«Ein Mord im Herbst»
Kommissar Wallander und die Schwulenhasser

Düster, grimmig und sensibel: In einem seiner letzten Mordfälle stößt Kommissar Kurt Wallander auf eine mysteriöse Sekte.

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zurück Weiter Happy Birthday, «Tatort» Münster! Seit zehn Jahren ermitteln der schnoddrige Kommissar Frank Thiel und der selbstverliebte Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne in Münster. (Foto) Foto: WDR/Willi Weber Kamera

Kommissar Kurt Wallander hat Angst. Nicht vor irgendwelchen Verbrechern, sondern vor der Alzheimer-Krankheit. Lieber quittiert er vorher den Dienst und zieht sich in den Ruhestand zurück. Das wird im allerletzten, gerade für die ARD produzierten Wallander-Film (Der Feind im Schatten) zu sehen sein - der Ausstrahlungstermin ist noch offen. Hauptdarsteller ist in diesem Fall der Schwede Krister Henriksson.

Doch zunächst sendet die ARD zum Jahreswechsel drei andere, neue Wallander-Filme nach Motiven und Romanen des schwedischen Krimiautors Henning Mankell: Ein Mord im Herbst am 28. Dezember um 22 Uhr, dann Hunde von Riga am 30. Dezember und Vor dem Frost am 6. Januar mit dem Briten Kenneth Branagh.

In den drei anstehenden Filmen tritt grübelnd, depressiv, von manch innerer Pein geplagt, der Brite Branagh vor sein Publikum, von der Queen frisch geadelt und in seiner Heimat als Shakespeare-Darsteller hochgerühmt. Der düsterste, grimmigste, wohl auch sensibelste aller drei Wallander-Darsteller, eine Figur wie aus einem Film von Ingmar Bergman: Ur-Wallander Rolf Lassgard war der dynamischste gewesen, Henriksson, der Lassgard ablöste, etwas heller, freundlicher, einer, der auch mal lachen und sich verlieben konnte. Der vorübergehende Wechsel zu Branagh kam dann, als sich englische Produzenten an der Wallander-Reihe beteiligten.

So durchstapft nun ein Brite den schwedisch wallenden Krimi-Nebel, entdeckt mal ein Skelett unter den Johannisbeersträuchern im Gärtchen seines frisch erstandenen Häuschens (Ein Mord im Herbst), hört von angeschwemmten Leichen offenbar aus dem baltischen Raum (die schon einmal verfilmten Hunde von Riga) und stößt schließlich auf eine Sekte, die Todsünden wie Homosexualität mit dem Tod ahndet (Vor dem Frost). Die Bücher dazu schrieb Peter Harness, die Regisseure wechseln.

50 Wallander-Filme wird es nach der nächsten und abschließenden Staffel geben. Die ersten neun waren, getreu nach Romanvorlagen, beim ZDF gelaufen. Als dann 2003 die ARD Wallander übernahm, hieß es auch, für die Filme würden nun sehr eigene Stoffe entwickelt, sozusagen Mankell ohne Mankell, wie es inzwischen Pilcher fast ohne Pilcher gibt.

«Nicht allen unserer Filme liegen komplette Romane vor, aber wenigstens ein Mankellsches Original-Treatment von acht bis zehn Seiten», sagt der zuständige ARD-Redakteur Rainer Bunz. «Und er lässt sich die Projekte auch nicht aus der Hand nehmen, liest die Drehbücher, steuert Ideen bei, spricht mit den Darstellern.»

Wallander und sein Team sind laut Bunz «Menschen, keine Typen, sie werden mit vielen Problemen nicht fertig, haben ein differenziertes Seelenleben. Ich glaube, man kann sich mit Wallander und seinen Gefährten ganz gut identifizieren.» Vor allem am Ende des dritten Films, wenn Wallander Opa wird. Man staunt: Der Mann kann strahlen!

Kommissar Wallander - Ein Mord im Herbst: Freitag, 28. Dezember 2012, 20.15 Uhr ARD

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boi/news.de/dpa

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