29.12.2014, 08.00 Uhr

Der Medicus Teil 2 heute im Ersten: Wie erotisch kann das Sezieren einer Leiche sein?

Im Kino sahen Millionen den opulenten Medicus. Nun zeigt die ARD den Streifen als Zweiteiler im Fernsehen (29./30. Dezember 2014) - und packt noch mal ein paar neue Szenen drauf. Es geht um alles: Medizin, Seuchen, Liebe, Religion.

Das Erste überträgt den Medicus als Zweiteiler am 29. und 30. Dezember 2014. Bild: ARD / Degeto

Das Erste bietet seinen TV-Zuschauern heute und morgen Abend ein Kino-Highlight der Extraklasse - die Verfilmung von Noah Gordons Klassiker «Der Medicus». Der sensationelle Kino-Erfolg wird Montag und Dienstag jeweils zur Prime-Time als Zweiteiler ausgestrahlt. Mit dabei sind hochklassige Schauspieler wie Elyas M'Barek, Tom Payne und Oscar-Preisträger Ben Kingsley.

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Der Medicus 2014: So sehen Sie den Zweiteiler im TV (ARD), Live-Stream oder als Wiederholung in der Mediathek

Das Erste strahlt «Der Medicus» am 29. und 30 Dezember als Zweiteiler um 20.15 Uhr aus. Parallel dazu können Sie den Film auch im kostenlosen Schluss, aus, vorbei: Diese Paare gingen 2014 getrennte Wege

Der Medicus TV-Vorschau vom 29./30. Dezember 2014

Kann das Aufschneiden einer Leiche erotisch sein? Zumindest wenn Rob Cole (Tom Payne) das Messer führt, stellt sich diese Frage. Er behandelt den toten Körper wie eine große Kostbarkeit, der Kerzenschein erhellt die Haarsträhne auf seiner Stirn. Und wenn Regisseur Philipp Stölzl in diese Szene Bilder aus einem nahen Schlafgemach schneidet, in der sich Robs Geliebte Rebecca gerade für ihren ungeliebten Ehemann entblättern muss, erst recht.

So verrucht diese Episode aus «Der Medicus», der Verfilmung des Weltbestsellers von Noah Gordon, klingen mag: Die Inszenierung bleibt angemessen zurückhaltend. Was gut ist, denn die ARD zeigt den Kinoerfolg kurz vor dem Jahreswechsel an zwei Abenden zur besten Sendezeit - dann, wenn viele Familien gemeinsam vor dem Fernseher sitzen. Für die TV-Ausstrahlungen wurde die sowieso schon recht opulente Leinwandfassung nochmals um einige Szenen erweitert.

In der Szene mit Rob und der Leiche verdichtet sich viel, um was es in «Der Medicus» geht: Medizin, Ethik, Liebe, Wissensdrang, die Macht der Religionen. Denn Rob muss fürchten, bei seiner nächtlichen Obduktion von den Glaubenshütern der persischen Stadt Isfahan entdeckt zu werden. An chirurgische Eingriffe ist im elften Jahrhundert eigentlich nicht zu denken - der menschliche Körper gehört noch ganz Gott und nicht den Medizinern. Was Rob tut, ist verboten. In Zeiten, in denen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Brutalität versucht, Glaubensgrundsätze zum Gesetz zu erheben, bekommt «Der Medicus» zwangsläufig auch immer wieder einen aktuellen Zungenschlag.

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Ausgangspunkt der Geschichte ist der Tod von Robs Mutter, die an einer mysteriösen Krankheit stirbt. Ein fahrender Bader (Stellan Skarsgård) nimmt ihn auf. Fortan versucht Rob mehr schlecht als recht an der Seite des raubeinigen Quacksalbers Menschen zu heilen. Als er von dem legendären Mediziner Ibn Sina (Ben Kingsley) und dessen Universität im fernen Persien hört, verlässt er England.

Um eine Chance zu haben, gibt sich der Christ Rob fortan als Jude aus - inklusive einer Eigenbeschneidung in der Wüste. In Isfahan wird er schließlich Ibn Sinas bester Schüler, der sogar ein Mittel gegen die Pest entdeckt. Doch sein Forscherdrang ist damit noch nicht gestillt. Und leider verliebt er sich auch noch in die vergebene Rebecca.

FOTOS: Das ist doch der aus ... Raten Sie Schauspieler-Namen - das jeweils zweite Bild sagt, wer hier in die Kamera blickt
zurück Weiter Er ist wohl einer der charismatischsten Schauspieler, die (fast) nie eine Hauptrolle gespielt haben: Sir Ben Kingsley. (Foto) Foto: Jörg Carstensen/dpa Kamera

Der Medicus im Ersten mit Elyas M'Barek

In dem von Nico Hofmann mitproduzierten Film spielen nicht nur der wie meist hervorragende Oscar-Preisträger Kingsley und der unverwechselbar Skarsgård mit, sondern auch zwei der momentan vielleicht populärsten deutschen Darsteller. Elyas M'Barek («Fack ju Göhte») und Fahri Yardim («Tatort»). Allerdings heißt es genau hinsehen - unter allerhand Stoff und Kajal sind die beiden manchmal nur schwerlich zu erkennen.

«Der Medicus» ist eher ein Film der Offensichtlichkeiten und keiner, der seinen Zuschauern mit leiseren Zwischentönen Platz zur Interpretation lässt. Wer Pathos und große Bilder mag wird aber seine Freude haben. Für die etwas Sachlicheren hat die ARD schon vorgesorgt. Nach dem zweiten Teil läuft die Dokumentation «Kräuter, Kruzifixe, Quacksalber - Medizin im Mittelalter».

VIDEO: Elyas M’Barek als Bär!

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sam/news.de/dpa

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