Batman: "Gotham": So gut ist die Batman-Serie ohne Batman

Die US-Serie "Gotham" widmet sich der Vergangenheit bekannter Figuren aus dem Batman-Universum. Im Zentrum der düsteren Geschichte steht der junge Polizist Jim Gordon. Der Spagat zwischen eigenständiger Krimi-Serie und Batman-Prequel gelingt mit Abstrichen.

James Gordon (Ben McKenzie, r.) hat Bruce Wayne versprochen, den Mörder seiner Eltern zu fassen. Doch hat er in Oswald "Penguin" Cobblepot (Robin Lord Taylor, l.) bereits den Richtigen gefunden?

Bild: ProSieben/Warner Bros. Entertainment, Inc./spot on news

Eine Batman-Serie, in der Batman nur die Nebenrolle spielt? Ja, das funktioniert tatsächlich. "Gotham" erzählt die Vorgeschichte bekannter Protagonisten der berüchtigten, titelgebenden Metropole. Wie wurde Bruce Wayne zum dunklen Ritter? Wie stieg der junge Verbrecher Oswald Cobblepot zum gefürchteten Pinguin auf? Und warum wurden Catwoman, der Riddler oder Poison Ivy zu den Figuren, die sie später darstellen werden?

Im Zentrum der Geschichte steht allerdings einer, der sein Dasein zumindest in den Filmen bisher eher im Schatten von Batman fristete: Der spätere Polizeichef Jim Gordon, gespielt von Ben McKenzie, der hier noch ein unerfahrener Ermittler und dessen erster Fall der hinlänglich bekannte Mord an den Eltern von Bruce Wayne ist. Der junge Polizist muss sich nicht nur mit diversen Verbrechern herumschlagen, sondern auch mit seinem undurchsichtigen Kollegen Harvey Bullock (Donal Logue) - der seinem Kollegen zwar in der ersten Folge das Leben rettet, gleichzeitig aber mit der Unterwelt kooperiert. Wie scheinbar alle Polizisten in Gotham.

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Mit gehörigem Werbeaufwand startete die Serie im September 2014 in den USA beim Sender FOX. Dabei hätte es den künstlichen Hype im Vorfeld vermutlich gar nicht gebraucht: Comic-Verfilmungen in Kino und TV boomen ohnehin. Bevor "Gotham" am Dienstag um 21.45 Uhr mit einer Doppelfolge auf ProSieben startet, ist dort "The Flash" zu sehen. Am Wochenende nehmen dann "Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D" bei RTL II ihren Dienst auf. Im April zieht der Streaming-Dienst Netflix mit "Daredevil" nach. Und im Kino vergeht ohnehin kein Jahr ohne eine handvoll Comic-Verfilmungen oder Fortsetzungen.

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Gelungener Auftakt

Die Vorzeichen für ein aufwendig produziertes, düsteres Superhelden-Format wie "Gotham" könnten besser kaum sein. Tatsächlich gelingt der Auftakt vielversprechend, wenn auch nicht perfekt. Die Serie versucht sich redlich, den Spagat zwischen düsterem Krimi im "Sin City"-Look und Comic-Verbeugung zu meistern - so richtig ausgewogen gelingt das zumindest zu Beginn nicht immer.

Die künftigen Schurken sind bereits in jungen Jahren zum Teil ziemlich böse oder mindestens verhaltensauffällig - besonders subtil ist ihre Einführung jedenfalls nicht und wie man ihrer Biografie künftig neue, überraschende Facetten abgewinnen will, ist nicht ganz klar. Trotzdem bleiben die gescheiterten Existenzen spannend. Heimlicher Hauptdarsteller ist die Stadt Gotham selbst: Düster, dekadent und durch und durch schlecht und korrupt - bis auf Jim Gordon, der auf verlorenem Posten tapfer um Gerechtigkeit und Wahrheit kämpft, während die mächtigen Bösewichter der Stadt weiter an ihrer umfassenden Verschwörung arbeiten. Vor allem Mafiaboss Carmine Falcone (John Doman) und Fish Mooney (Jada Pinkett Smith) streiten um die kriminelle Vorherrschaft. Letztere Figur wurde eigens für die TV-Serie entwickelt und trat bisher nicht in den Comics in Erscheinung.

Trotz kleinerer Schwächen könnte "Gotham" auch in Deutschland ein echter Hit werden, was in erster Linie an den tollen Schauspielern und dem faszinierenden, unverbrauchten Setting liegt. Die Ermittler McKenzie und Logue bilden ein wunderbares Gespann, Robin Lord Taylor als künftiger Pinguin ist eine Schau und Gotham als dystopische Version einer amerikanischen Großstadt wunderbar in Szene gesetzt.

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