Ulrich Tukur kritisiert Zu viel Mist im «Tatort»

«Tatort: Münster»
Schnoddrig, schnöselig und super erfolgreich
Happy Birthday, «Tatort» Münster! Seit zehn Jahren ermitteln der schnoddrige Kommissar Frank Thiel und der selbstverliebte Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne in Münster. (Foto) Zur Fotostrecke

Als Tatort-Kommissar in Wiesbaden polarisiert Ulrich Tukur sein Publikum. Er selbst kritisiert die ARD-Krimiserie scharf. Zu viel Mist und Beliebigkeit würden Deutschlands beliebtester Abendunterhaltung schaden.

Wie lange Ulrich Tukur als Felix Murot im Tatort noch ermittelt, lässt er offen. Vorerst sind nur zwei weitere Fälle geplant. Der renommierte Schauspieler möchte, dass die Geschichten des beliebten TV-Krimiformats generell mutiger und experimenteller werden.

Schauspieler Ulrich Tukur (55) beendet am Mittwoch die Dreharbeiten für seinen dritten Tatort-Krimi (ARD). Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in Fulda spricht er über seine Zukunftspläne als Ermittler, seine Grundsatz-Kritik am Tatort und über sein Verhältnis zu Auszeichnungen.

Die Dreharbeiten für Tatort Nummer drei werden jetzt beendet. Wie oft gehen Sie danach noch auf Verbrecherjagd?

Ulrich Tukur: Tatort vier und fünf sind geplant. Danach weiß ich nicht, ob es weitergeht und wie. Wenn ich merke, dass es mir keinen Spaß mehr macht, höre ich auf. Der Tumor im Kopf kann Felix Murot ja jederzeit erledigen. Ich werde zwar in dieser Folge als geheilt entlassen, aber die Zuschauer werden sich des Eindrucks nicht erwehren können, dass meine Operation doch nicht so erfolgreich war.

Wovon machen Sie mehr Tatort-Folgen mit Ihnen abhängig?

Tukur: Ich höre auf, wenn unser Tatort beliebig wird wie viele andere. So lange es begeisterte Zustimmung und wütende Ablehnung gibt, mache ich weiter. Unser letzter Tatort hat sehr polarisiert, und das war gut so.

Klingt nicht so, als hätten sie Deutschlands beliebtestes Fernsehkrimi-Format schon richtig lieben gelernt.

Tukur: Ich bin kein eingefleischter Tatort-Fan. Ich habe zu viel Mist und Durchschnitt gesehen. Der Tatort ist eine Blase geworden. Es gibt ja fast keine deutsche Stadt mehr über 100.000 Einwohner, die nicht über einen Tatort-Kommissar verfügte.

Was missfällt Ihnen am Tatort generell?

Tukur: Man sollte mit dem Tatort mehr experimentieren, Ungewohntes zeigen. Es ist ja ein sehr robustes Format. Da muss man mal aus der Reihe fallen dürfen und bei aller Unterhaltung auch ein wenig anstrengen und den Zuschauer etwas höher springen lassen. Sonst wird am Ende alles seicht und beliebig. Und das missfällt mir. Es sollten auch unangenehme Wahrheiten verhandelt werden: Krankheit, Tod, die Zerbrechlichkeit des Lebens.

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Was schätzen Sie denn am Tatort?

Tukur: Es ist großartig, dass dieses Format seit vierzig Jahren existiert und von so vielen Menschen geliebt wird. Nur muss man es immer wieder neu erfinden, dann ist der "Tatort" eine großartige Chance unsere Gesellschaft, das Leben und seine Abgründe unterhaltsam und spannend abzubilden.

Sie sind einer der renommiertesten Filmschauspieler Deutschlands. Neulich erst gab's den Bambi. Keine Angst vor dem Karriere-Knick?

Tukur: Der Knick kommt immer irgendwann. Bis dahin sollte man nicht zu viel machen und sich nicht an Dinge verkaufen, hinter denen man nicht steht. Im Übrigen sind Preise wunderbar, sie sind ein Zeichen dafür, dass man bemerkt und geschätzt wird. Dafür bin ich dankbar, denn es gibt viele wunderbare Künstler, die dieses Glück nicht haben.

Spüren Sie Eifersucht von Kollegen, die nicht so gefeiert werden?

Tukur: Es gibt viel Missgunst im Metier. Ich halte mich da raus.

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boi/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Niederrheinperle
  • Kommentar 2
  • 12.12.2012 14:59

Ich wünsche mir wesentlich weniger Experimente beim Tatort, sondern nachvollziehbare, gute Handlungen. Mit Tukur habe ich nur den ersten Tatort gesehen - ich fand ihn so hanebüchen und blöd, dass er sofort auf meine "guck ich nicht mehr"-Liste kam.

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  • Volker Meuer
  • Kommentar 1
  • 12.12.2012 13:24

Den größten Mist hat Herr Tukur doch selbst verzapft, der Tatort mit ihm ist zur absoluten Lachnummer verkommen. Tatort ist doch eine Art Räuber und Gendarm und nicht ein schlechter Edgar Wallace für Arme.

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