Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 24.03.2014, 18.21 Uhr

«Das Jenke-Experiment» bei RTL: Jenke von Wilmsdorff lässt sich an Rollstuhl fesseln

Rund 1,6 Millionen Deutsche sitzen im Rollstuhl. Für «Das Jenke-Experiment» wird auch RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff zum Rollstuhlfahrer, lebt fünf Tage lang in einer behindertengerechten Wohnung und spricht mit Betroffenen. So sehen Sie die Folge in der Wiederholung.

Er war schon eine Frau, hat gekifft bis zum Umfallen. Nun hat sich RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff in «Das Jenke-Experiment» an ein besonders sensibles Thema gesagt: Wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen. Fünf Tage lang ließ sich der 48-Jährige dafür an einen Rollstuhl fesseln, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. So wurden seine Beine mit speziellen Bandagen fixiert, damit er sie auch wirklich nicht bewegen kann. Verschient waren nur zwei Stellungen möglich: sitzen und liegen.

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«Das Jenke-Experiment»: RTL-Reporter Wilmsdorff im Rollstuhl

Auf diese Art will Wilmsdorff testen, welchen Widrigkeiten Rollstuhlfahrer in ihrem Alltag und der Gesellschaft ausgesetzt sind. Er will am eigenen Leib spüren, wie es ist, mit einem solchen Handicap zu leben. Das Thema der Sendung hatten die RTL-Zuschauer selbst vorgeschlagen. Um die Situation möglichst authentisch nachzuempfinden, zieht der RTL-Reporter für «Das Jenke-Experiment» in eine behindertengerechte Wohnung und lernt andere Rollstuhlfahrer kennen - wie Carolin Fischer.

Jenke von Wilmsdorff spricht mit Betroffenen über Leben mit Handicap

Nach einem Sturz im Alter von 13 Jahren ist sie gelähmt. Das hindert sie jedoch nicht daran, als Bürokauffrau und Fotomodell zu arbeiten. Auch wenn für sie als Teenager zunächst eine Welt zusammenbrach, hat sich Carolin mit ihrem Schicksal arrangiert und redet mit Wilmsdorff ganz offen über Themen wie Sex oder die Verdauung.

Denn wenn jemand vom Bauchnabel abwärts gelähmt ist, funktioniert auch sie nicht wie bei gesunden Menschen. Carolin trägt deshalb ein Implantat unter der Bauchdecke, das sie per Gerät steuern kann. Drei Tasten gibt es - fürs Wasser lassen, festen Stuhlgang und die Erektion beim Mann. «Ja, auch Behinderte haben Sex», stellt sie klar. Dabei komme es nicht immer auf den Orgasmus an, sagt sie, «sondern auf die Liebe zwischen den Personen».

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Barrierefreiheit in Deutschland: Es gibt viel Nachholbedarf

Der Optimismus, mit der die junge Frau ihren Alltag bestreitet, ist bewundernswert. Das findet auch Wilmsdorff, der hautnah zu spüren bekommt, wie viel Kraft ein Mensch mit Handicap schon für die alltäglichsten Dinge aufbringen muss. Da wird es schon zum Kraftakt, ins Auto zu steigen. Bordsteine und zu steile Straßen werden zu unüberwindbaren Hindernissen. Man ist immer auf Hilfe angewiesen - und darauf, dass die eigene Umgebung möglichst barrierefrei ist.

In den eigenen vier Wänden können sich Betroffene selbst entsprechende Voraussetzung schaffen, doch in der Öffentlichkeit sind sie den Gegebenheiten oft hilflos ausgeliefert. Denn in Sachen Barrierefreiheit sieht es vielerorts alles andere als rosig aus, wie «Das Jenke-Experiment» zeigt. An Bahnhöfen sind nicht alle Gleise erreichbar. Zugfahrten müssen Tage im Voraus angemeldet werden, um Einstiegshilfen zu organisieren.

Wiederholungen von «Das Jenke-Experiment» im TV und bei rtlnow.de

Sollten Sie «Das Jenke-Experiment» verpasst haben, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, die RTL-Sendung nachzuschauen. Im TV strahlt der Sender die Rollstuhl-Folge in der Nacht zum Dienstag noch einmal um 0.55 Uhr aus. Außerdem gibt es am Sonntag (30. März) um 16.45 Uhr eine Wiederholung. Bei rtlnow.de, der RTL-Mediathek, kann «Das Jenke-Experiment» bis zu sieben Tage nach der TV-Ausstrahlung angesehen werden.

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