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Bodensee-«Tatort» sehen: Klara Blum rätselt: Führt das Gemächt zum Täter?

«Tatort»-Kommissarin Eva Mattes muss heute Abend eine perfide Mordserie aufklären. Ein Wahnsinniger kopiert die Taten aus den Krimis von Bestsellerautor Hannes Jaenicke. Zudem schwingt reichlich Erotik mit.

«Das schwarze Haus» – der Titel des Bodensee-«Tatorts», den Das Erste heute Abend um 22 Uhr als Wiederholung zeigt, klingt nach Grauen und Grusel. Doch mit den gleichnamigen Werken vonStephen King und Peter Straub hat der «Tatort» nur eines gemeinsam: Es wird gemordet. Sicher, gleich mehrmals und sehr perfide. Doch: Das besagte schwarze Haus ist nur zu Beginn zu sehen. Und noch viel schlimmer: Ein gruseliges Gefühl will sich auch nach dem dritten Mord nicht einstellen.

Dass dieser «Tatort» dennoch sehenswert ist, liegt an einem schauspielerischen Duell. Den einen Part gibt Hannes Jaenicke als Bestsellerautor Ruben Rath, den anderen Eva Mattes als Kommissarin Klara Blum, die eine neue Freizeitbeschäftigung gefunden hat: Sie angelt. Aber noch bevor der erste Fisch anbeißt, winkt Kollege Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) vom Ufer aus, um sie zu einem Einsatz zu rufen. Eine Szene, die sich in diesem Krimi einige Male wiederholen wird.

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«Tatort: Das schwarze Haus» - Eine Nummer zu groß für Klara Blum

Wie sich herausstellt, hat es der Täter auf die Mitglieder einer Künstlergruppe abgesehen und geht dabei nach den Bestsellern eines Krimi-Schriftstellers vor. Markenzeichen des Autors sind seine ausgefallenen Tötungsarten: Ein Opfer wird unter Strom gesetzt, das andere endet in den scharfen Zinken einer Egge und das dritte fliegt in die Luft. Dem Krimiautor verschafft dies ein nahe liegendes Alibi: Kein intelligenter Mensch wäre so dumm, die eigenen Ideen zu imitieren. Es sei denn, er hält sich für weitaus cleverer als die Ermittler.

Die Rolle des Schriftstellers Ruben Rath ist von großer Bedeutung für diesen Bodensee-Tatort. Die Konstanzer Krimis verzichten in der Regel auf bekannte Schauspieler. Für Das schwarze Haus aber wurde mit Jaenicke ein sehr bekanntes TV-Gesicht engagiert, den Regisseur und Drehbuchautor Thomas Bohn mit Eva Mattes alias Klara Blum konfrontiert. Rath ist ein Gegenspieler, an dem sie sich die Zähne ausbeißt. Der Autor, extrem cool und lässig, ist beinahe eine Nummer zu groß für die Kommissarin. Zu gern würde sie den Schriftsteller überführen, aber als auf ihn geschossen wird, scheint er eher Opfer als Täter.

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«Tatort: Das schwarze Haus»: Der Verdächtige zeigt sein Gemächt

Wer Opfer und wer Täter ist, lässt sich für Blum und Perlmann tatsächlich nicht so leicht beantworten. Zu groß ist die Zahl der Verdächtigen. Da ist Raths Sohn Ferry (Jonathan Müller), der als schwachsinnig gilt und unter dem Asperger-Syndrom – einer Form des Autismus - leidet. Ferrys Freundin Susanne (Annika Blendl) hat eine andere Definition: «Ferry ist eigen. Aber er ist unglaublich ehrlich, liebvoll und treu. Kennen Sie einen Mann, von dem Sie das behaupten können?», fragt sie die Blum, die sich über die Liebesbeziehung zwischen Ferry und Susanne wundert.

Der Zuschauer dürfte sich derweil darüber wundern, dass die ARD den jungen Darsteller Jonathan Müller eine ganze Szene lang nackt und in voller Mannespracht vor der Kamera herumlaufen lässt.

Ein «Tatort» voller Gegensätze

Künstlerisch hochwertig gemacht ist dieser Tatort in jedem Fall. Wenn Blum und Perlmann mit dem Dienstwagen durch die klirrende Winterlandschaft um den Bodensee brettern, weiß die Kamera die Gegend so dramatisch-bezaubernd einzufangen, wie sie auch auf der Leinwand des ermordeten Malers ihre Berechtigung gehabt hätte. Auch die aquarellschimmernden Szenen, in denen Hobby-Anglerin Blum wie in einem Stillleben ganz allein auf dem Bodensee in ihrem Boot treibt, sehen aus wie gemalt.

Der Haken jedoch ist der Plot. Denn der ist ein alter Hut (Agatha Christies «Zehn kleine Negerlein» lassen grüßen) und wirkt arg konstruiert. Regisseur und Autor Bohn bringt zu viele verschrobene Künstler, die als Täter infrage kommen, ins Spiel und spickt die Dialoge mit Gemeinplätzen: «Jeder Mensch hat das Potenzial, einen anderen zu töten», sagt Klara Blum.

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Hannes Jaenicke ist im «Tatort» der arrogante Autor

Lichtblicke verschaffen die Darsteller: Hannes Jaenicke, zuletzt vor allem für bedrohte Tierarten und gegen den Klimawandel weltweit im Einsatz, überzeugt als arroganter, zurückgezogener Schriftsteller mit Starallüren.

Aufhübschen sollen den Krimi ein paar biedere Kalauer und Running Gags – wie der mit der angelnden Klara Blum. Am Ende ist sie «so gestresst», dass ihr «nicht einmal das Angeln mehr Spaß macht».

Eine ausführliche Rezension zum «Tatort: Das schwarze Haus» finden Sie an diese Stelle.

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rut/news.de

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