«TVOG» Skandal! Es ist doch nur eine Castingshow

«The Voice of Germany»
Die Suche nach der besten Stimme

Von news.de-Redakteur
Nein, die Macher von The Voice of Germany haben das Rad nicht neu erfunden, dennoch ist die Show ebenfalls in der zweiten Staffel äußerst erfolgreich. Dabei wird manchmal vergessen, dass auch The Voice of Germany nur eine Castingshow ist. Allerdings eine sehr gute.

Im vergangenen Jahr war die erste Staffel der Pro7/Sat.1-Castingshow The Voice of Germany der Überraschungserfolg schlechthin. Das man Kandidaten nicht in Grund und Boden stampfen muss, auch wenn mal ein oder zwei Töne daneben gehen, war - so paradox es auch klingen mag - ein (fast) gänzlich neues Castingerlebnis. Wer erinnert sich nicht an den «Drill-Instructor» der Popstars-Reihe, Detlef D! Soost oder den Supertalent- und Deutschland-sucht-den-Superstar-Dauer-Nörgler Dieter Bohlen, welche in schöner Regelmäßigkeit kräftig vom Leder ließen. Vom Jury-Vater aller Castingshows, dem Briten Simon Cowell, einmal ganz abgesehen.

Diese neue Herangehensweise der The-Voice-of-Germany-Macher, eine seriöse und nicht auf Krawall gebürstete Unterhaltungsshow zu produzieren, in der Talente nicht vorgeführt, sondern mit Respekt behandelt werden und trotzdem reichlich Action, Spannung und Dramatik geboten wird, bleibt auch in der zweiten Staffel ein voller Erfolg. Das Konzept von The Voice of Germany hat sich bewährt.

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Nicht nur, dass The Voice of Germany in diesem Jahr sowohl die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis als beste Unterhaltungsshow abräumte. Das Format konnte die Zuschauer aus der ersten Staffel an sich binden und darüber hinaus 2012 noch neue Anhänger gewinnen - entgegen dem allgemeinen Castingshow-Quotenschwund. Der Marktanteil der zweiten Staffel von The Voice of Germany liegt bei starken 23,3 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Zu Spitzenzeiten wurden sogar bis zu 30 Prozent erreicht. Von einem solchen Ergebnis können die Verantwortlichen bei Popstars oder X Factor nur träumen.

Aber was ist es, dass The Voice of Germany so besonders macht? Gelten die Coaches Xavier Naidoo, Nena, Rea Garvey und The BossHoss als seriöser als Dieter Bohlen, Detlef D! Soost oder Sarah Connor und H.P. Baxxter? Oder wollen sich die Talente der Vorzeige-Castingshow einfach im größtmöglichen Rahmen präsentieren? Auch bei The Voice treten die Kandidaten an, um berühmt zu werden, auf der Bühne zu stehen und wenn möglich von ihrer Stimme leben zu können. Darin unterscheiden sie sich nicht von den Kandidaten anderer Wettbewerbe.

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So sollte man nicht vergessen, dass ein Effekt wie er bei den Blind Auditions, bei denen die Coaches nur die Stimme hören, den Teilnehmer aber nicht sehen, auch reichlich Dramaturgie für die Zuschauer bietet und nur bedingt dazu dient, dass sich die Jurymitglieder vom Äußeren des Vortragenden leiten lassen. In den weiteren Shows, den Battles und den späteren Finalsendung, spielt es sehr wohl eine Rolle, wie sich Kandidat auf der Bühne gibt, ob er dem Geschmack des Publikums und seines Coaches entspricht und ob man mit ihm natürlich auch Tonträger verkaufen kann.

Denn bei aller lobenswerten Seriosität, die Macher der Show vermitteln wollen, gilt: The Voice of Germany ist und bleibt eine Castingshow. Wenn auch die beste im deutschen Fernsehen.

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