatsanwaltschaft Mainz die "Böhmermann-Affäre" per Verfahrenseinstellung wieder vom Politikum zum Witz herabgestuft. Böhmermann nutzte die Gelegenheit am Mittwoch, um in einem "persönlichen Statement" im Stile einer Regierungserklärung nochmal ein wenig Politik zu machen - diesmal sogar ohne Augenzwinkern.

Auf Youtube und Facebook erklärte der Satiriker zunächst seine Erleichterung. Er freue sich, dass die Staatsanwaltschaft "zu dem Schluss gekommen ist, dass ich, verkürzt gesagt, ein unseriöser Quatschvogel bin, der beruflich Blödsinn macht. Alles andere hätte ich zwar schmeichelhaft, aber auch einigermaßen beunruhigend gefunden", sagte Böhmermann. Gleichwohl: Sein "juristisches Proseminar zum Thema Schmähkritik" sei kein Zufall gewesen, sondern geplant, betonte er. Und stoppte dann für einen Moment erkennbar das Blödeln und Ironisieren.

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"'Böhmermann-Affäre' ein großer, trauriger Witz"

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"Im Vergleich zu dem, was kritische Journalisten, Satiriker oder Oppositionelle in der Türkei damals oder auch jetzt gerade durchmachen, ist das ganze Theater um die 'Böhmermann-Affäre' schon wieder ein großer, trauriger Witz für sich, der sich leider völlig außerhalb meiner professionellen Qualitätskontrolle befindet", erklärte Böhmermann in ruhigem Tonfall. "Während sie dieses Video sehen, sitzen in der Türkei Menschen in Haft, ohne Chance auf einen fairen Prozess, müssen ihre Reisepässe abgeben, dürfen das Land nicht verlassen, verlieren ihren Job, weil sie sich kritisch mit ihrem Land auseinandergesetzt haben oder in einem zu großen Kreis eine andere Meinung vertreten haben als erlaubt."

Auch der Bundesregierung um Angela Merkel (62, CDU) gab Böhmermann noch einen ernsthaften Seitenhieb mit. Die Situation in der Türkei sei "scheiße und genau darum geht es", erklärte er. "Dass man sich in Deutschland in diesen Punkten - Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit - sicher fühlen muss und zwar nicht nur privilegierte Medienfuzzis mit einer eigenen Sendung in der Digitalsparte, sondern jeder." "Wenn ein Witz eine Staatskrise auslöst, ist das nicht das Problem eines Witzes, sondern eines Staates", betonte Böhmermann. Merkel hatte seine "Schmähkritik" im April als "bewusst verletzend" brandmarken lassen, und Erdogan nach Ansicht des Satirikers damit zu einer Strafanzeige "eingeladen".

Monty Python zum Abschied

"Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe", hatte Böhmermann im Zuge der "Affäre" zu Protokoll gegeben. Und auch jetzt wirken die spöttischen Erwiderungen des TV-Promis noch bitter gefärbt: Zum Abschluss des Videos intonierte der 35-Jährige den Monty-Python-Song "Always Look On The Bright Side Of Life" - jenen Song, den im Film "The Life of Brian" der gekreuzigte Jesus zum Besten gibt.

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