Tatort: Annette von Droste-Hülshoff: Die Dichterin und der junge Lover?

Viele Flaschen Hochzeitswein von Annette von Droste-Hülshoff kosteten im "Tatort: Chateau Mort" einen jungen Mann das Leben. Doch wie wahr ist die alte Geschichte um die Liebe zwischen der Dichterin und dem jüngeren Kollegen eigentlich?

Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (Constanze Weinig) irrt durch das nächtliche Konstanz der 1848er Jahre

Bild: SWR/Peter Hollenbach/spot on news

Im "Tatort: Chateau Mort" irrte Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) auf der Suche nach ihrem jungen Verlobten, dem Dichter-Kollegen Levin Schücking (1814-1883), durch das nächtliche Konstanz der 1848er Jahre. Ob die beiden wirklich heiraten wollten, ist nicht belegt. Fakt ist aber, dass sie sich sehr zugetan waren, was die vielen gut erhaltenen Briefe belegen, die zwischen den beiden Schriftstellern ausgetauscht wurden.

Kennengelernt hatten sie sich, weil von Droste-Hülshoff mit Schückings Mutter befreundet war. Diese verstarb, als er 17 Jahre alt war. Wenige Jahre später begann jene gut dokumentierte intensive Dichterfreundschaft. Ab 1841 wohnte die bei Münster geborene Schriftstellerin laut Hülshoff-Stiftung häufig bei ihrem Schwager auf Schloss Meersburg am Bodensee. Im selben Jahr wurde Schücking dort Bibliothekar. Dank der inspirierenden Freundschaft zwischen den beiden entstanden in Meersburg viele ihrer wichtigen Gedichte, so auch "Der Knabe im Moor" (1941).

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Die Hochzeit

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1842 bis 1843 zog Schücking als Erzieher zur Fürstenfamilie von Wrede nach Österreich. Im Herbst 1843 wechselte er als Redakteur zur einflussreichen "Allgemeinen Zeitung" nach Augsburg. Und auch privat gab es eine wesentliche Veränderung: Ebenfalls 1943 heiratete er die Schriftstellerin Louise von Gall (1815-1855). Auch mit ihr soll es einen langjährigen intensiven Briefwechsel gegeben haben, währenddessen sich die beiden auch verlobten.

Annette von Droste-Hülshoff heiratete nie. 1848 verstarb sie auf Schloss Meersburg an einer Lungenentzündung. Diese bedeutende deutsche Dichterin in einen Bodensee-"Tatort" einzuflechten, passt nicht nur wegen ihrer Liebe zur Gegend gut. Immerhin ist es auch ein Kriminalfall, mit dem die meisten sie heute noch verbinden:

"Die Judenbuche" (1842) ist jene berühmte Novelle - und zugleich Milieustudie - die an vielen Schulen auch heute noch zum Lehrplan gehört. Darin geht es um einen unaufgeklärten Mord in einem entlegenen westfälischen Dorf im 18. Jahrhundert.

Die Dichterin im "Tatort"

Apropos Westfalen, auch bei den Münsteraner Kollegen Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Thiel (Axel Prahl) spielten die Werke der berühmten Landsfrau bereits eine Rolle, genauer gesagt sogar in deren erstem Fall 2002 "Der dunkle Fleck" - sowie in "Ruhe sanft!" (2007).

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