Dankesrede: Goldene Kamera: Dunja Hayali sorgt für großen TV-Moment

Die Goldene Kamera ist am Samstag in Hamburg verliehen worden. Wer bis ca. 22 Uhr durchgehalten hat, ist Zeuge eines außergewöhnlichen TV-Ereignisses geworden. Davor gab es immerhin Gerard "Geri" Butler, Helene Fischer und Thomas Gottschalk.

Dunja Hayali bei ihrer Dankesrede für die Goldene Kamera in der Kategorie Beste Information - Laudator Michael Mittermeier Bild: facebook.com/GoldeneKamera/spot on news

Die Preisverleihung der "Goldene Kamera", die am Samstag live im ZDF übertragen worden ist, war über lange Strecken hinweg eine wahre Geduldsprobe für Zuschauer, die sich gern gut und intelligent unterhalten lassen wollen. Allzu viele Fremdschäm-Momente sorgten von Beginn an dafür, dass reihenweise Zuschauer wegzappten - nicht ohne dies in diversen Social-Media-Kanälen kundzutun. Wer jedoch dabei blieb, wurde gegen 22 Uhr umso reicher belohnt: TV-Journalistin, "Morgenmagazin"-Moderatorin und Talkshow-Gastgeberin Dunja Hayali (41, "Is was, Dog?: Mein Leben mit Hund und Haaren") bekam den Preis in der Kategorie Beste Information - und ihre Dankesrede war einer der berührendsten und ehrlichsten TV-Momente seit langem.

Es begann schon mit der Laudatio: Comedian Michael Mittermeier (49) knöpfte sich darin all jene Menschen vor, die Dunja Hayali in diversen Kanälen mit fremdenfeindlichem Hass überschütten, seit diese in unterschiedlichen Sendeformaten über die Flüchtlingsproblematik berichtet.

Dass Helene Fischer eine Goldene Kamera bekommen würde, stand bereits fest - mehr dazu erfahren Sie in diesem Clip bei MyVideo

Was dann folgte, war eine gut viereinhalb Minuten dauernde Dankesrede der Preisträgerin Hayali voller klarer, vernünftiger und berührender Worte, bei der nicht nur sie mit den Tränen kämpfte, sondern schnell auch das Publikum im Saal und vor den Bildschirmen. Auch das war zahlreichen Posts bei Facebook zu entnehmen: "Die Laudatio von Michael Mittermeier und die Dankesrede von Dunja Hayali waren definitiv die Highlights gestern. Danke!", um nur einen zu zitieren.

Die Rede

Im Kern ihrer Rede ging es vor allem um den Hass, der ihr seit einiger Zeit entgegenschlägt. Warum sie all diese Kommentare überhaupt noch lese, beantwortete Hayali so: "Ich setze wirklich immer noch, naiver Weise vielleicht, auf den Dialog. Mich interessieren andere Meinungen, andere Argumente, auch zur Selbstreflexion. Aber was da gerade abgeht, ist mit Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschrieben: Bedrohungen, Beschimpfungen, Vergewaltigungswünsche... Keiner hört keinem mehr zu [...] Glaubt eigentlich irgendjemand, dass dieser ganze Hass irgendwas bringt? [...]"

Und dann wiederholt sie, was auch Mittermeier in seiner Laudatio schon angesprochen hatte: "In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist. [...]"

Mit den Worten "Bleiben Sie offen und differenziert und respektieren Sie andere und anders denkende", kam sie zum Schluss, an dem sie besonders ihrer Schwester und ihren Eltern dankte. Für diese Rede der in Deutschland geborenen Tochter irakischer Christen aus Mossul gab es Standing Ovations im Saal.

Gerard "Geri" Butler

Neben dem absoluten Highlight gab es an diesem Abend noch ein paar Hingucker, besser gesagt Hinhörer. Denn Laudator Til Schweiger (52) nannte den schottischen Hollywood-Star Gerard Butler (46, "Die nackte Wahrheit"), der als Bester Schauspieler International ausgezeichnet wurde, ausschließlich "Geri". Und besagter Geri wurde ebenfalls nicht müde, die enge Verbindung zwischen den beiden zu betonen.

Den Geschichten über gemeinsame Drehs hätte man tatsächlich gerne weiter gelauscht, doch dann kam die multimediale "Hölle" (Geräusch plus imaginäres Feuer am Boden) zum Einsatz, die sich die Macher der Show als Showstopper für zu langatmige Dankesreden ausgedacht hatten. In diesem Fall allerdings wäre die überflüssig gewesen, denn Butler war sogar gewitzt genug, ein Zitat von Gottschalk dazu aufzugreifen: "Ich danke meinem Dorf und meinem Lehrer..." So etwas wolle man nun mal nicht hören, daher die "Hölle", hatte Gottschalk zuvor erklärt.

Helene Fischer oder war es Helena Fürst?

Für eine große Überraschung sorgte Helene Fischer (31), die an dem Abend als Beliebtester deutscher Musik-Act ausgezeichnet wurde. Sie erschien mit einer ungewöhnlichen Frisur, bei der die vordere Haarpartie steil nach oben frisiert war. Erst zwei Tage zuvor hatte ausgerechnet Dschungelcamp-Promi Helena Fürst (41) mit einer zwar noch extremeren, aber doch ähnlichen Turmfrisur beim Wiener Opernball für Stirnrunzeln gesorgt.

Für Stirnrunzeln sorgte dann auch die Handball-Nationalmannschaft, die während einer Schalte ein Ständchen für Preisträgerin Helene Fischer sang - in den Top 10 dürfte deren "Atemlos durch die Nacht"-Version wohl nicht landen.

Wiedersehen mit dem Entertainer Thomas Gottschalk

Was der Abend ebenfalls zu Tage förderte: Ja, er kann es noch! Seine genial lässige Art im Umgang mit Promis und der großen Bühne demonstrierte Gala-Gastgeber Thomas Gottschalk (65, "Herbstblond: Die Autobiographie") vor allem in jenen Momenten, in denen er vom Skript abwich. Umso erfreulicher sind die Gerüchte um ein neues TV-Format für den inzwischen elegant ergrauten Entertainer, zu dem es im Frühjahr mehr Informationen von RTL geben soll...

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