03.02.2016, 11.30 Uhr

"The Voice Kids" 2016: Harte Vorwürfe gegen die Castingshow!

Bei "The Voice Kids" träumen ab Freitag wieder junge Gesangstalente von der großen Karriere. Medienexperten warnen vor Enttäuschungen, Coach Lena Meyer-Landrut traut den Kids durchaus zu, damit umzugehen.

Sängerin Lena mit Noah-Levi, dem Gewinner von "The Voice Kids" 2015. Bild: Jörg Carstensen / dpa

Blitzlichtgewitter, rote Teppiche, jubelnde Fans: Wer hat als Kind oder Jugendlicher nicht davon geträumt, später einmal berühmt zu werden? Die Castingshow "The Voice Kids", die an diesem Freitag (20.15 Uhr) in die vierte Staffel geht, verspricht zwar keine großen Karrieren. Aber der Gewinner hat zumindest ein Ausbildungsstipendium von 15.000 Euro in der Tasche und - wenn er will -einen Plattenvertrag.

Experten warnen vor "The Voice Kids": Kinder leiden unter dem Druck

Einige Medienexperten sehen Castingshows für die junge Generation kritisch. "Eltern müssen sich bewusst darüber sein, dass es nicht nur um den Auftritt auf der Bühne geht, wie man es vielleicht vom Schultheater oder Krippenspiel zu Weihnachten kennt. Die Kinder werden sozusagen in eine Medienmaschinerie aufgenommen, die natürlich ihre Gesetzmäßigkeiten hat", sagt etwa Kristin Langer. Sie ist Mediencoach bei der vom Bundesfamilienministerium geförderten Initiative "SCHAU HIN!", die Eltern Tipps gibt, wie Kinder gut mit Medien aufwachsen.

"Wenn eine Show produziert wird, dann muss alles wie am Schnürchen laufen, und es geht schon mal ganz ruppig zu. Das ist kritisch zu betrachten, speziell für jüngere Kinder." Die Kandidaten würden Druck und Versagensängste spüren. "Es hängt dabei von der Persönlichkeit ab, wie Kinder mit diesem Druck umgehen." Eltern sollten gut abwägen, wie stabil ihr Kind ist.

Teilnehmer laut Lena Meyer-Landrut sehr selbstbewusst

Tränen der Enttäuschung haben Zuschauer in den vergangenen Staffeln des Sat.1-Formats allerdings selten gesehen. Die jungen und stimmgewaltigen Teilnehmer wirkten selbstbewusst und oft keck. "Ich glaube, dass die Kinder richtig krass daran gewöhnt sind, öffentlich kritisiert zu werden, schon alleine durch Instagram oder Facebook", meint die Sängerin Lena Meyer-Landrut ("Wild and Free"). Die 24-Jährige ist seit der ersten Staffel als Coach dabei und gibt den jungen Talenten Tipps mit auf den Weg.

"Es gibt jeden Tag so viel Kritik, nicht nur täglich in der Schule, sondern auch auf diesen sozialen Plattformen. Ich habe das Gefühl, dass sie da nicht so sensibel sind. Sie sind eher dankbar für konstruktive Kritik." Auch Mediencoach Kristin Langer sieht in der Show positive Ansätze: "'The Voice Kids' unterscheidet sich in der Tat von ähnlichen Formaten. Fiese Sprüche oder Kommentare unter der Gürtellinie sind ausgespart. Aber es werden dennoch große Träume aufgebaut."

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