Eurovision Song Contest 2014: ESC-Siegerin Conchita Wurst wirbt für Freiheit und Toleranz

Spektakulärer Abend mit außergewöhnlichen Auftritten und einer überraschenden Siegerin. Alle Peinlichkeiten, Kitsch und Glanz der ESC-Gala gibt's hier im Ticker für Sie zum Nachlesen.

Am Samstagabend wurde Kopenhagen zum Schauplatz der wohl größten Party Europas. Der Eurovision Song Contest 2014 gastierte nach dem Vorjahressieg von Emmelie de Forest in der dänischen Hauptstadt. Gesucht wurde auch in diesem Jahr der beste Musikact des Kontinents. Dieser Herausforderung stellten sich Künstler aus insgesamt 37 Ländern, die in zwei Halbfinals (6. und 8. Mai 2014) und einem großen ESC-Finale um die Gunst der Zuschauer und der Fachjurys sangen. Alle Neuigkeiten zum Showspektakel gibt's hier.

Mitarbeit: Tobias Rüster, Ullrich Kroemer und Ines Fedder

Der Eurovision Song Contest von A bis Z
Europa singt und tanzt
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00.30 Uhr: Conchita Wurst gewinnt haushoch den ESC 2014

Sie hat es geschafft! Schon während der Show war Conchita den Tränen nahe, als es dann zur Punktevergabe ging und sie eine «12» nach der anderen absahnte, konnte sie nichts mehr halten. Conchita Wurst hat mit 290 Punkten den Eurovision Songcontest gewonnen und widmete ihren Sieg allen, die an Frieden und Freiheit glauben. «This night is dedicated to everyone who believes in peace and freedom. We are unstoppable!», verkündet die strahlende Siegerin Conchita vollkommen überwältigt auf der Bühne. Ein schönes Statement von der Sängerin mit Bart. Oder wie Peter Urban schelmisch sagte: «Vielleicht hat sich Europa geändert, heute ist alles ‹Wurst›.»

ESC 2014: Niederlande und Schweden auf dem Treppchen

Es ist offiziell! Das Treppchen beim ESC 2014 auf einen Blick:

1. Platz: Österreich: Conchita Wurst («Rise Like A Phoenix»)

2. Platz: Niederlande: The Common Linnets («Calm After The Storm»)

3. Platz: Schweden: Sanna Nielsen («Undo»)

... 18. Platz für Deutschland mit Elaiza («Is It Right»)

Alle Punkte im Überblick finden Sie auf auf der offiziellen interaktiven Punktegrafik.

00.05 Uhr: Zwischenbilanz: Conchita weint

Man kann es kaum glauben, aber Ösi-Transe Conchita Wurst mischt den konservativen ESC ganz schön auf. Bei fast der Hälfte aller abgegeben Stimmen liegt sie ganz vorne. Der Erfolg rührt sie bereits jetzt schon zu Tränen. Keine Überraschung hingegen waren die Buh-Rufe bei der 12-Punkte-Verteilung von Asebaijan an die Zwillinge aus Russland. Da merkt man, dass es hier nicht nur um die Musik geht. Ganz im Gegenteil zu Schweden und Deutschland: Alcazar singt bei der Punktevergabe von Schweden und Punktefee «Beautiful Helene» macht diesmal keine Fehler. Deutschland steht nur bei 20 Punkten bisher.

23.20 Uhr: Kleine Pause mit großen Effekten: Konfetti-Knaller und Leitern bis zum Himmel

Da hat sich der Kommentator Peter Urban aber erschreckt, als es plötzlich Konfetti regnete und laut knallte. Witzig! Oder wie man in der «ARD» sagt: «Oh Fucking Hell!» Im Gegensatz dazu kommt einem die Neu-Inszenierung von Beethovens «Ode an die Freunde» sogar recht langweilig vor. Auf mehreren riesigen Leiter singt die Band Momoland den Klassiker auf eine ganz neue Art und Weise - mit schöner Mundharmonika-Einlage als besonderes Highlight. Es scheint, als könnten sie mit ihrem Gesang den Himmel erreichen - und mit den Leitern natürlich. Ein grandioses Bild, was einem hier geboten wird.

22.55 Uhr: Überraschung: San Marino mit Ralph Siegel am Flügel

San Marino tritt zum dritten Mal hintereinander mit derselben Künstlerin an. Und diesmal soll es klappen! Denn: Endlich ist Ralph Siegel mit seiner Valentina wieder beim ESC dabei. Mit «Maybe» will er es heute schaffen. In weißer Abendrobe singt Valentina daher um ihr Leben - große Gesten wie das Auseinanderreißen der Arme inklusive.

22.53 Uhr: Vor Auftritt der Niederlande: Umbau dauerte länger

Sind The Commen Linnets etwa nervös? Ein paar schiefe Töne am Anfang waren leider zu hören. Das Duo aus den Niederlanden hat ihre Platten sogar schon in der berühmten Country-Musik-Metropole Nashville aufgenommen und so sehen die beiden auch aus. Fast wie Dolly Parton und Neil Diamond in ihren besten Zeiten. Das Publikum hat dennoch Spaß.

22.50 Uhr: Basim singt in Blues-Brothers-Combo

Nein, es sind nicht die Blues Brothers, sondern Basim aus Dänemark, der hier seinen Song «Cliché Love Song» performt: Bei seinem Auftritt verliert er sich etwas in der Menge der Anzugträger auf der Bühne. Dennoch ein netter Muntermacher-Act - aber wie der Name schon sagt: irgendwie sehr klischeehaft. Erinnert ein bisschen an Bruno Mars, allerdings ohne Star-Faktor. Schade! Und das vor heimischer Kulisse. Die Dänen feiern ihren Star natürlich trotzdem. Dass die Dänen ihre Titel verteidigen können, ist unwahrscheinlich.

22.48 Uhr: Malta: Back to the roots

Schöner Auftritt von Malta mit der Band Firelight. Mit dem Song «Coming Home» haben sie einen richtigen Ohrwurm geschaffen. Der lockere Freizeit-Dress ist eine nette Abwechslung

22.46 Uhr: Ungarn singt über Kindesmisshandlung

Eine schwierige Geschichte, die András Kállay-Saunders aus Ungarn mit «Running» erzählt. In dem Lied geht es um ein misshandeltes Kind. Da sind große Showeffekte einfach unpassend. Die Tänzerin im weißen Kleid gibt auf der Bühne dennoch ihr Bestes. Trotzdem ist diese Inszenierung definitiv fehl am Platz bei so einem ernsten Thema.

22.45 Uhr: Schwiegermutters Liebling Sebalter mit coolem Auftritt

Unsere Nachbarn aus der Schweiz haben ihren Act gut ausgewählt. Sebalter überzeugt durch schlichte Performance und legerem Look. Nach den übertriebenen Shows von der Ukraine und Weissrussland ist Schwiegermutter Liebling Sebalter ein wahrer Segen.

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