12.06.2015, 17.55 Uhr

Anderst schön in der ARD-Mediathek: Wiederholung: Plattenbau-Romanze mit Charly Hübner

Liebesgeschichten im deutschen Fernsehfilm gibt es wahrlich zuhauf. Doch selten wird sie so langsam und zart erzählt wie in dieser Romanze. So sehen Sie "Anderst schön" als Wiederholung.

Roger (Charly Hübner) ist hin und weg von der zugezogenen Ellen (Christian Große). Bild: NDR/Christine Schroeder

Früher war alles schöner, heute ist es "Anderst schön", so heißt ein Spielfilm, der an diesem Freitag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen ist. Und natürlich wird darin am Ende alles gut - und wenn es dann doch nicht gut ist, dann ist eben noch nicht das Ende. Das klingt ebenso platt wie der Plattenbau, in dem das Geschehen spielt - ist aber doch ziemlich treffend und außerdem auch noch charmant.

Es war einmal ein Hausmeister, der lebte in einem Schloss und in unermesslichem Reichtum. Das erzählt er zu Beginn dem Zuschauer. Nur stimmt das nicht so ganz: Hausmeister ist er schon (noch), aber der Rest ist eher trostloser Plattenbau. Und der soll auch noch abgerissen werden. Und genau da, in einer Schweriner Platte, wohnt Roger Müller (Charly Hübner), der schon mit dem Ersatz einer einzelnen Badkachel ziemlich überfordert ist. Aber jeder Aushang im Treppenhaus muss von ihm genehmigt werden, er kümmert sich um an die Wand gepinselte Hakenkreuze und ein paar Schafe, die er vor der angeblich drohenden Schächtung rettet und die ihr Dasein auf der Dachterrasse fristen. Und wenn der Wind günstig steht, dann kann man von da oben sogar das Meer sehen. Dummerweise steht er meist gar nicht günstig.

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"Anderst schön" mit Charly Hübner verpasst? Hier gibt es die Wiederholung (ARD-Mediathek)

Wenn Sie die Tragikomödie "Anderst schön" am Freitagabend verpasst haben, schauen Sie den Spielfilm mit Charly Hübner doch als Wiederholung in der ARD-Mediathek. Im TV wird "Anderst schön" nicht wiederholt.

Charly Hübner heute Abend in der ARD: Plattenbau ist "Anderst schön"

Natürlich ist Roger liebenswert und hilfsbereit und immer für alle Hausbewohner da, und das sind entweder übrig gebliebene DDR-Anhänger oder gescheiterte Genies, ein paar wandmalernde Neonazis und ein schlitzohriger Döner-Verkäufer. Ach ja, und Rogers trinkfeste "Muddi" Katrin (Renate Krößner), die esoterisch angehauchte Nachbarin Hilde (Steffi Kühnert) und der ehemalige Geigenbauer Hermann Schröder (Hermann Beyer) gehören auch noch dazu. Und bald auch endlich seine ersehnte Traumfrau: Die Berlinerin Ellen (Christina Große) zieht nach der Trennung von ihrem Mann gemeinsam mit ihrer Tochter Jill (Emilie Neumeister) in das Haus an der Lessingstrasse 148 ein und übernimmt die leerstehende Eck-Kneipe.

"Anderst schön" heute im Ersten: "Später is auch wieder jetze"

Die sehenswerte Tragikomödie von Regisseur Bartosz Werner nimmt ihre Figuren ernst, sorgt für einige Wendungen und Verwirrungen und bietet vor allem ganz viel Herzenswärme. Die lebensnahe Geschichte um zwei einsame Herzen ist einfühlsam erzählt und hübsch gespielt. Hinzu kommen ein paar treffende (für den Zuschauer eingeblendete) Handy-Nachrichten, die sich Roger und Ellen über eine Dating-App unbekannterweise gegenseitig schicken - wodurch sie sich immer besser verstehen und zunächst virtuell ineinander verlieben. Und es gibt einige sehr gelungene Dialoge aus der Feder von Autor Wolfgang Stauch: "Och Muddi, das is doch nur wegen jetze." "Ja, und später is auch wieder jetze."

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rut/news.de/dpa

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