«The Voice of Germany» Xavier Naidoo verschmäht seine Fans

Idole fallen manchmal tief. Und wer seinen Text nicht kann, schafft es bei The Voice trotzdem in die Battles. Wer allerdings noch nicht erwachsen werden will, oder wie Hartmut Engler klingt, der muss nach Hause gehen. The Voice of Germany war mal wieder himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.

FOTOS: «The Voice of Germany» Die Suche nach der besten Stimme

Einmal vor ihm stehen, für ihn singen: Für Evi Lancora und Rob Fowler geht bei den letzten Blind Auditions von The Voice of Germany 2012 ein Traum in Erfüllung. «Weil er über Gott singt und sich das so echt anfühlt» - das hat Evi berührt. Und bei Brite Rob war es ein Xavier-Song im Radio. An dem Tag, an dem er nach Deutschland kam. Mit ihrem Gesang wollen sie ein Stück dessen zurückgeben, was Xaviers Musik an ihnen vollbracht hat.

Doch Xavier macht, was beide nicht gehofft hatten: Die Finger liegen auf dem Buzzer - und buzzern nicht. Tja, auch Idole haben eine subjektive Meinung. Macht nichts. Die Welt dreht sich nicht um Xavier Naidoo. Und die Karriere von Rob, dem Mann, der in Musicals gern mal mit Strapsen auf der Bühne steht, kann auch mit The BossHoss einen echten Höhenflug erleben. Immerhin haben die Jungs die vergangene Staffel gewonnen - wie sie immer und immer wieder betonen.

FOTOS: «The Voice of Germany 2011» Echte Talente und blinde Juroren

Die 24-jährige Evi geht auch nicht leer aus. Die schnappt sich Rea Garvey. Und was ist mit ihrem Idol? Der wird degradiert, denn für Evi ist ganz klar: «Jetzt ist Xavier egal.» Den stört das freilich wenig, immerhin bekommt er, was er will - die leisen Töne mit Bühnenerfahrung. Die tragen den Namen Sam Leigh-Brown und die hatte mit Hip Teens Don't Wear Bluejeans schon einen Hitparaden-Ohrwurm. Wenn sich Xavier damit mal nicht verrennt. Denn One-Hit-Wonder sind nunmal, wie der Name schon sagt, nur einmal wirklich erfolgreich. Selbst wenn die Stimme, wie in diesem Fall, das nicht verdient hätte.

Menna verwirrt Nena

Obendrauf kassiert Xavier noch Marcel Gabriel, den Mann, der seine Gesangskarriere mit der Haarbürste begann und mit selbiger erstmal weiter sein Geld verdient. Für den Fall, dass sich die Entscheidung für Xavier und gegen The BossHoss in den Battles doch als Fehler erweisen sollte.

Apropos Fehler: Erst scheint Nena auf ihren Ohren zu sitzen, um dann mittendrin viel zu früh auf den Buzzer zu hauen - was sie für sich selbst ein bisschen spät erkennt. Zu verdanken hat sie die Verwirrung Menna Mulugeta. Denn: «In den ersten Sekunden war da was, und dann war da irgendwas anders.» Meint Nena - und Xavier reitet auch noch darauf rum. Bleibt Nena nur zu wünschen, dass ein paar Tage später wieder da ist, was nach drei Sekunden in den Blind Auditions nicht mehr da war.

VIDEO: Xavier Naidoo wollte aufhören
Video: dpa

Die Sprachlosigkeit, die Menna vor der Jury an den Tag legt, ist etwas, dass der 17-jährigen Anna fremd ist. Behauptet sie zumindest. Denn: «Meine Eltern haben mir gar nicht das Maul stopfen können.» Nun, die Eltern vielleicht nicht. Dafür aber die Jury von The Voice of Germany - zumindest vor den Kameras des Privatfernsehens. Das lollipopbunt gekleidete Mädchen - Verzeihung, im japanischen Fairytale-Style - nimmt's gelassen. Hoffentlich nimmt sie sich aber auch den Rat von Rea Garvey zu Herzen, einfach noch mehr Erfahrung zu sammeln. Denn ein Vollflop ist ihre Stimme nicht. Vielleicht wäre es für die 17-Jährige besser gelaufen, wenn sie wäre, wogegen sie sich noch vehement wehrt: erwachsener.

Xavier will Xavier, aber nicht Hartmut Engler

Das Problem hat Chris Werner nicht. Aber vor der Casting-Jury ist er mindestens genauso wenig erfolgreich. Ob es daran liegt, dass er klingt wie Hartmut Engler? Dabei muss stimmliche Ähnlichkeit gar nicht so schlecht sein. Das zeigt Cristiano de Brito, der gern mal so wie Xavier ins Mikrofon «nuschelt», aber stellenweise genauso klingt wie sein neuer Coach. Wenn das mal gut geht.

Am Ende gibt es bei den letzten Blind Auditions nur einmal das volle Buzzer-Ballet. Das kassiert Sängerin Mari Harutyunyan. Der eigentliche Sieger an diesem Abend ist allerdings keiner der Sänger, die auf die große Karriere hoffen. Die Abräumer der letzten Blind-Audition-Runde sind The BossHoss. Die Voice-Anwärter werfen sich den Jungs reihenweise in die Arme. Sind sie wirklich Talentmacher? Oder hoffen nur alle auf einen Sieg mit den Jungs, weil sie die erste Staffel gewohnen haben? Die Antwort werden die Battles bringen.

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rut/news.de

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